Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anschaulich präsentieren und erklären

20.02.2006


Ausgestattet mit einem mobilen Augmented-Reality-System können CeBIT-Besucher am Modell eines Flugzeugflügels lernen, warum Flugzeuge fliegen können. Erklärungen zu unsichtbaren naturwissenschaftlichen Phänomenen und Zusatzinformationen werden eingeblendet. Mit dem CONNECT-System können sowohl Produktneuheiten auf Messen als auch Exponate in Museen ausgestattet werden. CONNECT ist vom 9. bis 15. März in Halle 9, Stand B 36 zu sehen.



»In dem von der EU mit 4,7 Mio Euro unterstützten Forschungsprojekt CONNECT vernetzen wir die Lernorte Schule und Museum,« erklärt Michael Wittkämper, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. »Wir untersuchen unter welchen Bedingungen die Technologie der Erweiterten Realität, auch Augmented-Reality (AR) genannt, Lernprozesse sowohl in der Schule als auch im Museum unterstützen kann. Die entwickelte Technik kann aber auch in anderen Bereichen genutzt werden, etwa auf Messen, um Produkte zu erläutern, oder in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.« Für vier Museen in vier Ländern entwickeln die Forscher unterschiedliche Ausstellungsstücke, statten sie mit einem AR-System aus, erarbeiten Lernszenarien und führen mehrere Testläufe mit ausgewählten Schulklassen vor Ort aus.

... mehr zu:
»CONNECT-System »Connect »Exponat »Finnland


Und so funktioniert das CONNECT-System in der Praxis: Im Science Center At-Bristol in England, steht eine 8. Schulklasse mit ihrem Physiklehrer vor dem Tragflächenmodell. Wie ist es möglich, dass der neue A 380 mit seinen über 550 Tonnen Gewicht abheben kann? Eine Schülerin hat das mobile kabellose AR-System angelegt. Dazu gehört ein Rucksack mit Laptop und Akkus zur Energieversorgung. An den Rechner angeschlossen ist ein Headset mit semitransparenter Spezialbrille, eingebauten Kameras, integriertem Mikrophon und Lautsprecher. Durch die Brille sieht sie nicht nur den Flügel, der von einem großen Ventilator angeblasen wird, sondern auch die Strömungslinien der Luft als rote Linien. Dreidimensionale Bilder, Grafiken, Texte und Filme, die im Raum zu schweben scheinen, helfen ihr, die sonst unsichtbaren physikalischen Prozesse zu verstehen. Mit einer drahtlosen Maus klickt sie Zusatzinformationen an. Sobald sie den realen Flügel etwas kippt, verändert sich auch der Verlauf der Luftströmung. Das Mädchen versucht herauszufinden, bei welchem Winkel der Auftrieb optimal ist. Auch die in der Schule verbliebenen Mitschüler werden eingebunden. Über das Internet eingeloggt, erleben sie die Experimente per Live-Video-Stream durch die Augen der Schülerin vor Ort mit. Per Funkverbindungen können sie Fragen stellen und so interaktiv teilnehmen.

»Die Schüler sind fasziniert von der Technologie und können es kaum fassen, dass sie die Strömungslinien im Raum sehen, zum Greifen echt,« erklärt Kay Hoeksema von der Universität Duisburg-Essen, pädagogischer Partner von CONNECT. Der Wissenschaftler arbeitet auch als Lehrer und testet den Einsatz der innovativen Exponate im Schulunterricht. »Die Video-Streams werden aufgezeichnet und ich kann sie zu einem späteren Zeitpunkt in den Unterricht einbauen. Formelles Lernen in der Schule und informelles Lernen im Museum lässt sich auf diese Weise kombinieren. In der Schule kann ich so über die üblichen physikalischen Experimente hinaus eine Vielzahl von Versuchen durchführen und die Schüler direkt daran beteiligen.«

Über ein Content-System kann der Lehrer den Lernstoff vorher passgenau auf das Vorwissen der Schüler zuschneiden. Er loggt sich in die CONNECT-Plattform ein und spielt über das Webinterface Bilder, Texte, Filme und Audiodateien ein. Er kann dabei auf hinterlegte Module zurückgreifen und von Kollegen gespeicherte Unterrichtseinheiten nutzen. Um die neuartigen pädagogischen Konzepte umsetzen zu können, entwickeln die Forscher am FIT die Prototypen der tragbaren drahtlose Augmented-Reality-Systeme weiter. Damit sich die Besucher frei um das Ausstellungsstück bewegen können, müssen die Wissenschaftler die Positionen der Betrachter im Raum präzise bestimmen können. Sensoren auf dem Flügel übermitteln dem Rechner, der neben dem Modell steht, in welchem Winkel der Flügel positioniert ist. Die exakte Blickrichtung des Betrachters registriert eine Kamera und liefert die Informationen an den Laptop im Rucksack, damit sich eingespielte Bilder bei Bewegungen zeitgleich anpassen. »Wir modifizieren die Software für die visuelle Darstellung, die wir entwickelt haben, entsprechend den speziellen Anforderungen jedes unserer vier Exponate«, erklärt Wittkämper.

Die vier Ausstellungsstücke in England, Schweden, Finnland und Griechenland sollen Ende des Jahres über die CONNECT-Plattform für virtuelle Besuche bereit stehen. So können sich die Schüler von Bristol aus zum Beispiel virtuell auf eine Lernreise nach Finnland begeben. Auf der CeBIT in Hannover können die Besucher mit dem Exponat experimentieren und mit den Wissenschaftlern die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des CONNECT-Systems diskutieren. An dem Projekt sind Partner in Deutschland, England, Finnland, Griechenland, Schweden, Israel und USA beteiligt.

Michael Wittkämper | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: CONNECT-System Connect Exponat Finnland

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2006:

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2006 Hannover: Trends und Themen der CeBIT 2006
16.03.2006 | Deutsche Messe AG, Hannover

nachricht Eine elektronische Umarmung
16.03.2006 | Bauhaus-Universität Weimar

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2006 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung

26.04.2017 | Medizin Gesundheit

Nose2Brain – Effizientere Therapie von Multipler Sklerose

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bauübergabe der ALMA-Residencia

26.04.2017 | Architektur Bauwesen