Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rechner verteidigen sich selbst gegen Angriffe aus dem Netz

03.03.2005


Software des Saarbrücker Informatik-Teams um Prof. Dr. Andreas Zeller erkennt neue Schädlinge in Computersystemen



Immer mehr Rechner werden durch schädliche Software infiziert. Meist braucht es einige Zeit, bis man herausfindet, wie solche Schädlinge in den Rechner eindringen. In dieser Zeit kann sich zum Beispiel ein Virus oder Trojaner ungehindert verbreiten. Andreas Zeller, Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes, und sein Team haben Methoden entwickelt, mit denen Computer selbstständig auch bisher unbekannte Schädlinge entlarven. Die neue Software "Malfor" wird auf der CeBit 2005 am saarländischen Forschungsstand vorgestellt.



Die Software "Malfor" hat zum Ziel, dass der Rechner selbst experimentiert und erkennt, welche Netzwerkpakete zum Angriff geführt haben. "Der befallene Rechner - möglichst ein Honeypot - kann so andere Rechner warnen, die dann diesen und ähnliche Angriffe selbstständig abwehren", erläutert Andreas Zeller. Der Angriff auf das Rechnersystem wird in zwei Schritten analysiert. Zuerst werden alle Programmaktivitäten wie in einer großen und sehr detaillierten Protokolldatei aufgezeichnet. In einem zweiten Schritt werden verschiedene Kombinationen von Teilaktivitäten ausgewählt und wieder eingespielt, um zu sehen, ob diese Auswahl den Angriff hervorruft.

Im Gegensatz zu den gängigen Methoden arbeitet dieses Verfahren rein experimentell und erkennt dadurch auch bisher unbekannte Angriffe. Herkömmliche Werkzeuge untersuchen dagegen Protokolldateien und schließen daraus, was passiert sein muss. Dieser Ansatz funktioniert gut für bekannte und schon analysierte Angriffsarten, versagt aber zum Beispiel bei neuartigen Viren. Das liegt daran, dass die Programmabläufe nicht mehr so funktionieren, wie das Werkzeug annimmt. "Mit unserem Ansatz können wir neue und unbekannte Angriffe analysieren und unsere Analysen gleich durch Experimente bestätigen", sagt Andreas Zeller.

Die Malfor -Software wird vom 10. bis 16. März auf der CeBIT 2005 in Hannover am saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand D09) vorgestellt. Im Rahmen des "future talk forum" der CeBIT (Halle 9, Stand C16) hält Prof. Dr. Andreas Zeller am 12. März um 17 Uhr einen Vortrag zum Thema "Selbstverteidigende Rechnernetze".

Fragen beantworten Ihnen:

Prof. Dr. Andreas Zeller
Lehrstuhl für Softwaretechnik, Universität des Saarlandes
Tel.: 0681/302-64011
Email: zeller@cs.uni-sb.de

Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik an der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de

Während der CeBIT wenden Sie sich für Terminabsprachen bitte an:
Tel. 0511/89-697558 oder Fax 0511/89-597558

Claudia Ehrlich | idw
Weitere Informationen:
http://www.st.cs.uni-sb.de/malfor/
http://www.uni-saarland.de

Weitere Berichte zu: Forschungsstand Rechner Schädlinge Softwaretechnik Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2005:

nachricht Fraunhofer-Institute legen Lösungsarchitektur zur elektronischen Gesundheitskarte vor
17.03.2005 | Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik - ISST

nachricht CeBIT 2005 hat Erwartungen der Aussteller voll erfüllt
17.03.2005 | BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2005 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie