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Trends und Themen der CeBIT 2004

25.03.2004


Telecommunications & Networks



Konvergenz ist eines der bestimmenden Themen im Bereich der Tele­kommu­nikation und Netzwerke. Telefoniedienste werden ver­stärkt als Voice-over-IP (Internet Protocoll) über klassische Datennetz­werke ange­boten. Die Geräte der Netzwerktechnik zeichnen sich zuneh­mend durch Kompa­tibilität zu multiplen Übertragungsstandards aus. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Endgeräten, die mehrere Funktionen in sich verei­nen. Dabei werden zunehmend die Grenzen zwischen der professionellen und privaten Anwendung verwischt. Viele Ankündigungen und Visionen der CeBIT 2003 sind mittlerweile zu markt­reifen Lösungen und Pro­dukten geworden.



Eines der Top-Themen der diesjährigen CeBIT ist der öffentliche Start des UMTS-Netzes (Uni­versal Mobile Telecommunications System) in Deutsch­land. In Ballungszentren und zunehmend auch in kleineren Städten stehen dem Nutzer Datenraten von bis zu 384 kbit/s für mobile Dienste zur Verfügung. Die Telekommunikationsunternehmen starten die Nutzung des UMTS-Netzes zunächst mit Erweiterungskarten für Note­books, die den Zugriff auf das Internet mit bis zu sechsfacher Geschwin­digkeit eines ISDN-Kanals erlauben. An Orten, an denen UMTS noch nicht verfügbar ist, verwenden die Karten GPRS (General Packet Radio Service). In den kommenden Monaten werden Kunden dann auch die auf der CeBIT vorgestellten UMTS-Mobiltelefone nutzen können. Die neuen Geräte bieten Funktionen wie Bildtelefonie oder Video-Streaming, die im herkömmlichen GSM-Netz (Global System for Mobile Commu­ni­ca­tion) mangels ausreichender Bandbreite in dem Umfang nicht möglich wären.

Parallel zur UMTS-Einführung haben mehrere große Anbieter ange­kün­digt, deutschlandweit die Anzahl der installierten WLAN-Hotspots (Wire­less Local Area Network) weiter zu erhöhen. WLAN wird als Ergänzung zu UMTS gesehen, da es zum einen eine wesentlich höhere Datenrate als UMTS liefert, zum anderen aber in der Praxis nur räumlich lokal einge­schränkt möglich ist, und die maximale Nutzerzahl pro Basisstation bei UMTS deutlich höher liegt.

Im Bereich der Telekommunikations-Services wird von „Push to Talk“ in den nächsten Jahren ein großer Durchbruch erwartet. Mehrere Hersteller von Mobiltelefonen wollen sich noch dieses Jahr auf einen gemeinsamen Stan­dard einigen. Mit „Push to Talk“ erhält das Mobiltelefon eine Funk­tion ähnlich der von „Walkie Talkies“. Solange eine Taste gedrückt wird, wird eine Verbindung zu einem oder mehreren Gesprächsteilnehmern über GPRS aufgebaut. Die Kosten sollen über die Dauer des Tastendrucks abge­rechnet werden.

In der Netzwerktechnik erleben Voice-over-IP-Lösungen einen starken Zuwachs. Vor allem für die firmeninterne Kommunikation, auch über verschie­dene Standorte hinweg, bietet sich damit die Möglichkeit, die Tele­fonie über das bestehende Firmennetzwerk abzuwickeln und nur im Bedarfs­fall automatisch auf eine herkömmliche Telefonleitung zurück­zu­greifen. Ein weiteres Thema ist die Erhöhung der Leistungsfähigkeit bei der Datenübertragung über das Stromnetz. Bei dieser Übertragung, die vor allem im Heimbereich zum Einsatz kommen soll, ist jetzt eine Nutz­daten­transferrate von mehr als 140 Mbit/s möglich. Damit ist selbst die Über­tragung von qualitativ hochwertigen HDTV-Bilddatenströmen möglich.

Information Technology

Ob Mobiltelefon, Web-Pad, PDA, Digitalkamera, Camcorder, MP3- und Video-Player, Navigationssystem, elektronisches Buch oder Spielekonsole – viele Grundfunktionen finden sich in verschiedenen Produkten verei­nigt. Die preisgünstige Verfügbarkeit von winzigen Flash-Speicher­bau­steinen mit Kapazitäten in Gigabyte-Größe erlaubt nun auch die Inte­gra­tion von Camcordern in winzige Geräte, die ohne Bandlaufwerk aus­kommen. Alternativ dazu steht dem Anwender nun genug Speicherplatz für komplexe Software oder ausführliches Kartenmaterial für die Navi­ga­tion zur Verfügung. Die Kameras, die in den Kombi-Geräten eingesetzt werden, haben die Megapixel-Grenze überschritten und sind inzwischen für mehr als nur Schnappschüsse geeignet. Der Funktionsumfang von Smart­Phones und SmartTerminals wird deutlich erweitert und umfasst neben Infrarot, Bluetooth, GSM und GPRS jetzt auch zunehmend UMTS und WLAN zur Kommunikation untereinander und mit dem Internet. Gleich­zeitig wird die Möglichkeit vorgestellt, echte 3D-Grafik auf dem Mobil­telefon darzustellen, wodurch diese Telefone für Spieler noch interes­santer werden.

Bei der PC-Hardware geht der Trend weiterhin zu schnelleren Systemen. Mit 64-bit-Prozessoren in Kombination mit dem Systembus PCI-Express, Main­boards und Gehäusen im BTX-Format und einer neuen Speicher­archi­tektur ergibt sich eine neue Generation von Computern, mit denen selbst der Umgang mit hochauflösendem Videomaterial in Echtzeit mög­lich ist. Auch bei den Notebooks haben die Hersteller wieder neue Super­lativen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Akkulaufzeit und Format vorge­stellt. Parallel dazu zeigt sich ein weiterer Trend zu qualitativ hoch­wer­tigen PCs, die für spezielle Anwendungsfälle individuell zusammen­gestellt werden. Hier gibt es unter anderem Entwicklungen hin zu sehr leisen und kleinen Barebone-PCs mit aufwändigem Design, bei denen Abstriche in der Geschwindigkeit zu Gunsten von Geräuscharmut gemacht werden. Durch sie entfernt sich der PC weiter vom grauen Büro­ambiente und findet größere Akzeptanz auch außerhalb des Arbeits­zimmers im Heimbereich.

In der Digitalfotografie werden zunehmend Technologien aus dem profes­sionellen Bereich für die Amateurfotografie übernommen. Dazu gehören beispielsweise Chips, die für jeden Bildpunkt eines Digitalfotos direkt die Rot-, Grün- und Blauanteile messen, was zu schärferen Bildern und einer höheren Detailtreue bei den Farben führt. Dies wurde bislang nur in Profimodellen verwendet. Weiter werden Technologien für Digital­kameras vorgestellt, welche die Start-up-Zeit auf unter eine Sekunde und die Verzögerung bei Serienbildern auf unter eine Drittelsekunde verrin­gern. Der Trend zu höheren Auflösungen und sinkenden Preisen in diesem Segment hält auch weiterhin an.

Bedingt durch die sinkenden Preise gehören TFT-LCD-Displays mittler­weile zur Standard-Ausstattung bei PCs. Zunehmend werden sie aber auch von der Unterhaltungsindustrie für LCD-Fernsehgeräte mit Bild­diago­nalen von bis zu 57 Zoll genutzt. Die noch größeren Plasma-Geräte sind mittlerweile mit Diagonalen von 80 Zoll erhältlich.

Unter das Stichwort „Vernetztes Wohnzimmer“, das einen der großen Trends der diesjährigen CeBIT beschreibt, fällt eine ganze Reihe neuer Produkte, die sich untereinander oder mit dem PC vernetzen lassen. DVD-Player, DVD-Rekorder und Settop-Boxen, die neben den gängigen DVD-Formaten auch Video-Formate aus der PC-Welt verstehen, können über WLAN oder LAN mit dem Rechner im Arbeitszimmer verbunden werden. Die dort beispielsweise hinterlegten Bilder, Filme und Musik­stücke sind dann per Knopfdruck vom Wohnzimmer aus verfügbar. DVD-Rekorder mit integrierter Festplatte erlauben gleichzeitige Aufnahme und Wiedergabe von Fernsehprogrammen. Dank der großen Speicher­kapa­zität kann die Aufnahme sogar bis zu über hundert Stunden lang werden. Zusätzlich können viele Geräte verschiedene Speicher­karten­typen direkt lesen. Dazu zählen beispielsweise Fernsehgeräte, die Speicher­karten von Digitalkameras lesen und die Bilder als Diashow anzei­gen. Noch in der Entwicklung sind Verfahren, die auf der RFID-Techno­logie (Radio Frequency Identification) und Funk-Netzwerk-Tech­nolo­gie basieren. Hier erkennen sich kompatible Geräte dadurch, dass sie nah aneinander gehalten werden. Ein Anwendungsbeispiel hierfür ist, dass eine Digitalkamera nur noch in die Nähe des Fernsehers gehalten wird und dieser daraufhin automatisch die gespeicherten Bilder über ein Funk-Netzwerk zugeschickt bekommt und als Diashow anzeigt.

Wireless Area Network Exchange Pavilion

Drahtlose Verbindungen sind in diesem Jahr eines der Top-Themen auf der CeBIT. Hierzu bot die Sonderschau „Wireless Area Network Exchange Pavilion“ vielen interessierten Fachbesuchern Informationen über die aktu­ellen Entwicklungen. Auf großes Interesse stieß die Zusammenarbeit mit der „CTIA Wireless 2004“ (Cellular Telecommunication & Internet Asso­ciation), der US-Fachmesse für kabellose Anwendungen. Hierbei wurden die Präsentationen der jeweiligen Hauptredner sowohl von den USA als auch aus Hannover live und on-demand zum anderen Messe­stand­ort übertragen.

Planet Reseller

Der „Planet Reseller“, das Fachhandelszentrum für Distributoren, Systemhäuser, Fachhandelskooperationen und Hersteller, wurde zur CeBIT 2003 sehr erfolgreich gestartet. Auch in diesem Jahr äußern sich Aussteller und Veranstalter hochzufrieden über den Messeverlauf, denn bereits im Vorfeld der CeBIT registrierten sich deutlich mehr Fachbesucher als im Vorjahr. Die Ausstellungsfläche in Halle 25 wuchs in 2004 um stattliche 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Internationalität hat zugelegt: 14 Nationen waren vertreten, unter anderem beteiligten sich mehr Aussteller aus Asien, Kanada und den USA.

Thomas Kröpfl, Geschäftsführer der ECOM Trading, äußerte sich nach mehrjähriger Messeabstinenz begeistert über die ausgezeichnete Besucherfrequenz und die fachkundigen Kontakte mit in- und ausländischen Geschäftspartnern. Auch Tech-Data-Chef Marcus Äda freute sich bereits am ersten Tag über sehr viele neue Autorisierungen von Fachhändlern an seinem Messestand. Armin Fendrich von Terratec zeigte sich hoch zufrieden über seinen Messeauftritt im Innen- und Außenbereich des Gemeinschaftstandes. So konnte er sowohl dem Endverbraucher als auch dem Fachhandel seine Produkte präsentieren. Oliver Rippel, Senior Manager bei eBay, sprach von deutlich mehr Fachhandelsbesuchern als erwartet. Oliver Haubrich, Geschäftsführer von EP, hat seine Messeziele voll erreicht und lobt die hohe Akzeptanz des Handels zum Gesamtkonzept des „Planet Reseller“.

Software & Services

Im Bereich der Unternehmenssoftware liegt ein aktueller Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der meist modular aufgebauten ERP- (Enter­prise Resource Planning) und SCM-Lösungen (Supply Chain Manage­ment). Das erklärte Ziel der Anbieter besteht darin, variantenreiche Produkte, Prozesse und Strukturen flexibel abbilden zu können, um auf sich dyna­misch ändernde Randbedingungen zeitnah reagieren zu können. Daneben spielt die Unterstützung der Zusammenarbeit unter­schied­licher Mitarbeiter und Standorte eine große Rolle. Neue Software­lösun­gen wurden auch für die Bereiche CRM (Customer Relationship Manage­ment), Business Intelligence sowie Content- und Dokumenten­manage­ment vorgestellt, in letzterem Fall unter anderem getrieben durch neue Speichermedien sowie leistungsfähigere und günstigere Scanner­komponenten. Integrierte CAx- und PLM-Lösungen (Product Lifecycle Management) lassen sich immer einfacher mit der ERP-, SCM- und CRM-Welt verbinden.

Der Trend des Zusammenwachsens von verschiedenen Applikationen ist nach wie vor ungebrochen und wird die Branche wohl in den nächsten Jahren weiter mitprägen. Dabei werden Standards und Technologien wie XML (Extended Markup Language) und Webservices als Integra­tions­werk­zeuge eingesetzt. Einen langfristigen Trend bilden Web-Applika­tionen, für die keine Installation von Software auf dem Client-Rechner erfor­derlich ist. Der Mittelstand wird gezielt mit branchenorientierten Produk­ten sowie speziellen Support- und Finanzierungsangeboten umwor­ben. Open-Source-Lösungen gewinnen zunehmend an Bedeu­tung.

Ein Highlight der CeBIT 2004 war die Vorstellung mehrerer Portale bezie­hungs­weise Dienste zum legalen Download von Musik. Damit haben sich auch in Deutschland Musikindustrie, Softwareanbieter, Netzbetreiber und Internetprovider zu großen Allianzen zusammengeschlossen, um Musik online und mobil zu vertreiben.

Ein Dauerbrenner sind weiterhin Sicherheit und Schutz von Informationen. Das breit gefächerte Themenfeld zur CeBIT 2004 reichte von Identifizierung und Schutz von Audio- und Videodateien bis hin zu Viren­schutz und Spamfiltern, bei denen der Schwerpunkt nach wie vor auf der Erhöhung der Erkennungsgenauigkeit und der Lernfähigkeit der Pro­gramme liegt.

Erstmalig auf der CeBIT, und schon ein voller Erfolg, der selbst die Organi­sa­toren überrascht: Die „Software Security Area“ in Halle 6 bot profes­sio­nellen Anwendern von Informationstechnologie wie Administratoren, IT-Leitern und Systemberatern bis hin zu Heimarbeitern in ihrem Small- oder Home-Office einen kompetenten Einblick in die Entwicklungen des Marktes. Auf dem Vortragsforum wurden Spam- und Virenschutz, Virtual Private Networks (VPN) und die Sicherheit in WLAN-Netzwerken disku­tiert.

Ein weiteres Thema der CeBIT 2004 waren Anwendungen der RFID-Tech­nolo­gie (Radio Frequency Identification), die sowohl Chip- und Hardware­her­steller als auch Softwareanbieter und Datenschützer adressieren. Verschie­dene Anbieter zeigten hier die erforderliche Infrastruktur wie auch die Weiterverarbeitung der anfallenden RFID-Daten in ERP- oder SCM-Systemen. Welche Anwendungen aus der Materialflusssteuerung, dem Handel oder des Gesundheitswesen sich letztlich durchsetzen werden, ist noch nicht endgültig abzusehen, zumal die Technik in einzelnen Einsatz­bereichen noch einer Standardisierung bedarf.

Human Resources

Mit bedarfsgerechten Softwarelösungen für Zeit- und Personalwirtschaft kann die Produktivität eines Unternehmens deutlich gesteigert werden. Soft­ware und leistungsfähige Hardware für Sicherheits- und Zutritts­kontroll­systeme wachsen dabei immer enger zusammen. Häufig werden in Personalmanagement-Systeme auch Projekt-, Skills- oder Wissens­manage­ment integriert. Daneben stehen Mitarbeiter- bzw. Unter­nehmens­portale sowie das Outsourcing von Personaldienstleistungen ganz oben auf der Agenda. Nach dem erfolgreichen Start zur CeBIT 2003 konnten sich auch in diesem Jahr Personalverantwortliche, Führungs­kräfte und Berater im Vortragsforum „Human Resources Competence Center“ über aktuelle Trends rund um die IT-gestützte Personalarbeit infor­mie­ren und austauschen. Themen waren unter anderem Mitar­beiter- bzw. Unternehmensportale, das Outsourcing von Personal­dienst­leistungen, Weiterbildung und Datenschutz.

Banking Technology & Financial Services

Die Nachfrage nach Lösungen für multifunktionale Chipkarten hält an. Intelli­gente Anwendungen verlangen nach barrierefreien und vor allem sicheren Konzepten und Systemen für den Online-Zahlungsverkehr. Dies bein­haltet auch die digitale Signatur als Möglichkeit zur Authen­tifi­zierung des Kunden. Flankiert wird dieser Trend durch neue oder weiter­ent­wickelte Möglichkeiten zum elektronischen Bezahlen über Mobil­telefone. Weitere Themen der CeBIT 2004 waren Kredit- und Risiko­manage­ment sowie die Unterstützung und Teilautomatisierung der dahinter stehenden Prozesse.

Sicherheitsfragen bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs oder der Nutzer­authentifizierung standen auch bei der Sonderschau BANK-FINANZ-SYSTEME im Vordergrund. Daneben wurden Themen wie Out­sourcing oder der Vertrieb bankfremder Produkte und Dienstleistungen über das Filialnetz zur Optimierung der Kosten und der bestehenden Vertriebs­strukturen diskutiert. Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich ein signi­fikanter Anstieg des Besucheranteils von Entscheidern aus dem höheren Management, der zu einer hohen Zufriedenheit der beteiligten Aus­steller führte.

Security & Card Technology, Automatic Data Capture

Smart Cards ermöglichen dank tendenziell wachsender Speicher­kapazi­täten und Datenübertragungsraten mehr Funktionen und komplexere Anwen­dungen. Ein Schwerpunkt der ausgestellten Lösungen widmete sich der Integration unterschiedlicher Sicherheitsmechanismen, Ver­schlüs­selungskonzepte und Speichertechnologien. Biometrische und krypto­grafische Verfahren ermöglichen neuartige Reisepässe und Aus­weis­papiere, deren Spezifikation momentan international abschließend disku­tiert wird. Auch im Gesundheitsbereich scheint die flächendeckende Ein­führung intelligenter Kartensysteme nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Weitere Lösungen für Unternehmen und sicherheitsbewusste End­an­wender zeigen beispielsweise die Integration von USB-Speichermedien mit Smart Cards oder Fingerabdrucksensoren, um eine missbräuchliche Ver­wendung zu verhindern.

Das „CeFIS – Centrum für Informationssicherheit“ in Halle 17 zeigte auch in diesem Jahr alle Bereiche der Sicherung sensitiver Daten und der Verfüg­barkeit von IT-Ressourcen in Unternehmen und Verwaltung. Im Mittel­punkt der Sonderschau standen Komplettlösungen. So hatten sich beispiels­weise 16 Unternehmen erstmalig zusammengetan, um auf der CeBIT gemeinsam die Vision eines optimal gesicherten Rechenzentrums aufzu­zeigen, in dem unter anderem Brandschutz, Klimatechnik und Zutritts­kontrolle vernetzt ineinander greifen. Weitere Schwer­punkt­themen waren Verschlüsselung, Virtual Private Networks (VPN), der effektive Schutz durch Firewalls sowie biometrische Systeme.

Im Bereich „Automatic Data Capture“ werden gegenüber thermischen und mechanischen Einflüssen robuste mobile Datenerfassungsgeräte in Prozessorleistung und Grafikausgabe immer leistungsfähiger. Ein Schwer­punktthema ist neben der Integration weiterer Kommuni­ka­tions­standards für den Datenaustausch und der Unterstützung weiterer Betriebs­systeme die einfache Handhabung. Auch in diesem Bereich spielt die RFID-Technologie eine große Rolle. Im Vergleich zu Barcodeverfahren erfor­dern RFID-Transponder als passive elektronische Bauteile keinen Sicht­kontakt beim Auslesen der Informationen und erlauben die Speiche­rung wesentlich größerer Datenmengen, um Produkte oder zu trans­por­tie­rende Güter eindeutig zu kennzeichnen.

future parc

Mit den intelligent kombinierten Modulen „future talk“, „future market“ und „future match“ vernetzte die CeBIT im „future parc“ Visionäre aus Wissenschaft und Wirtschaft. Themen waren zum Beispiel E-Learning, intelligente Softwareagenten und Geo­infor­mationssysteme, Wissens­management, mobile Anwendungen aller Art oder Echtzeit-Simulations­systeme. Auch auf Augmented oder Virtual Reality basierende Anwen­dungen aus verschiedenen Bereichen wie Produkt­entwicklung, Medizin, Service und Wartung oder Wearable Compu­ting wurden vorgestellt. Präsentiert wurden auch Ansätze aus dem Bereich der Nanotechnologie und der Einsatz von weitgehend auto­nomen Robotern in Haushalt und Gesundheitswesen, welche in wenigen Jahren möglicherweise bereits marktreif sein werden. Themen im Diskus­sions- und Vortragsforum „future talk“ waren unter anderem die Inter­aktion von Mensch und Technik, Grid-Computing, zukünftige Multi­media­anwendungen und die Gründung von Unternehmen. Auch hier, wo es um die Verzahnung von Forschung und Unternehmertum und den Transfer von Forschungser­gebnissen in die Märkte geht, war eine Aufbruchstimmung bei den zahl­reichen Besuchern spürbar. Alleine das „future match“ mit über 500 Meetings und mehr als 1 000 Teilnehmern aus 21 Nationen zeigt spürbar, dass die Trendwende eingeleitet ist.

Public Sector Parc

Auch der „Public Sector Parc“ als anwenderorientiertes Zentrum für den öffent­lichen Sektor kann auf eine erfolgreiche Messe zurückblicken. Eines der Kernthemen mit einem völlig neuen Gewicht stellte der Gesund­heitsbereich mit Anwendungen wie der Rentenversicherung, der Gesund­heits­karte oder dem elektronischen Rezept dar. Auch „Deutschland online“, die von Bundesinnenminister Otto Schily auf der CeBIT im letzten Jahr gefor­derte Weiterentwicklung von „Bund online 2005“, wird bereits um­ge­setzt. „Deutschland online“ bietet ein strategisches Instrumentarium zur Vernet­zung von Bund, Ländern und Kommunen, um durchgängige Verwal­tungsprozesse und einen vertikalen Informationsaustausch zwischen den beteiligten Institutionen und Bürgern zu ermöglichen. Weitere Anwendungen des E-Government finden sich beispielsweise im Patent­wesen und in der Verwertung statistischer Daten. Noch in den Anfängen steckt das Thema „Mobile Government“ als Weiterentwicklung des E-Government, die Nutzung mobiler Endgeräte für die Interaktion zwischen Bürger und Verwaltung. Mit den Foren „E-Government ’04“ und „E-Business ’04“ bot der „Public Sector Parc“ auch ein umfangreiches und gut besuchtes Vortragsprogramm und präsentierte sich damit als führende Veranstaltung für den öffentlichen Sektor.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de
http://www.messe.de

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