Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ich glaub, ich steh im Film

10.03.2004


Fernsehzuschauer und Kinogänger sind zur Passivität verdammt; die Perspektiven einer Fußballübertragung oder die Kamerafahrt in einem Krimi sind vom Regisseur vorgegeben. Ein Ansatz für mehr Interaktivität besteht zum Beispiel im Wechsel zwischen mehreren festen Kameraperspektiven, wie sie ein Pay-TV-Sender für Formel-1-Rennen anbietet. Noch einen Schritt weiter wollen Forscher des Berliner Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI gehen. Ihr Ziel ist die freie Wahl des Blickwinkels in einer laufenden Sendung. Computerspiele machen es vor: Der PC-Nutzer kann innerhalb einer Szene meist frei navigieren und dabei jeden beliebigen Standpunkt und Blickwinkel zum Geschehen einnehmen. Die Szenen sind allerdings künstlich erzeugt. Virtuelle Ansichten von realen Szenen hingegen ermöglichen neue Verfahren wie Image-based Rendering in Kombination mit spezieller Aufnahmetechnik.



»Grundlage für unser 3D IMedia ist ein Multiview-System mit möglichst vielen Kameras, die rund um die Szene positioniert sind«, erklärt Dr. Aljoscha Smolic von der HHI-Abteilung Bildsignalverarbeitung. Eine Software unterscheidet in den Aufnahmen zwischen statischen und dynamischen Bereichen. Einzelne Personen oder Gegenstände, die sich bewegen, modelliert das Programm anhand der verschiedenen Kameraperspektiven dann in Echtzeit nach. Macht der Schauspieler im Film also einen Schritt, läuft sein virtuelles Alter Ego mit. Dem Modell wird schließlich - passend zum jeweiligen Blickwinkel - der laufende Film als Textur rechnerisch überlagert. Mit einem separaten Player kann sich der Zuschauer dann frei im Geschehen bewegen oder die Szene heranzoomen. »Neben dem Spielfilm könnte das System auch bei Fußballspielen oder Theateraufführungen ganz neue Perspektiven eröffnen - im wahrsten Sinne des Wortes«, hofft Smolic.



Einen besonderen Blickwinkel bietet das Rundum-Video, an dem Smolic und seine Kollegen auch arbeiten. Hierbei wird die Szene mit einer Panoramakamera aufgenommen. Mit Datenbrille oder am Monitor kann sich der Betrachter umsehen, als sei er mitten im Geschehen. »Unsere Vision ist, dass der Zuschauer vor dem Fernseher selbst zum Regisseur wird«, sagt Smolic. Doch bis dahin gibt es noch einigen Forschungsbedarf. Ein wesentlicher Punkt betrifft das berechnete virtuelle Heranzoomen: Die Bildqualität dabei muss grundsätzlich noch verbessert werden. Prototypen für Multiview- und Panorama-Video zeigen die Forscher vom 18. bis 24. März auf der CeBIT - am FraunhoferGemeinschaftsstand im Future Parc (Halle 11).

Ansprechpartner:

Dr. Aljoscha Smolic
Telefon 030 / 31002-232
Fax 030 / 39272-00
Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik,
Heinrich-Hertz-Institut, HHI
Einsteinufer 37, 10587 Berlin

Dr. Aljoscha Smolic | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/german/events/exhibitions/index_ceb04_m02

Weitere Berichte zu: Blickwinkel Kameraperspektiven Smolic

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2004:

nachricht FwD begeisterte CeBIT-Besucher
19.04.2004 | Funkwerk Dabendorf GmbH

nachricht D-Link unter die Top 50 der wichtigsten Cebit Aussteller gewählt
31.03.2004 | D-Link

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2004 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise