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UMTS-Initiative im Saarland

20.02.2004


UMTS - der neue Mobilfunkstandard der 3. Generation - bekommt Konturen: Das bundesweit erste UMTS-Demonstrations- und -Evaluationszentrum entstand am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH in Saarbrücken. Hier sind erste Anwendungen für den neuen Breitband-Service entwickelt worden, die auch auf der CeBIT im Future-Park (Halle 11) Stand E30 vorgestellt werden.


„UMTS-Doit“ ist ein Kernprojekt der Multimedia-Initiative der Deutsche Telekom AG und des saarländischen Wirtschaftsministeriums und wird in gemeinsamer Verantwortung von DFKI und T-Systems durchgeführt. Auf der von T-Mobile Deutschland bereitgestellten Infrastruktur wurden bisher bereits mehrere UMTS-Anwendungskonzepte und Prototypen erstellt und unter Alltagsbedingungen getestet. Marktbegleitend werden nun Geschäftsideen und -modelle durch den methodischen Testbetrieb geprüft und bewertet.

Ein Beispiel für neue Anwendungen ist der Allergie-Checker, entwickelt im Rahmen von „UMTS-Doit“ durch den Partner Mineway. Es zeigt, dass die Potenziale für UMTS-Anwendungen nicht nur im Komfort- und Dienstleistungsbereich, sondern auch bei Fragen der Gesundheit liegen. Der Nutzer erhält mit Hilfe des Allergie-Checkers innerhalb kürzester Zeit Zugriff auf die Volldeklaration aller Inhaltsstoffe eines Produkts. Dabei ist die Vorgehensweise denkbar einfach: Mittels Kamera-Handy wird der Barcode eines Produkts aufgenommen und als Foto an einen Server geschickt. Dort ist eine umfassende Produktdatenbank mit den Schwerpunkten ökologische Lebensmittel und Kosmetika gespeichert. Der Barcode wird analysiert, das Ergebnis mit dem hinterlegten individuellen Allergieprofil des Anwenders abgeglichen. Zurück erhält der Nutzer entweder eine Warnung vor dem enthaltenen Allergen oder die Bestätigung der Unbedenklichkeit. Die Datenbank wird ergänzt durch ein Online-Lexikon, mit dessen Hilfe der Benutzer sich über Inhaltsstoffe, Produktionsverfahren, etc. vom Handy aus informieren kann.


„Mobile Travel Guide“, ein interaktiver, elektronischer Reiseführer, ist eine weitere Anwendung, die im Rahmen von „UMTS-Doit“ entwickelt wurde. Das Projekt hat bereits in Nizza den „Prix tourism@2002“ erhalten. Der Mobile Travel Guide überzeugte die Jury der europäischen Tourismuskonferenz und setzte sich gegen starke Konkurrenten wie France Telecom und Renault durch. Unter 44 Exponaten − alles technische Neuentwicklungen im Bereich Tourismus − landete die Innovation aus dem Saarland auf dem ersten Platz.

Mit dem Aufbau und Betrieb eines offenen Demonstrations- und Evaluationszentrums am DFKI-Standort Saarbrücken verfolgt „UMTS-Doit“ drei wesentliche Ziele:

Die marktbegleitende Einführung der UMTS-Technologie, die schnelle Einführung und Vermarktung breitbandiger mobiler Dienste und die Etablierung von UMTS als Standortfaktor im Saarland.

Das Land erhält frühzeitig den Zugriff auf innovative Technologien, die Innovations- und Investitionstätigkeit wird gefördert, es entsteht eine Sogwirkung auf andere Unternehmen und der Standort wird insgesamt gefördert.

Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Leiter des DFKI, sieht in dem Vorhaben vor allem eins: „Nachdem wir uns in der Forschung zu mobilen Internet-Diensten eine internationale Führungsposition erarbeitet haben, wollen wir mit Doit diesen Wissensvorsprung der Wirtschaft und den Anwendern verfügbar machen.“

Prof. Dr. Wolfgang Wahlster wurde als erster Informatiker mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet. Ferner ist er einziger Deutscher in der Royal Swedish Academy of Sciences. Die Wahl in die Schwedische Akademie der Wissenschaften erfolgte auf Lebenszeit. Prof. Dr. Wahlster entscheidet in der Kategorie „Engineering Sciences“ darüber mit, wer mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird.

Ein weiteres Kernprojekt der Multimedia-Initiative der Deutsche Telekom AG und des saarländischen Wirtschaftsministeriums ist das Projekt „Saarland Unwired“, das als Ergänzung zum Projekt „UMTS-Doit“ vom DFKI unter Mitwirkung regionaler Partner durchgeführt wird. Die technische Basis des Projekts sind WLAN- und Bluetooth-Technologien und deren Verzahnung mit UMTS. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer wirtschaftlich und wissenschaftlich nutzbaren Plattform mobiler Breitbandnetze, die auch regionalen Unternehmern und privaten Anwendern zur Verfügung steht. Im Rahmen des Projekts sollen Verfahren zur Konvergenz drahtloser Breitbandnetze sowie verschiedene Lokalisierungstechnologien untersucht und erprobt werden.

Kontakt:

DFKI GmbH
Reinhard Karger
Stuhlsatzenhausweg 3
66123 Saarbrücken
Tel.: (0681) 302 5253
Fax: (0681) 302 5341
E-Mail: info@dfki.de

Reinhard Karger | Staatskanzlei des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de
http://www.cebit.de

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