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"Ver-rückte" Technologie

19.02.2004


Innovative AR-Systeme ermöglichen nahtlose Integration virtueller Gegenstände in reale Umgebungen und steigern Produktivität in der Produktentwicklung.



"Passt mein Kleiderschrank ins Zimmer" - Diese Frage können sich Konsumenten in Zukunft schon vor dem Geldausgeben beantworten. Denn das innovative System ARIS (Augmented Reality Image Synthesis) bietet ein virtuelles dreidimensionales Szenario, das den Einzelnen beim Kauf von Wohnungseinrichtungen entscheidend unterstützten kann. Aus dem Foto der realen Wohnumgebung wird eine authentische 3D-Umgebung erzeugt, die das virtuelle Einstellen von Möbeln per Internet ermöglicht. Das System rekonstruiert aus dem digitalisierten Bildmaterial eine dreidimensionale Szene mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen. Dadurch lassen sich die ausgesuchten Möbel realistisch platzieren, jederzeit hin und her rücken und von allen Seiten betrachten. Der Standort spielt keine Rolle. Ein Kleiderschrank kann problemlos auch hinter einem anderen Gegenstand wie etwa dem Bett "aufgebaut" werden.

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Die innovative e-Business-Lösung entwickeln Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt. Hauptziel ist, virtuelle Objekte, wie etwa Möbelstücke, nahtlos in eine Augmented-Reality-Umgebung zu integrieren. Von großer Bedeutung ist dabei die realistisch wirkende Beleuchtungssituation. "Wenn beispielsweise die Schatten der virtuellen Möbel nicht vorhanden sind, scheinen diese im Raum zu schweben. Erst die richtige Beleuchtung der Objekte und die exakte Zuordnung der Schatten lassen einen realistischen Eindruck entstehen," betont Projektleiter Dr. Didier Stricker vom Fraunhofer IGD.

Das virtuelle Möbelrücken wurde bereits in einer Demoversion umgesetzt. Die gescannten Fotos der betreffenden Räumlichkeiten werden dabei an einen Webserver gesendet. Das System erstellt automatisch einen dreidimensionalen Raum und berechnet die Lichtverhältnisse. Per Mouseklick können dann die verschiedenen Möbelstücke eingesetzt werden. Bereits in zwei Jahren könnte ARIS in die Praxis umgesetzt werden", so der AR-Experte Stricker weiter. Zusammen mit IKEA Griechenland (House Market) wird das System getestet.

Kontakt:
Dr. Didier Stricker
Fraunhofer IGD, Darmstadt
E-Mail:didier.stricker@igd.fraunhofer.de

SketchAR - Kollaboratives 3D-Modelling und Design

Mit der Technologie der Erweiterten Realität lassen sich viele weitere Anwendungen realisieren. So eröffnet das Verschmelzen von virtuellen mit realen Modellen auch für die schnellere Produktentwicklung neue Möglichkeiten. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverabeitung IGD haben hierfür ein geeignetes System entwickelt. Mit SketchAR können Designer spielend einfach Freiformflächen skizzieren. Auf diese Weise lassen sich physikalische Prototypen mit computergenerierten Informationen anreichern.

Das Ziel ist es, Stylisten mit dem Computer-Added-Styling-System (CAS) in die Lage zu versetzen sehr schnell und zu einem sehr frühen Zeitpunkt in der Produktentwicklung bereits dreidimensionale Modelle skizzieren zu können. Das vereinfacht zum Beispiel die sogenannte Design-Review-Session für ein neues Auto-Modell. Mit Hilfe von SketchAR lässt sich das Modell leicht und jederzeit bearbeiten. Die Änderung werden virtuell eingeblendet. Bereits während der Besprechung können Designer und Ingenieure beispielsweise Anregungen und Verbesserungsvorschläge diskutieren, ausprobieren und umsetzen. Soll beispielsweise die Farbe oder Ausstattung des PKW’s verändert werden, sehen die Experten sofort, wie sich die Modifikationen auswirken. Dabei nehmen die Teilnehmer über eine Stereo-Sichtbrille das reale Modell und gleichzeitig die virtuelle Überlagerung wahr. Das spart zum einen Zeit, zum anderen erhebliche Kosten, da nur noch wenige der teuren Prototypen produziert werden müssen.

Kontakt:
Dr. André Stork
Fraunhofer IGD, Darmstadt
E-Mail:andre.stork@igd.fraunhofer.de

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.cebit2004.fraunhofer.de

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