Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software mit Pfiff

19.02.2004


Egal ob Auto, Herd oder Kühlschrank - es gibt heute kaum ein Gerät, das ohne Software auskommt. Damit das Zusammenspiel von Hard- und Software reibungslos funktioniert, setzen Forscher am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE auf MARMOT. Die komponentenbasierte Software-Entwicklung aus dem Baukasten ist auf der CeBIT in Hannover am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand A24 in Halle 11 zu sehen.


Rasenmähroboter aus Lego Mindstorms auf der CeBIT 2003; © Fraunhofer



Software im Auto? Moderne Fahrzeuge kommen ohne nicht mehr aus: Motor, Getriebe oder Bremsen werden bei neueren Fahrzeugmodellen komplett elektronisch gesteuert. Für die Hard- und Software-Entwickler ist das eine enorme Herausforderung. Schließlich hängt die Sicherheit der Fahrzeuginsassen vom reibungslosen Zusammenspiel der beiden Komponenten ab. "Bisher gab es für jedes Bauteil eine individuelle Lösung. Für jede zentrale Steuerungseinheit wurde eine eigene Elektronik plus Hardware entwickelt", weiß Christian Bunse, Abteilungsleiter Komponentenbasiertes Software Engineering am IESE in Kaiserslautern. "Doch das führt langfristig zu Problemen. Die Techniker entwickeln die Bremsen weiter und verbessern Details. Die Software funktioniert nicht mehr richtig, sie muss erst an die neue Hardware angepasst werden. Das ist auf die Dauer teuer, der Entwicklungsaufwand für jede neue Produktversionen ist enorm. Dazu kommt, dass die systematische Qualitätssicherung leidet." Das soll sich nun ändern. IESE-Wissenschaftler setzen künftig auf eine komponentenbasierte Lösung. So lassen sich Software-Bausteine kostengünstig mit Standard-Hardware verbinden.



Die Software-Experten nennen ihre neue Methode MARMOT Method for Component-Based Real-Time Object-Oriented Development and Testing. "Damit lassen sich Systeme schnell, qualitativ hochwertig und kosteneffizient aus bereits existierenden Komponenten zusammenbauen", beschreibt Bunse einen Vorteil der Baukastenlösung. "Dadurch können wir komplexe eingebettete System effizienter machen und schnell an neue Anforderungen anpassen. Außerdem lassen sich Softwarelösungen Dritter verwenden - man spart teure Entwicklungskosten."

Die MARMOT-Methode basiert auf KobrA, einem ebenfalls am IESE entwickelten Tool für eingebettete Software. "Im vergangenen Jahr haben wir auf der CeBIT in Hannover einen auf KobrA basierenden Rasenmähroboter aus Lego Mindstorms vorgestellt, der je nach Anforderung schnell in verschiedene Varianten umgebaut werden kann", erklärt Bunse. Inzwischen haben die IESE-Forscher die MARMOT-Methode an einem ferngesteuerten Gabelstapler - einem Modellfahrzeug im Maßstab 1:16 - getestet. Dazu wurde eine Modelllandschaft aufgebaut. Der Gabelstapler muss sich durch Wege und Plätze, angedeutet durch eingezogene Wände, manövrieren. Er hat Entfernungssensoren an Bord und steht in ständigem Funkkontakt zu einem PC. Hier ist eine Kamera angeschlossen, die die Szene frontal von oben. beobachtet. Der Gabelstapler muss neben dem Verladen weitere Teilaufgaben lösen. Er erkennt in seinem direkten Umfeld Hindernisse und vermeidet Kollisionen, indem er rechtzeitig ausweicht oder stoppt. Das System erkennt die Positionen von Gabelstapler, Paletten und Anhänger im Spielfeld ebenso wie die Spielfeldbegrenzungen und Wände. Außerdem müssen die Routen geplant, das Fahren, die Lade- und Entladeaktionen koordiniert werden. Mit den bisherigen Ergebnissen ist Bunse äußerst zufrieden. Neue Produktlinien für Maschinenbau, Konsumgüterindustrie oder Verkehrstechnik lassen sich leichter realisieren.

Auf der CeBIT stellen die IESE-Forscher den MARMOT-Ansatz an einem Lego-Roboter vor: "Wir zeigen dabei, wie gut sich die MARMOT-Methode zur Qualitätssicherung eignet. Die Software überprüft sich selbst und zeigt an, wenn Fehler auftreten oder sie mit der Hardware nicht richtig zusammenarbeiten kann. Für viele Bereiche eröffnen sich damit völlig neue Perspektiven: Kühlschrank oder Auto könnten künftig fehlerhafte Teile sofort melden", beschreibt Bunse die Vorteile.

Ansprechpartner:

Dr. Christian Bunse
Christian.Bunse@iese.fraunhofer.de
Telefon: 06301 / 707-222, Fax: -2 00
Fraunhofer-Institut für
Experimentelles Software
Engineering IESE
Technologiepark II
Sauerwiesen 6
67661 Kaiserslautern

Isolde Rötzer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/german/press/index.html

Weitere Berichte zu: Gabelstapler Hardware MARMOT-Methode

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2004:

nachricht FwD begeisterte CeBIT-Besucher
19.04.2004 | Funkwerk Dabendorf GmbH

nachricht D-Link unter die Top 50 der wichtigsten Cebit Aussteller gewählt
31.03.2004 | D-Link

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2004 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie