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CeBIT 2004: Dual Use als Schlagwort der Zukunft

13.01.2004


Computer auf dem Weg vom Büro ins Privatleben - "beruflich" und "privat" sind keine Kriterien mehr - Vom biederen Rechenknecht zur Simulationsmaschine



Das Angebot der Informations- und Telekommunikationstechnik orien­tiert sich heute immer weniger an den Kriterien „beruflich“ und „privat“, vor allem im Hardware-Bereich. Ein Laptop, Handy, PDA oder Palm bei­spielsweise wird sowohl im Office als auch im Urlaub, auf Reisen oder im Wohnzimmer eingesetzt. Dieser Doppelnutzen (Dual Use) beschreibt einen Trend, der auch auf der Leitmesse der ITK-Branche, der CeBIT 2004, vom 18. bis 24. März klar zu erkennen ist.

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Erinnern Sie sich an die Werbekampagne für Weißblech? Da sah man Nägel und ganze Autos – und dazu den Spruch „Ich war eine Dose“. PC & Co. können das auch von sich behaupten – nannte man die Geräte doch früher liebevoll ebenfalls DOSen. Hintergrund war das damals haupt­säch­lich eingesetzte Betriebssystem MS-DOS. Und ebenso wie Weißbleche haben auch Computer ein zweites Leben vor sich. Die ITK-Technologien und -Entwicklungen fanden im Lauf der Jahre einen neuen Wirkungskreis: Vom Büro kamen sie immer mehr in den normalen Alltag. Das Schlagwort Dual Use entstand – der Gebrauch von Geräten sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld.

Dabei gab es die unterschiedlichsten Wege: Spielekonsolen zum Beispiel waren früher vor allem für das Kinderzimmer gedacht. Doch der Trend zu PC-Spielen sorgte dafür, dass der ursprünglich rein beruflich eingesetzte PC immer stärker aufgerüstet wurde. Grafikkarten, Soundkarten, immer schnel­lere Prozessoren und Zusatz-Spezial-Chips machten aus dem bie­de­ren Rechenknecht und der Schreibmaschine mit eingebautem Speicher eine Simulationsmaschine. Und während dies anfangs von den „Büro-Men­schen“ als unsinnige Spielerei abgetan wurde, ist heute klar: Die Im­pulse gerade aus diesem Bereich sorgten dafür, dass wir jetzt den Begriff Multi­media im Zusammenhang mit PCs kennen und wie selbst­ver­ständ­lich multimediale Präsentationen in Meetings und Konferenzen abhalten kön­nen – mit Videos, Ton und animierten Grafiken. Immer ausgefeiltere gra­fische Benutzeroberflächen mit indi­vi­duell gestaltbaren Optiken und ani­mierten Elementen wären ohne diese Entwicklungen sicher deutlich lang­samer auf den Markt ge­kom­men. Und bis heute sind die Gamer die­jenigen, die mit als erste auf neue Hardware mit noch schnelleren Chips umsteigen. So wundert es auch nicht, wenn auf der CeBIT im schicken Designkleid in Wirklichkeit ein hochgerüsteter PC steht, für den der Name „Spielekonsole“ wohl etwas un­tertrieben ist. Kann man mit dem Gerät doch weit mehr machen: online gehen, DVDs ansehen und zu­künf­tig auch digital Videos auf­neh­men.

Ähnliche Wege gehen die mittlerweile stark verbreiteten Organizer, die elek­tronischen Notizbücher. Die Geräte dienten ursprünglich dazu, Ter­mine aus dem Computer „tragbar“ zu machen. Und zwar als Ersatz für die damals noch gebräuchlichen Time-Systems-Spezial-Ausdrucke, welche man in die ledergebundene gleichnamige – aber eben papierene – Orga­nisa­tions-Kladde steckte. Die ersten elektronischen Geräte hatten noch Tas­taturen, weil man sehr oft auch dort größere Datenmengen eingab. Je mehr sich der PC im Büro auch als Terminplaner durchsetzte, umso mehr konnte auf Tastaturen verzichtet werden: Die Termine wurden größ­ten­teils im Büro vereinbart und am PC eingegeben. Der Organizer wurde zu einem „Reminder“, maximal für das Eingeben spontaner Termine geeignet, die mit Hilfe von Stift und Handschriftenerkennung einge­tra­gen wurden.

Und die Entwicklung in diesem Bereich geht weiter: Verbesserte Schrift­- und Spracherkennung kommen dazu. Im Lauf der letzten zwei Jahre wurden die Organizer auch im Privatleben zunehmend wichtiger. Nicht nur wegen der „aktiven“ Geburtstagserinnerung, sondern auch auf­grund der immer umfangreicher werdenden anderen Funktionen: Als MP3-Player können die Geräte den Walkman ersetzen; im Auto in eine Halterung eingelegt, werden sie zum Navigationsgerät; und in Zukunft kommt das Thema „Video zum Mitnehmen“ hinzu. Alles (nur) eine Frage von Speicherausstattungen und Komprimierungsverfahren – Techno­lo­gien, die auf der CeBIT 2004 eine große Rolle spielen werden.

Mittlerweile gibt es sogar Organizer, die Stimmungen des Benut­zers er­ken­nen und entsprechend reagieren. Die Orga­nizer der Zukunft können aber auch auf Termine reagieren. Eine Verabredung in einem Restau­rant in der Kölner Innenstadt? Kein Problem: Durch die Kombi­na­tion mit den Funk­tionen eines Mobiltelefons ist ein solches Gerät in der Lage, den Tisch zu reservieren, es weiß, welchen Platz Sie am liebsten mögen, und küm­mert sich bei der Anfahrt darum, dass Sie gleich das nächst­gelegene freie Parkhaus ansteuern. Telematik und Mobilfunknetz machen es mög­lich. Denn das Mobiltelefon – ähnlich wie schon die ein­gangs erwähnte Spiele­konsole – wird im Lauf der Zeit einfach ein inte­graler Bestandteil ande­rer Geräte sein. Und auch das Dual Use spielt hier eine Rolle: Denn je nach­dem, ob die Restaurantverabredung privat oder geschäftlich ist, be­stellt der intelligente Organizer auch gern die Lieb­lings­zigarren des Ge­schäfts­freundes oder die Lieblingsblumen der zu tref­fen­den Dame als Tisch­dekoration.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de
http://www.messe.de

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