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Kleine Tintenfische müssen sich, um sich aus ihrem Ei zu befreien, auf eine chemische Substanz verlassen. Eine Drüse, die nur zu diesem Zweck gebildet wird und zwei Tage nach dem Schlüpfen wieder verschwindet, stellt eine chemische Substanz her, die das Verlassen des Eies möglich macht.
Nun sind Wissenschaftler der Universität Wien auf der Suche nach weiteren Erkenntnissen dieses Phänomens. Sie hoffen, daraus Rückschlüsse über die Evolution von Drüsenstrukturen bei Tieren zu bekommen. Auch für die Humanmedizin könnte diese Drüse eine Bedeutung haben, denn der genetische Hintergrund der Zellrückbildung könnte für das bessere Verständnis des programmierten Zelltods beitragen.
"Unser Ziel ist es, die Struktur dieser Drüsen und insbesondere die Zusammensetzung ihres Sekrets genau zu analysieren", so der Leiter der Arbeitsgruppe, Janek von Byern, gegenüber pressetext. Es sei unklar, ob dieses Sekret, das Eihüllen mit mehreren Lagen durchbrechen muss, basisch oder sauer ist. Fest steht, dass die innerste der aus 20 bis 30 Lagen bestehenden Eischale chemisch durchbrochen werden muss, damit das Tier aus dem Ei kommt.
“Unbekannt ist auch, welche genetischen Abläufe für die Bildung und Rückbildung dieser Drüse verantwortlich sind", erklärt der Biologe. Für ihre Studien greifen die Wissenschaftler auf verschiedene Kopffüsser zurück: auf die im Mittelmeer lebende Sepia und Oktopus sowie dem Loligo aus den Gewässern des Südatlantik. “Neu für uns war, dass bei jeder Tierart diese Drüse unterschiedlich aufgebaut ist", erklärt der Biologe. Auch der Vergleich mit Fischen, die zum Teil ähnliche Substanzen bilden, sei genau zu untersuchen.
"Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass sich diese Drüse ein bis zwei Tage nach der Geburt der Tiere automatisch zurückbildet." Die Forscher wollen nun wissen, wie das genetische Programm der Selbstreduktion dieses Drüsenapparats vor sich geht. "Uns interessiert, wie der programmierte Zelltod dieser Drüse abläuft und vor allem welche Gene dabei eine Rolle spielen."
Zudem sei es auch bemerkenswert, wie die Tiere dies überleben können. Anhand des einfachen Tiermodells - wie jenem der Tintenfische und durch Vergleiche mit Wirbeltieren - hoffen die Biologen, Einblick in die Evolution von Drüsenstrukturen zu bekommen. "Damit können wir im weiteren Verlauf unserer Forschung komplexere Systeme bei Wirbeltieren oder beim Menschen besser verstehen und einen wichtigen Beitrag für die Krebsforschung liefern", meint der Forscher abschließend gegenüber pressetext.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.univie.ac.at
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