Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Wiederangesiedelte Orang-Utan-Mütter sind jünger und bekommen häufiger Nachwuchs

09.12.2011
Wiederangesiedelte Orang-Utan-Weibchen bekommen früher Nachwuchs als wilde Artgenossen. Auch sind die Reproduktionsintervalle kürzer als in Wildpopulationen. Beides könnte auf die höhere Energiezufuhr aufgrund von Zufütterung der Tiere zurückzuführen sein. Allerdings ist auch die Nachwuchssterblichkeit deutlich höher.

Anzeige


138 Orang -Utans wurden bislang (2003-2011) in Bukit Tigapuluh in Zentralsumatra wiederangesiedelt und zahlreiche Jungtiere kamen im Auswilderungsgebiet mittlerweile zur Welt.
Foto: Peter Pratje, ZGF

Orang-Utans sind hochgradig bedroht, denn auf den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra schrumpft der Lebensraum der rothaarigen Menschenaffen rasant. Für beide Arten versucht man daher mithilfe von Wiederansiedlungsprojekten zu retten was zu retten ist. Das heißt, Orang-Utans die beispielsweise aus illegaler Privathaltung beschlagnahmt wurden, werden in aufwändigen Programmen in speziell dafür ausgesuchten Wäldern wieder angesiedelt.

Der Japaner Noko Kuze und Kollegen haben Daten aus sieben solcher Auswilderungsgebiete auf Sumatra und Borneo untersucht, um zu sehen, ob der Reproduktionserfolg der wiederangesiedelten Orang-Utan-Weibchen mit dem vergleichbar ist, was man von wilden Artgenossen oder von Zootieren kennt.

Wie die Wissenschaftler jetzt in einer in der Fachzeitschrift Primates veröffentlichten Studie zeigten, bekommen wiederangesiedelte Orang-Utan-Weibchen früher Nachwuchs als wilde Artgenossen. Auch sind die Reproduktionsintervalle kürzer als in Wildpopulationen. Beides könnte auf die höhere Energiezufuhr aufgrund von Zufütterung der Tiere zurückzuführen sein. Allerdings ist auch die Nachwuchssterblichkeit deutlich höher. Dies führen die Wissenschafter auf die Unerfahrenheit der jungen Mütter zurück, die in der Regel selbst in Menschenhand aufgewachsen waren. Auch könnte die Übertragung von Krankheiten bei den wiederangesiedelten Tieren häufiger sein.

Mitautor Dr. Peter Pratje leitet ein solches Wiederansiedlungsprogramm der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt in Bukit Tigapuluh auf Sumatra. Dem Naturschutzpraktiker liefern die Ergebnisse de Studie wertvolle Hinweise für die Auswahl der Orte, an denen die Tiere ausgewildert werden sowie für das Management der Wiederansiedlung. „Wir müssen beispielsweise über Möglichkeiten der Empfängnisverhütung bei jungen Weibchen nachdenken, die wir auswildern, denn wir wissen von im Zoo geborenen Orang-Utans, dass es bei sehr jungen Müttern häufig zu Komplikationen nach der ersten Geburt kommt“, sagt Pratje.
In der täglichen Praxis der Auswilderungsstation stellt die hohe Nachwuchssterblichkeit bei auswilderten Orang-Utans eine Herausforderung dar. Eine strikte Einhaltung von Hygienevorschriften bei Personal und Besuchern ist daher extrem wichtiger.

Originalpublikation:

Noko Kuze, David Dellatore, Graham L. Banes, Peter Pratje, Tomoyuki Tajima, Anne E. Russon
Factors affecting reproduction in rehabilitant female orangutans: young age at first birth and short inter-birth interval.
Primates, DOI: 10.1007/s10329-011-0285-z

Online verfügbar unter http://www.springerlink.com/content/el51764477433573/

Dagmar Andres-Brümmer | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.orangutan-lifeboat.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | University of Michigan

nachricht Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Institut für Photonische Technologien

Alle Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp