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Aufgrund seines vielseitig verwendbaren, gesunden Öls und der perfekten Eignung für den Anbau in Mitteleuropa ist der Raps seit einigen Jahrzehnten die wichtigste Ölpflanze Deutschlands. Dennoch ist die Züchtung neuer Rapssorten, die mit veränderten Umweltbedingungen zurechtkommen und trotzdem noch höhere Erträge liefern, eine andauernde Herausforderung.
Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) um Privatdozent Dr. Rod Snowdon vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung I sind an zwei neuen Forschungskonsortien beteiligt, deren Ziel es ist, die Widerstandskraft beziehungsweise den Ertrag von Raps zu verbessern.
Die Projekte starten im Herbst 2011 und werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt über 5 Millionen Euro gefördert, weitere Drittmittel stammen von Rapszuchtunternehmen. An die JLU fließen für beide Projekte zusammen rund 700.000 Euro vom BMBF. „Die Förderung dieser beiden großen Verbundprojekte unterstreicht die weltweite Spitzenstellung der deutschen Rapsforschung und -züchtung und sichert diese auch langfristig“, so Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.
Ziel des internationalen Vorhabens „CONVIGOUR“ ist die Entwicklung neuer Verfahren zur effizienten Züchtung von Sorten mit optimalem Feldaufgang und einer damit verbundenen verbesserten Ertragsstabilität auch unter suboptimalen Konditionen. Beteiligt sind vier Rapszuchtunternehmen sowie sieben wissenschaftliche Einrichtungen aus Deutschland, Frankreich und Kanada. Das Projekt wird im Rahmen des europäisch-kanadischen Forschungsprogramms „Knowledge-based Bioeconomy“ für drei Jahre gefördert. Die Forscher werden bei ihrer Arbeit neue Hochdurchsatztechnologien zur chemischen und visuellen Analytik sowie zur Genomanalyse für eine detaillierte Untersuchung der Triebkraft in genetisch unterschiedlichen Rapssorten einsetzen.
Das Projekt „Pre-Breed Yield“ vereint sieben wissenschaftliche Institutionen, bei denen verschiedene Bereiche der Pflanzenforschung vertreten sind, mit sieben führenden deutschen Rapszuchtunternehmen. Ehrgeiziges Ziel des ebenfalls für drei Jahre geförderten Vorhabens ist die Erstellung und detaillierte Charakterisierung von umfangreichen neuen Rapspopulationen. Diese sollen über die nächsten Jahrzehnte als Grundlage für neue Züchtungen mit erhöhtem Ertrag auch bei Trockenstress oder reduzierter Düngung dienen. Im Mittelpunkt steht die Erfassung und Entschlüsselung der Genomsequenzen, an denen auch die Gießener Wissenschaftler mitwirken werden. Ziel ist, die Züchtung künftig zu beschleunigen, indem die aussichtsreichsten neuen Züchtungskombinationen ausgewählt werden – unter anderem auf Basis der Informationen über deren Genzusammensetzung.
Kontakt: PD Dr. Rod Snowdon
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung I, IFZ
Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-37423
Charlotte Brückner-Ihl | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-giessen.de
www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb09/institute/plantbreeding/ipz/einrichtungen/ifz
Weitere Berichte zu: Bildung und Forschung > BMBF > Pflanzenbau > Pflanzenzüchtung > Raps > Rapsforschung > Rapssorten > Rapszuchtunternehmen > Züchtung
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Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
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