Anzeige
Die chemische Verbindung tritt unter anderem in zwei Modifikationen auf, als Kalzit oder als Aragonit. Lange war fraglich, wie in Organismen die Entscheidung für eine Variante gefällt wird, wenn beide sekretiert werden können.
Ein Forscherteam um den LMU-Geobiologen und Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung Dr. Azizur Rahman konnte nun in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der japanischen Ryukyus-Universität zeigen, dass das Protein ECMP-67 in der Weichkoralle Lobophytum crassum der allein entscheidende Faktor für die Produktion von Kalzit ist, und zwar unabhängig von den chemischen Verhältnissen im umgebenden Meereswasser.
„Wohl abhängig vom Gehalt an Magnesium- und Calcium-Ionen im Wasser gab es im Lauf der Erdgeschichte abwechselnd Kalzit- und Aragonit-Meere“, sagt Ko-Autor Professor Gert Wörheide. Heutzutage wird die Bildung von Aragonit im Meerwasser begünstigt, und viele Steinkorallen bilden ihre Skelette ausschließlich aus diesem Material. Dank ECMP-67 aber kann Lobophytum crassum auch im Aragonit-Meer das bevorzugte Kalzit produzieren.
„Wir konnten sogar auf molekularer Ebene zeigen, wie das außerzelluläre Protein ECMP-67 zur Kalzit-Produktion beiträgt“, sagt Rahman. „Diese Erkenntnisse erlauben nun, die Kristallstruktur von Kalzit in der Natur zu entschlüsseln.“ Die Studie wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung, Deutschland, gefördert sowie von der Japan Society for the Promotion of Sciences. (suwe)
Publikation:
„Calcite formation in soft coral sclerites is determined by a single reactive extracellular protein";
Azizur Rahman, Tamotsu Oomori and Gert Wörheide;
Journal of Biological Chemistry 286: 31638-31649, 2. September 2011;
Doi 10.1074/jbc.M109.070185
Ansprechpartner:
Dr. Azizur Rahman
Department für Erd- und Umweltwissenschaften,
Paläontologie und Geobiologie der LMU
Tel.: 089 / 2180 – 6711
E-Mail: a.rahman@lrz.uni-muenchen.de
Luise Dirscherl | Quelle: Uni München
Weitere Informationen: www.palmuc.de
www.uni-muenchen.de/
Weitere Berichte zu: Aragonit > Aragonit-Meer > Azizur > Humboldt-Stiftung > Kalzit > Kalzit-Skelett > Lobophytum > Protein > Weichkorallen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | University of Michigan
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Institut für Photonische Technologien
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten