Anzeige
Herzversagen ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit - betroffen sind vor allem Diabetiker und fettleibige Menschen. Das Herz muss bei übergewichtigen Menschen mehr arbeiten, um das Blut in den Kreislauf zu pumpen.
Der Blutdruck steigt. Das Herz selbst vergrössert sich, indem die Herz-Muskelzellen an Masse zunehmen. Damit das Herz wachsen kann, muss die Energie- und Sauerstoffversorgung ebenfalls zunehmen. Bis aber genügend Blutgefässe gewachsen sind, die das Gewebe versorgen, leiden Herz-Muskelzellen unter Sauerstoffmangel.
Dies ist der kritische Moment, in dem die Zellen ihren Stoffwechsel umstellen. Ein gesundes Herz verbrennt vor allem Fett. Die krankhaft vergrösserte Herz-Muskelzellen verbrennen hingegen Zucker in Form von Glucose, weil diese Energieform unter Sauerstoffmangel rasch Energie liefern kann. Verantwortlich für diese Umstellung auf die Zuckerverbrennung ist das Protein HIF1-alpha. Dies zeigt eine Forschungsarbeit von Jaya Krishnan aus der Gruppe von Wilhelm Krek, Professor für Zellbiologie der ETH Zürich, die soeben in der Fachzeitschrift "Cell Metabolism" publiziert wurde.
Zellen verfetten und sterben ab
Doch HIF1-alpha führt nicht nur zu verändertem Stoffwechsel, es aktiviert auch andere Gene. Eines der von HIF1-alpha regulierten Gene heisst PPARgamma. Es sorgt, zusammen mit HIF1-alpha, dafür, dass die Herzzellen Zucker in Fett umwandeln und dieses einlagern. Als Folge davon verfetten die Zellen und sterben ab. Die Herzmuskelkontraktion ist gestört, was zu tödlichem Herzversagen führen kann. Mit HIF1-alpha haben die Forscher ein Protein identifiziert, dessen Wirkung aber nicht nur im Zusammenhang mit Herzversagen bedeutend ist. Das Protein ist wohl der wichtigste Auslöser, der Zellen dazu veranlasst, Glucose in Fett umzubauen.
Gesundes Herz trotz hohem Blutdruck
Die Forscher um Krek entdeckten Erstaunliches: Mäuse, denen das entsprechende Gen fehlt und bei denen das Protein HIF1-alpha deshalb unwirksam ist, leiden nicht an Herzkrankheiten. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Mäuse erhöhten Blutdruck haben. Ihre Herzen werden unter diesen Krankheitsbedingungen auch nicht grösser im Unterschied zu Herzen von normalen Mäusen. Sie verbrennen Fett statt Zucker und ihre Herzfunktion ist vergleichbar mit dem eines gesunden Herzens.
Gleichzeitig konnte das Forschungsteam ein Phänomen erklären, dass vor allem für Diabetiker entscheidend ist: Diabetiker erhalten teilweise PPARgamma-fördernde Medikamente, damit Muskeln und andere Organe auf das Insulin besser ansprechen. In klinischen Studien wurde festgestellt, dass diese Patienten ein höheres Risiko haben an Herzversagen zu sterben. Mit ihrer Arbeit legen Krishnan und Krek erstmals dar, warum diese Medikamente riskant sein könnten.
Traumpille in ferner Zukunft
Um Herzversagen zu bekämpfen, müsste man einen Stoff finden, der sich an das Protein HIF1-alpha bindet, um es zu blockieren. Weil das Protein aber keine enzymatische Aktivität aufweist, dürfte es schwer werden, für HIF1-alpha einen passenden Gegenspieler ausfindig zu machen. Dennoch laufen derzeit Bemühungen, ein entsprechendes Molekül zu entwickeln. An einen raschen Erfolg mag Wilhelm Krek nicht glauben. Dennoch ist er überzeugt, dass mit einem wirksamen Gegenmittel dem Zivilisationsleiden Herzversagen der Schrecken genommen werden könnte.
ETH Zürich
Prof. Wilhelm Krek
Institut für Zellbiologie
Tel +41 44 633 34 47
wilhelm.krek@cell.biol.ethz.ch
Roman Klingler | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ethz.ch
Weitere Berichte zu: Blutdruck > Diabetiker > ETH > Glucose > Herz-Muskelzellen > Herzversagen > Herzzelle > HIF1-alpha > Molekül > Mäuse > Protein > Sauerstoffmangel > Stoffwechsel > Verfettung > Zellbiologie > Zucker
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | University of Michigan
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Institut für Photonische Technologien
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten