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Neueste Forschungsergebnisse publiziert er nun in einem Fachartikel, der am Mittwoch, 2. Juni, in der renommierten Fachzeitung Royal Society Journal Biology Letters veröffentlicht wird. In seinem Beitrag geht es darum, wie die Sauropoden mit ihren bis über zehn Meter langen Hälsen Nahrung gesucht haben.
Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder die Pflanzenfresser suchten ihre Nahrung eher in der Waagerechten oder sie reckten die Hälse und suchten nach Nahrung in der Senkrechten. Seit Jahrzehnten wird diese Frage in der Fachwelt diskutiert, In der Vergangenheit sei die letztere Variante angezweifelt worden, erläutert Andreas Christian. Die Argumentation: Ein in die Höhe gestreckter Hals, führt zu einem erheblichen Blutdruck, der Körper der Dinosaurier muss viel Energie aufwenden, um mit diesem Blutdruck fertig zu werden. Und zwar so viel Energie, dass sich das Fressen in der Höhe nicht mehr lohnt. Dem widerspricht nun Prof. Dr. Andreas Christian in seinem Artikel.
Seine physiologischen Modellrechungen zeigen, dass sich das Fressen in der Höhe durchaus für die Sauropoden rechnete, wenn die Nahrung spärlich verteilt ist. Dazu verglich er den Energieaufwand für das Fressen in großer Höhe mit den Energiekosten für das Gehen über bestimmte Distanzen. Es zeigt sich, dass einige Minuten Fressen in großer Höhe energiegünstiger waren, als eine Strecke von mehreren Körperlängen zu laufen. Mit anderen Worten: Wenn die Nahrung aus weit verteilten Bäumen bestand, war es vorteilhafter einen Baum bis in die erreichbare Höhe abzuweiden, als zum nächsten Baum zu laufen. Zuvor waren solche Modellrechnungen noch nicht durchgeführt worden. Sie werfen ein neues Licht die Bedingungen unter denen die extrem lange Hälse der Sauropoden entstanden sein könnten. Damit sind die Ergebnisse für das Verständnis der Ökologie sowie der Evolution dieser gigantischen Tiere von erheblicher Bedeutung. Schon frühere biomechanische Berechnungen des Biologen zeigten, dass die Sauropoden auch in der Lage waren, ihren Hals nach oben zu strecken, das Knochengerüst und die Mechanik dahinter ließen dies durchaus zu.
Andreas Christian faszinieren die größten Landtiere, die die Welt gesehen hat, seit Jahren. Ansporn für seine Arbeit ist die Frage, wie diese Giganten sich bewegten, wie ihre Biomechanik funktionierte. Seine Modellrechungen können auch Hinweise darauf geben, wie die Umwelt, die Verteilung der Vegetation, in der Welt Sauropoden ausgesehen hat. Prof. Dr. Andreas Christian ist Mitglied einer Forschergruppe um Prof. Dr. Martin Sander, die Gruppe arbeitet seit sechs Jahren an der Erforschung der Sauropoden.
Prof. Dr. Andreas Christian ist Biologie und Didaktiker an der Universität Flensburg und Vorstandsmitglied der Phänomenta Flensburg, einem Science Center in Schleswig-Holstein mit 170 Eperimenten aus Naturwissenschaft und Technik. Einige Forschungsergebnisse zu den Dinosaurien werden ab Ende Juni in der Phänomenta in einer Sonderausstellung erlebbar sein. An 12 interaktiven Stationen können Besucherinnen und Besucher der Phänomenta die Physik der Dinosaurier kennen lernen..
Kontakt: Prof. Dr. Andreas Christian, Universität Flensburg, Email: christian@uni-flensburg.de
Dr. Helge Möller | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-flensburg.de
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