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Forschende der ETH Zürich um Professor Nenad Ban haben nun erstmals die atomare Struktur einer Fettsäure-Synthase von Säugetieren bestimmt, wie das Wissenschaftsmagazin Science heute berichtet.
Die Herstellung von Fettsäuren, die als Energiespeicher, Botenstoffe und Bestandteil der Zellhülle dienen, ist eine zentrale Aufgabe der Zelle und seit Jahrzehnten Gegenstand intensiver Forschung. Bisher wurde dieser Vorgang zumeist anhand der einfachen Systeme von Bakterien untersucht, in denen jeweils ein Enzym für einen Herstellungsschritt verantwortlich ist.
Bei Tier und Mensch hingegen wird die Fettsäure-Herstellung in einer molekularen Fabrik, der "Fett-säure-Synthase", ausgeführt, die alle benötigten Enzyme in einem multi-funktionalen Protein vereint.
Jahrelange Forschung an der ETH Zürich
Einem kleinen Team um Professor Nenad Ban, bestehend aus Timm Maier, Marc Leibundgut und Simon Jenni, vom Institut für Molekularbiologie und Biophysik der ETH Zürich ist es nun nach langjährigen Bemühungen gelungen, die Struktur der Fettsäure-Synthase von Säugetieren zu bestimmen, wie das Wissenschaftsmagazin Science berichtet.
Diese neuen Forschungsergebnisse basieren auf kristallographischen Messungen an der Synchrotron Lichtquelle Schweiz des Paul Scherrer Instituts. Unterstützt wurde das Forschungsprojekt durch den Nationalen Forschungsschwerpunkt zur Strukturbiologie des Schweizerischen Nationalfonds. Die seit 2001 andauernde Forschung an Fettsäure-Synthase-Systemen hatte bereits zur Beschreibung der Architektur dieser Enzyme und zur detaillierten Strukturaufklärung der Pilz-Fettsäure-Synthase geführt. Die neue Veröffentlichung beschreibt nun den grundlegend verschiedenen Aufbau der Fettsäure-Synthase von Säugetieren auf atomarer Ebene.
Fettsäure-Synthase-Hemmer gegen Übergewicht und Tumore
Das Interesse der Forscher an der Fettsäure-Synthase beruht nicht nur auf ihrer grundlegenden Rolle im Zellstoffwechsel, sondern auch auf ihrer grossen Bedeutung für die Entwicklung neuer Medikamente. Obwohl ein Grossteil der gespeicherten Fettsäuren mit der Nahrung aufgenommen und nicht im Körper hergestellt wird, werden Fettsäure-Synthase-Hemmer zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Sie können zur Behandlung von Krankheiten, die durch Übergewicht begünstigt werden, wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes, eingesetzt werden. Da Tumorzellen einen erhöhten Umsatz an Fettsäuren aufweisen, wirken die Hemmstoffe der Fettsäure-Synthase auch krebshemmend und sind vielversprechende Ausgangsverbindungen für neue Medikamente zur Tumortherapie.
Kampf gegen zunehmende Antibiotika-Resistenz
Nahe Verwandte der Fettsäure-Synthase von Säugern - die Polyketid-Synthasen - werden biotechnologisch zur Herstellung komplexer Naturstoffe wie z.B. Antibiotika, Krebstherapeutika oder Immunsystem-Hemmer eingesetzt. Die Struktur der Fettsäure-Synthase deckt nun auf, wie verschiedene Formen von Polyketid-Synthasen durch das Einfügen und Austauschen funktioneller Einheiten entstanden sind. Diese Ergebnisse erlauben ein vereinfachtes Design neuer, verbesserter Produktionssysteme für zahlreiche Wirkstoffe. Dazu gehören neuartige Antibiotika, deren Verfügbarkeit von herausragendem Interesse für den Kampf gegen die zunehmende Antibiotika-Resistenz von Krankheitserregern ist.
Weitere Informationen:
ETH Zürich
Dr. Timm Maier
Inst. f. Molekularbiologie u. Biophysik
Tel: +41 (0)44 633 31 48
E-Mail: timm@mol.biol.ethz.ch
Roman Klingler | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ethz.ch
Weitere Berichte zu: Antibiotika-Resistenz > Antibiotikum > Botenstoffe > Energiespeicher > Enzym > ETH > Fettsäure > Fettsäure-Synthase > Herz-Kreislauferkrankungen > Molekularbiologie > Polyketid-Synthasen > Säugetiere > Tumortherapie > Übergewicht > Zelle > Zellstoffwechsel
Newly discovered breast milk antibodies help neutralize HIV
23.05.2012 | Duke University Medical Center
Scientists unravel role of fusion gene in prostate cancer
23.05.2012 | New York- Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center/Weill Cornell Medical College
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
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Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
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„Die erfolgreiche Beantragung des neuen Sonderforschungsbereichs belegt einmal mehr die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Mikrobiologie am Standort Marburg“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, der Marburger Uni-Vizepräsident für Forschung. „Die Einrichtung des SFB wird Marburgs Stellung als zentraler Ort der mikrobiologischen Forschung festigen und deren internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen.“ ...
Erosion in tropischen Küstenregionen führt zum schnellen Tod der Korallen
Die Farbigkeit, Vielfalt und Exotik der tropischen Korallenriffe fasziniert viele Menschen weltweit. Und doch sind es die Folgen unserer Zivilisation, die dieses fragile Ökosystem bedrohen durch Klimaerwärmung, Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung. Fortschreitende Industrialisierung, Waldrodungen und intensive Landwirtschaft in küstennahen Gebieten führen zu Erosion und verändern die Lebensbedingungen im Meer dramatisch.
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23.05.2012 | Energie und Elektrotechnik
Nano-Müll lässt sich nicht verbrennen
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14th Leibniz Conference of advanced science „Sensorsysteme 2012“
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