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Zu niedrige oder zu hohe Temperaturen sowie rasche und starke Temperaturschwankungen können einen negativen Einfluss auf ihre Physiologie haben.
Aufgrund der schnellen Aufnahme einer Flüssigkeit, die eine höhere Temperatur als ihre eigene Körpertemperatur aufweist, unterliegen die sich von Säuger- oder Vogelblut ernährenden Mücken einem thermischen Stress.
Claudio Lazzari und Chloé Lahondère vom Forschungsinstitut für Insektenbiologie (IRBI) haben herausgefunden, dass die Mücken bei jeder Blutaufnahme als Antwort auf den Temperaturwechsel sofort Proteine synthetisieren, um ihre zelluläre Integrität (Unversehrtheit der Zellen) zu schützen [1].
Mit einer Infrarot-Wärmebildkamera konnten die Forscher bei den Anopheles-Mücken (Malariaüberträger) die Temperaturwechsel in Echtzeit während ihres Ernährungsprozesses analysieren. Sie beobachteten, dass die Mücke sofort zu Beginn der Nahrungsaufnahme ein Flüssigkeitströpfchen aus Urin und dem gerade aufgenommenen Blut absondert.
Dieses Tröpfchen bleibt am Anus der Mücke haften und wird somit von der Umgebungsluft abgekühlt, bis es verdunstet. Auf diese Weise sinkt die Temperatur des Abdomens der Mücke. Dieser Mechanismus – “evaporative cooling” (Kühlung durch Verdunstung) – wird noch durch die typische Haltung der Mücke während des Ernährungsprozesses begünstigt, bei der sie ihre hinteren Extremitäten vom Körper wegstreckt.
Ziel ist es nun herauszufinden, ob sich durch dieses physiologische Verhalten die Übertragung von Plasmodien (einzellige Parasiten, die u. a. Malaria übertragen) steuern lässt.
[1] Dieses Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift “Current Biology” veröffentlicht und ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2811%2901311-X
Kontakt:
Claudio Lazzari, Forscher am Forschungsinstitut für Insektenbiologie – Tel.: +33 (0)2 47 36 73 89, +33 (0)6 82 38 43 88 – e-Mail: claudio.lazzari@univ-tours.fr
Quelle:
- Pressemitteilung des CNRS – 10.01.2012 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2411.htm
Redakteur: Lucas Ansart, lucas.ansart@diplomatie.gouv.fr
Lucas Ansart | Quelle: Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen: www.wissenschaft-frankreich.de
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