Anzeige
Ohne ihn können wir nicht leben, zuviel schadet uns aber auch: Sauerstoff ist eine kritische Komponente für viele physiologische und pathologische Vorgänge in lebenden Zellen.
So steht Sauerstoffmangel im Gewebe etwa im Zusammenhang mit dem Wachstum von Tumoren, Netzhauterkrankungen bei Diabetes und rheumatoider Arthrits. Entsprechend wichtig ist es, den Sauerstoffgehalt in Zellen und Gewebe bestimmen zu können - eine Herausforderung an die Wissenschaft.
Ein Team um Jason McNeill von der Clemson University (USA) hat nun eine neue auf fabstoffdotierten Nanopartikeln basierte Methode entwickelt. Wie in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichtet, sind damit sehr empfindliche quantitative Sauerstoffbestimmungen möglich.
Nanopartikel-basierende Sauerstoffsensoren bestehen typischerweise aus phosphoreszierenden Farbstoffen, die in einem Polymer- oder Kieselgel-Partikel eingekapselt sind, das die Farbstoffe von der zellulären Umgebung abschirmt. Gleichzeitig verstärken die Nanopartikel das Leuchten des Farbstoffs. Die amerikanischen Forscher haben jetzt eine neue Nanopartikelarchitektur entwickelt. Sie nutzen ein Polymer mit einer speziellen pi-konjugierten Elektronenstruktur.
Die Elektronen sind hier über das ganze Molekül quasi frei beweglich. Aus diesem Polymer stellen die Wissenschaftler Nanopartikel her, die sie mit einem Platin-Prophyrin-Komplex, einem Sauerstoff-empfindlichen Phosphoreszenzfarbstoff, dotieren. Bei Bestrahlung fängt das Polymer die Lichtenergie sehr effektiv ein und gibt sie als "Energiepakete" an den Farbstoff weiter. So entsteht eine 5 bis 10 mal hellere Phosphoreszenz als bei bisherigen Nanopartikel-basierten Sauerstoffsensoren. Im Vergleich zu konventionellen Sauerstoffsensoren ist das Leuchten sogar 1000 mal heller.
Die Partikel reagieren hochempfindlich auf Sauerstoff: In einer stickstoffgesättigten Lösung leuchten die Sensoren zunächst intensiv rot. Wird Sauerstoff eingeleitet, tritt der Farbstoff in Welchselwirkung mit dem Sauerstoff. Dadurch nimmt das Leuchten ab. Je mehr Sauerstoff vorhanden ist, desto stärker wird die Phosphoreszenz gelöscht. Die Forscher konnten dabei nicht nur eine eindeutige Konzentrationsabhängigkeit der Helligkeit feststellen, auch die Phosphoreszenz-Lebensdauer, das heißt wie lange der Farbstoff leuchtet, ist abhängig von der Sauerstoffkonzentration.
Der neue Sensor ist empfindlich genug, dass sich einzelne Partikel detektieren lassen. Da die Partikel zudem gut von Zellen aufgenommen werden, eignet er sich ideal für ein quantitatives Abbilden der lokalen Sauerstoffkonzentrationen in lebenden Zellen und Geweben.
Angewandte Chemie: Presseinfo 12/2009
Autor: Jason McNeill, Clemson University (USA), http://chemistry.clemson.edu/people/mcneill.html#1
Angewandte Chemie 2009, 121, No. 15, 2779-2783, doi: 10.1002/ange.200805894
Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69495 Weinheim, Germany
Dr. Renate Hoer | Quelle: GDCh
Weitere Informationen: presse.angewandte.de
chemistry.clemson.edu/people/mcneill.html#1
Weitere Berichte zu: Farbstoff > Gewebe > Nanopartikel > Partikel > Phosphoreszenz > Polymere > Sauerstoff > Sauerstoffkonzentration > Sauerstoffsensoren > Sensor
Newly discovered breast milk antibodies help neutralize HIV
23.05.2012 | Duke University Medical Center
Scientists unravel role of fusion gene in prostate cancer
23.05.2012 | New York- Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center/Weill Cornell Medical College
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) an der Philipps-Universität geht der einzigartigen Fähigkeit von Mikroorganismen auf den Grund, sich ständig an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den SFB 987 mit dem Titel "Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort" in den kommenden vier Jahren mit voraussichtlich mehr als sieben Millionen Euro.
„Die erfolgreiche Beantragung des neuen Sonderforschungsbereichs belegt einmal mehr die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Mikrobiologie am Standort Marburg“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, der Marburger Uni-Vizepräsident für Forschung. „Die Einrichtung des SFB wird Marburgs Stellung als zentraler Ort der mikrobiologischen Forschung festigen und deren internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen.“ ...
Erosion in tropischen Küstenregionen führt zum schnellen Tod der Korallen
Die Farbigkeit, Vielfalt und Exotik der tropischen Korallenriffe fasziniert viele Menschen weltweit. Und doch sind es die Folgen unserer Zivilisation, die dieses fragile Ökosystem bedrohen durch Klimaerwärmung, Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung. Fortschreitende Industrialisierung, Waldrodungen und intensive Landwirtschaft in küstennahen Gebieten führen zu Erosion und verändern die Lebensbedingungen im Meer dramatisch.
Jetzt ...
Anzeige
Anzeige

23.05.2012 | Energie und Elektrotechnik
Nano-Müll lässt sich nicht verbrennen
23.05.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Nea Kameni volcano movement captured by Envisat
23.05.2012 | Geowissenschaften
Jeder Mensch ist anders - Nutzen der individualisierten Medizin
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
14th Leibniz Conference of advanced science „Sensorsysteme 2012“
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Exklusive Kontakte beim Investforum
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten