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Sechs Millionen US-Dollar für microRNA-Forschung

13.11.2008
TUM-Pharmakologe koordiniert transatlantisches Netzwerk

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Professor Stefan Engelhardt, neu berufener Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie an der TU München, und weitere internationale Kooperationspartner erhalten von der Leducq-Stiftung sechs Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa fünf Millionen Euro, zur Erforschung kleinster RNA-Moleküle im Herzmuskel.


Ziel der Förderung ist die Bildung eines "Transatlantic Network of Excellence in Cardiac Research", bei dem führende Experten aus Europa und den USA gemeinsam neue therapeutische Strategien zur Bekämpfung der Herzmuskelschwäche entwickeln.

Die Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) ist eine der häufigsten Todesursachen in unserer Gesellschaft. Diese Erkrankung des Herzmuskels entsteht häufig auf dem Boden langjährigen Bluthochdrucks oder aufgrund von Verkalkungen der Herzkranzgefäße. Was genau auf zellulärer Ebene in den Herzmuskelzellen vor sich geht, wenn sich eine Herzmuskelschwäche entwickelt, ist derzeit Gegenstand intensiver Forschungsbemühungen. Gegenwärtige Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung lediglich verlangsamen, jedoch meistens nicht heilen.

Neueste Forschungsergebnisse der beteiligten Wissenschaftler lassen vermuten, dass kürzlich entdeckte kleinste RNA-Moleküle, so genannte microRNAs, wesentlich an der Entstehung der Herzmuskelschwäche beteiligt sein könnten. Das Ziel des von der Leducq-Stiftung geförderten Transatlantischen Netzwerks ist die gezielte Erforschung von im Herzen exprimierten microRNAs hinsichtlich ihrer Funktion im gesunden Herzmuskel und ihrer Rolle bei der Krankheitsentstehung. Letzlich hoffen Prof. Engelhardt und seine Kollegen diese microRNAs auch therapeutisch einzusetzen. "Hier gibt es einige sehr viel versprechende Ergebnisse, bei denen microRNA-hemmende Moleküle in andere Organe eingeschleust wurden - wir werden solche Therapiestrategien am Herzen erproben", so der kürzlich von der Universität Würzburg an die TU München gewechselte Pharmakologe.

Die Förderung durch die französische Stiftung ist eine besondere Auszeichnung für den Münchner Forscher; weltweit wurden nur drei Projekte ausgewählt. Sie soll genutzt werden um Expertenwissen, Methoden, Krankheitsmodelle und Reagenzien zwischen den beteiligten Forschungslaboren auszutauschen und insbesondere junge Wissenschaftler zu fördern. Für diese sind spezielle Fördermittel vorgesehen, die unbürokratisch die Arbeit in den verschiedenen beteiligten Arbeitsgruppen ermöglichen sollen.

Neben Professor Engelhardt als europäischem Koordinator der Initiative gehören dem Forscherteam die Arbeitsgruppe der Professoren Markus Stoffel (ETH Zürich) und Leon de Windt (Universität Utrecht) an. Als amerikanischer Koordinator fungiert Professor Eric Olson von der University of Texas (UT Southwestern, Dallas). Als Experte für klinische Studien ist Professor Milton Packer (UT Southwestern, Dallas) an dem Netzwerk beteiligt.

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Stefan Engelhardt
Technische Universität München
Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Biedersteiner Straße 29
80802 München
Tel.: +49.89.4140.3260
Fax.: +49.89.4140.3261
E-Mail: stefan.engelhardt@tum.de

Dr. Ulrich Marsch | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tum.de
portal.mytum.de/welcome

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