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Eine deutsch-schweizerische Forschungskooperation von Wissenschaftlern aus des Museums für Naturkunde Berlin, dem Naturhistorischen Museum Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz untersuchte erstmals zwei riesige Dinosaurier-Halswirbel mit einer mechanischen Analyse-Technik, der Finiten-Elemente-Analyse, und lüfteten auf diesem Wege das Geheimnis, wie die Sauropoden das Kunststück schafften, ihre bis 10 m langen Hälse zu stabilisieren.
Die Pflanzen fressenden Sauropoden waren die größten Landtiere aller Zeiten und besaßen extrem lange, teilweise über 10 m reichende Hälse. Die Frage, wie sie diese langen Hälse überhaupt stabil halten können, beschäftigt Paläontologen seit vielen Jahrzehnten. Man weiß mittlerweile, dass die Hals- und Rumpfwirbel der Sauropoden ähnlich wie bei heutigen Vögeln von luftgefüllten Gewebeblasen umhüllt waren, welche sogar in das Wirbelinnere vordrangen und die Knochen löcherig wie einen Käse machten.
Für die neuesten Untersuchungen wurden Knochen des Brachiosaurus aus dem Museum für Naturkunde Berlin, sowie des Diplodocus aus dem Sauriermuseum in Aathal/Schweiz verwendet. Die Finite-Elemente-Analyse zeigt erstmals ein Bild der bei Halsbewegungen auftretenden Spannungen auf die Wirbelknochen.
Wie in einem Fachwerkbau verteilten sich diese Spannungen hauptsächlich außen am Knochen über ein komplexes Leistensystem. Die belastungsarmen Bereiche des Knochens dazwischen konnten somit durch das viel leichtere Luftsackgewebe ersetzt werden. Noch leichter wurden die Hälse durch die raffinierte Halsmuskulatur der Sauropoden. Die Muskeln waren in viele kleine Einheiten aufgegliedert und benötigten nur wenig Ansatzfläche am dadurch noch kleineren Knochen.
Wie die Paläontologen in der am 30. September 2009 in der internationalen Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society Biological Sciences erschienenen Studie schreiben, sparte die "Fachwerk"-Bauweise der Wirbelknochen im 9 m langen Hals des Berliner Brachiosaurus etwa 30% des Halsgewichtes. Die sehr effektive Kombination von Luftsacksystemen, kleinflächig gegliederter Muskulatur und dünnen Knochenleisten erklärt nun schlüssig, warum riesige Sauropodenwirbel trotz ihrer beeindruckenden Größe von bis zu 1 m Länge gleichzeitig so fragile Gebilde waren. Die einmalige Leichtbauweise im Skelett war eine wichtige Voraussetzung für die unerreichten Riesengrößen der Sauropoden.
Kontakt:
Dr. Daniela Schwarz-Wings, Saurier-Kuratorin,
Tel. +49(0)30 2093 8754 Fax. +49(0)30 2093 8868,
e-mail d.schwarz-wings@mfn-berlin.de
Dr. Gesine Steiner, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49(0)30 2093 8917 Fax. +49(0)30 2093 8914, e-mail gesine.steiner@mfn-berlin.de; www.naturkundemuseum-berlin.de
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news337383
Dr. Gesine Steiner | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.mfn-berlin.de
download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Langhalsdinos
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