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Die Wissenschaftler von der Universität haben sich am GO-Bio-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt. Für die millionenschwere Förderung wurden neben ihnen fünf weitere Teams aus Rostock, Berlin, München, Ulm und Bonn ausgewählt. Die Konkurrenz war groß; beworben hatten sich insgesamt 54 Antragsteller.
Resistente Bakterien bedrohen Menschenleben
Hintergrund des Würzburger Projekts: In Europa erleiden pro Jahr mehr als vier Millionen Patienten eine Infektion, während sie im Krankenhaus liegen - denn geschwächte Menschen sind dafür anfälliger als gesunde. Verantwortlich für die so genannten Krankenhausinfektionen ist meistens die Bakterienart Staphylococcus aureus.
Für die Patienten kann eine solche Infektion lebensbedrohlich sein, denn die Behandlung gestaltet sich zunehmend schwieriger. Der Grund: Bis zu 50 Prozent der Erreger sind inzwischen unempfindlich gegen Antibiotika, und wirksame Behandlungsalternativen gibt es bislang kaum.
Antikörper verhindert schwere Infektionsverläufe
Antibiotikaresistente Bakterien mit Antikörpern zu bekämpfen: Diese Idee verfolgen Würzburger Wissenschaftler um Privatdozent Dr. Knut Ohlsen vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie und Dr. Udo Lorenz von der Chirurgischen Klinik I schon seit einigen Jahren.
Ihr Firmengründungsteam SmartmAb arbeitet an einer neuen Immuntherapie zur Behandlung von Krankenhausinfektionen mit resistenten Staphylococcus-aureus-Bakterien. Die Wissenschaftler verfügen über Antikörper aus Mäusen, die spezielle Proteine der gefährlichen Bakterien angreifen. Mit ihnen ließen sich im Tiermodell schwere Infektionsverläufe verhindern und die Sterblichkeitsrate senken.
Etappenziel: Erste klinische Prüfung als Medikament
Den Mausantikörper mit der finanziellen Förderung vom BMBF für den Einsatz am Menschen weiterzuentwickeln, bis hin zur ersten klinischen Prüfung als Medikament: So sieht das Ziel der Wissenschaftler aus.
Die folgenden Schritte bis zur Marktreife wollen sie mit einem Partner aus der Pharmaindustrie tun. Langfristig ist die Gründung eines Unternehmens geplant, das - aufbauend auf den ersten Antikörpern - weitere Immuntherapeutika gegen Infektionserreger erarbeiten soll.
Förderer des Gründungsteams
Formiert hat sich das SmartmAb-Team im Rahmen des Programms "EXIST - Gründen von Anfang an", mit dem das Bundeswirtschaftsministerium Firmengründungen aus Hochschulen fördert. Unterstützt wird das Team seit zwei Jahren vom Servicezentrum Forschung und Innovation (SFI) der Universität und vom Würzburger Innovations- und Gründerzentrum (IGZ). Beide Einrichtungen betreuen gemeinsam Gründerteams an der Universität Würzburg.
Die beteiligten Wissenschaftlerinnen Dr. Karin Streker und Dr. Antje Michel erhalten zudem Unterstützung durch das FLÜGGE-Programm des Bayerischen Wissenschaftsministeriums.
Kontakt
PD Dr. Knut Ohlsen, T (0931) 31-83155, knut.ohlsen@mail.uni-wuerzburg.de
Dr. Udo Lorenz, T (0931) 201 38314, u.lorenz@mail.uni-wuerzburg.de
GO-Bio soll Firmengründungen anschieben
"Mit GO-Bio fördern wir Forschungsteams maximal sechs Jahre lang, um technisch anspruchsvolle Ideen zu einer tragfähigen Unternehmensgründung reifen zu lassen", so BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen in einer Pressemitteilung.
Der Wettbewerb GO-Bio (GründungsOffensive Biotechnologie) solle "bereits im akademischen Umfeld künftigen Unternehmern den Weg bereiten". Sechs Firmen seien bislang aus den geförderten Projekten hervorgegangen, weitere Gründungen stehen laut BMBF bevor. Insgesamt hätten die Gründungsteams bisher circa 25 Millionen Euro privates Kapital mobilisiert.
Würzburger Herzforscher seit 2006 in GO-Bio
In der ersten Wettbewerbsrunde von GO-Bio wurden im Jahr 2006 zwölf Gründerteams zur Förderung ausgewählt - darunter Professor Roland Jahns von der Medizinischen Klinik I der Universität Würzburg. Sein Projekt: ein neues Therapie- und Diagnoseverfahren für Herzschwächen, die durch eine fehlgeleitete Attacke des Immunsystems entstehen.
Das Problem: Antikörper greifen fälschlicherweise einen Rezeptor in der Wand der Herzmuskelzellen an, der die Wirkung von Adrenalin vermittelt. Als Folge davon wird der Rezeptor auch ohne Adrenalin zu stark stimuliert, die linke Herzkammer erweitert sich und funktioniert nicht mehr richtig, das Herz verliert an Kraft.
Proteinringe wirken gegen Herzschwäche
Die schädlichen Antikörper lassen sich durch kleine Proteinringe (Zyklopeptide) neutralisieren, wie die Arbeitsgruppe von Roland Jahns am Tiermodell herausfand. Eine vorbeugende Verabreichung der Zyklopeptide verhinderte die Entstehung der Herzschwäche, eine bereits ausgeprägte Herzschwäche ließ sich damit sogar wieder rückgängig machen.
Mit den Fördermitteln aus GO-Bio haben Jahns' Arbeitsgruppe und die von der Universität ausgegründete Firma CorImmun die Proteinringe inzwischen erfolgreich für die Anwendung am Menschen weiterentwickelt. Erste Studien an Patienten stehen laut Jahns bevor. Außerdem will der Würzburger Herzforscher mit den Proteinringen ein neuartiges Diagnoseverfahren entwickeln, um gezielt Herzschwäche-Patienten zu identifizieren, die die schädlichen Antikörper im Blut haben.
Kontakt
Prof. Dr. Roland Jahns, T (0931) 201-70460, jahns_r@klinik.uni-wuerzburg.de
Robert Emmerich | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-wuerzburg.de
Weitere Berichte zu: Adrenalin > Antikörper > Bakterien > BMBF > Diagnoseverfahren > Firmengründung > GO-Bio > Herzforscher > Herzschwäche > Infektion > Krankenhausinfektion > Ohlsen > Proteinringe > Resistente > Rezeptor > Staphylokokken > Tiermodell > Zyklopeptid
Newly discovered breast milk antibodies help neutralize HIV
23.05.2012 | Duke University Medical Center
Scientists unravel role of fusion gene in prostate cancer
23.05.2012 | New York- Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center/Weill Cornell Medical College
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
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Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) an der Philipps-Universität geht der einzigartigen Fähigkeit von Mikroorganismen auf den Grund, sich ständig an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den SFB 987 mit dem Titel "Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort" in den kommenden vier Jahren mit voraussichtlich mehr als sieben Millionen Euro.
„Die erfolgreiche Beantragung des neuen Sonderforschungsbereichs belegt einmal mehr die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Mikrobiologie am Standort Marburg“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, der Marburger Uni-Vizepräsident für Forschung. „Die Einrichtung des SFB wird Marburgs Stellung als zentraler Ort der mikrobiologischen Forschung festigen und deren internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen.“ ...
Erosion in tropischen Küstenregionen führt zum schnellen Tod der Korallen
Die Farbigkeit, Vielfalt und Exotik der tropischen Korallenriffe fasziniert viele Menschen weltweit. Und doch sind es die Folgen unserer Zivilisation, die dieses fragile Ökosystem bedrohen durch Klimaerwärmung, Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung. Fortschreitende Industrialisierung, Waldrodungen und intensive Landwirtschaft in küstennahen Gebieten führen zu Erosion und verändern die Lebensbedingungen im Meer dramatisch.
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14th Leibniz Conference of advanced science „Sensorsysteme 2012“
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