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Zoologen der Karl-Franzens-Universität Graz haben nun erstmals gezeigt, wie Laubheuschrecken im Stimmengewirr des tropischen Regenwaldes die Echo-Ortungslaute ihrer Fressfeinde, der Fledermäuse, erkennen können. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich im "Journal of Experimental Biology" veröffentlicht.
Der tropische Regenwald von Panama ist das Terrain, auf dem Wissenschafter aus der Arbeitsgruppe um O.Univ.-Prof. Dr. Heiner Römer vom Institut für Zoologie der Uni Graz unter anderem das Hörvermögen von Laubheuschrecken erforschen. Die nächtliche Geräuschkulisse stellt höchste Anforderungen an das Sinnesorgan der Insekten, wie Römer weiß: „Heuschrecken, Grillen, Zikaden und Frösche sorgen für ziemlich starken Lärm. Trotzdem können Laubheuschrecken ihre Hauptfeinde, die Fledermäuse, rechtzeitig detektieren, obwohl deren Echosignale wie ihre eigenen Gesänge im Ultraschallbereich liegen.“
Die Grazer Wissenschafter haben nun als Erste bewiesen, dass akustische Nervenzellen der Laubheuschrecken den Hintergrundlärm stark unterdrücken, sobald Fledermäuse in der Nähe der Insekten jagen. Mit Hilfe einer selbst entwickelten Software stellten sie außerdem fest, dass sich das zeitliche Muster der Nervenaktivität in Anwesenheit von Fledermäusen signifikant ändert. Dr. Manfred Hartbauer nutzte diesen charakteristischen Unterschied im neuronalen Code, um einen „nervösen Fledermausdetektor“ zu programmieren, der immer dann Alarm gibt, wenn die fliegenden Feinde in der Nähe sind.
Beeindruckt waren die Grazer Zoologen über die Treffsicherheit dieser Methode: „In rund 95 Prozent der Fälle wird die Anwesenheit von jagenden Fledermäusen trotz starkem Hintergrundlärm korrekt erkannt“, erklärt Hartbauer. Diese Leistung kann ein im Handel erhältlicher Fledermausdetektor, der auf sämtliche Ultraschallsignale reagiert, nicht annähernd erreichen.
Kontakt:
Dr. Manfred Hartbauer
Institut für Zoologie der Karl-Franzens-Universität Graz
Tel.: +43 (0)316/380-5615
E-Mail: manfred.hartbauer@uni-graz.at
Gudrun Pichler | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: jeb.biologists.org/cgi/content/abstract/213/17/3036
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