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Trotz der herausragenden Bedeutung der Pferde waren bisher Zeit und Ort ihrer Domestikation noch immer umstritten. In der aktuellen Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Science, haben Forscher des Leibniz-Institutes für Zoo und Wildtierforschung, des Deutschen Archäologischem Institutes, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Max-Planck-Institutes für Evolutionäre Anthropologie in Kooperation mit amerikanischen und spanischen Spezialisten das Rätsel um die Domestikation des Pferdes gelöst.
Mit Hilfe der Analyse von Farbgenen, aus sehr alten DNA Proben, konnten sie Ort und Zeit bestimmen. Der rasante Anstieg der Fellfarbvariabilität bei Pferden ist ein direktes Ergebnis der Domestikation. Gleichzeitig wurde nachgewiesen, dass ein Großteil der heute bekannten Farbmutationen bereits durch Pferdezüchter des 3. Jahrtausends v. Chr. beeinflusst wurde und nicht erst auf die Zucht von Rassen während der letzten Jahrhunderte zurückzuführen ist.
Unsere heutige sesshafte Lebensweise basiert auf der neolithischen Revolution, in welcher verschiedene Pflanzen und Tiere in den Hausstand überführt wurden. Von allen Haustieren nimmt das Pferd aufgrund seiner herausragenden Bedeutung für den Menschen eine Sonderstellung ein. Bis zur Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert waren Pferde nicht nur das wichtigste Transportmittel. Pferde spielten gleichfalls eine wichtige Rolle für das Militär oder als Handelsgut. Bis heute sind edle Pferde kostbare Güter. Ganze Königreiche wurden mit ihrer Hilfe gegründet und wieder zerstört. Zum Beispiel eroberten die Armeen von Alexander dem Großen und Dschingis Khan weite Gebiete Asiens und Europas oder Pizarro wiederum zerstörte das Inkareich mit Hilfe von lediglich 30 Pferden.
Publikation:
Arne Ludwig, Melanie Pruvost, Monika Reissmann, Norbert Benecke, Gudrun A. Brockmann, Pedro Castaños, Michael Cieslak, Sebastian Lippold, Laura Llorente, Anna-Sapfo Malaspinas, Montgomery Slatkin & Michael Hofreiter: Coat color variation at the beginning of horse domestication. Science 24th April 2009.
Informationen und Fotos:
Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)
im Forschungsverbund Berlin e.V.
Alfred-Kowalke-Str. 17
10315 Berlin
GERMANY
Dr. Arne Ludwig, 030 5168 206, ludwig@izw-berlin.de
Dipl-Soz. Steven Seet, 030 5168 108, seet@izw-berlin.de
Gesine Wiemer | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.izw-berlin.de
www.fv-berlin.de
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