Anzeige

Die Proteine biologischer Membranen sind an fast allen lebensnotwendigen Vorgängen in Zellen beteiligt. Neue Untersuchungsmethoden ermöglichen dabei faszinierende Einblicke in die dreidimensionale Struktur dieser Proteine. Am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main steht Wissenschaftlern nun ein hochmodernes Zentrum zur Verfügung, in dem die Struktur und die Funktionsweise von Membranproteinen untersucht werden kann. Das "Core Center for Membrane Proteins" kann von Wissenschaftlern aus ganz Europa genutzt werden. Zur Eröffnung des Zentrums und der Inbetriebnahme der Kristallisationsanlage findet am Montag, dem 15. Februar 2010 um 13 Uhr, eine Pressekonferenz mit anschließender Führung statt.
Die Liste der Aufgaben von Membranproteinen ist lang: So stellen sie durch Verbrennung von Nahrungsstoffen die Energie für alle anderen Lebensvorgänge in den Körperzellen bereit. Im Gehirn sind sie unter anderem für die Fortleitung von Nervenimpulsen und den Transport von Botenstoffen zuständig, im Herz regulieren sie die Schlagfrequenz und in den Nieren die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und die Wiederaufnahme von Wasser. Besonders wichtig ist, dass Membranproteine bei der Kommunikation zwischen Zellen eine essentielle Funktion haben. Sie sind deshalb auch die Rezeptoren für alle Arten von Signalen und Angriffspunkte für die meisten Medikamente. Deshalb wollen Wissenschaftler die räumliche Struktur dieser Proteine möglichst genau kennen, denn so lassen sich neue Wirkstoffe gezielt mittels drug design entwickeln.
Um die Struktur aufklären zu können, müssen winzige Mengen an Protein in Kristallform gebracht und mit Hilfe von Röntgenstrahlen untersucht werden. Das so genannte "Core Center G" in Frankfurt umfasst eine vollautomatisierte Kristallisationsanlage für die Kristallisation im Nanoliter-Maßstab, zwei Massenspektrometer, zwei Röntgendiffraktometer und ein Kalorimeter. Die Kristallisationsanlage ist nun als Kernstück des Zentrums installiert. Sie wird die Herstellung und Optimierung der Kristalle und die anschließende Strukturanalyse entscheidend beschleunigen. Für einen Kristallisationsansatz genügen 100 Nanoliter (Milliardstel Liter) Proteinlösung. Mit den Massenspektrometern können die Forscher die Masse einzelner Moleküle mit einer Genauigkeit von 10-25 Gramm messen und so bislang unbekannte Proteine identifizieren. Außerdem lassen sich Protein-Modifikationen untersuchen und unterschiedlich regulierte Proteine in komplexen Mischungen analysieren. Mit dem Kalorimeter können die Wissenschaftler die Stabilität der Membranproteine untersuchen, die stark von andockenden Substanzen und den Umgebungsbedingungen, wie z. B. dem verwendeten Lösungsmittel, abhängt.
"Mit dieser europaweit einmaligen Ausstattung können wir die vielfältigen Funktionen von Membranproteinen deutlich genauer und schneller untersuchen als bisher. Der Aufbau des Core Centers in der Science City Frankfurt-Riedberg ist damit eine Stärkung für den Forschungsstandort Deutschland", betont Professor Hartmut Michel, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik. Der Aufbau des Zentrums wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der EU (ESFRI - European Strategy Forum on Research Infrastructures; INSTRUCT - Integrated Structural Biology Infrastructure for Europe) und aus zentralen Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft gefördert. Das Max-Planck-Institut für Biophysik pflegt die Infrastruktur, stellt das Personal und sichert so den laufenden Betrieb.
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Brigitte Holfelder (Presse- und Öffentlichkeit)
Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 6303-3020
E-Mail: brigitte.holfelder@biophys.mpg.de
Barbara Abrell | Quelle: Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen: www.mpg.de
Weitere Berichte zu: Biophysik > Core > Infrastructure > Kalorimeter > Kristallisationsanlage > Membran > Membranprotein > Protein
Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
How the zebra got its stripes
09.02.2012 | The Company of Biologists
Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden
Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst
Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...
Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.
Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.
Das System ...
Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.
Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.
Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...
Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.
Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...
Anzeige
Anzeige

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?
09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung
09.02.2012 | Studien Analysen
Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten