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Der Delfin suchte den Kontakt zu den Meeresriesen und positionierte sich sogar direkt vor dem gigantischen Maul eines ausgewachsenen Pottwalweibchens – ein Verhalten, dass sonst Kälber und Jungtiere zeigen.
Auch die Pottwale suchten Körperkontakt zu dem ungewöhnlichen Gruppenmitglied mit der verkrümmten Wirbelsäule. „Diese Tiere tolerieren den Delfin. Das ist erstaunlich, denn Pottwale wurden bisher noch nie in freundlicher Interaktion mit anderen Arten beobachtet“, so Wilson.
Die Forscher vermuten, dass sich der Delfin wegen seines Handicaps, der gekrümmten Wirbelsäule, der Pottwalgruppe angeschlossen hatte.
In den Gewässern der Azoren gibt es zwar kaum Feinde für Große Tümmler, aber vielleicht konnte das Tier nicht mit den anderen Delfinen mithalten, oder hatte einen niedrigen sozialen Status. Die Motivation der Pottwale, den Artfremden in ihre Clique aufzunehmen, ist unklar.
„Man sollte nicht so weit gehen und von Mitleid sprechen – wir vermuten, dass die Großsäuger vielleicht einfach die Aufmerksamkeit des Delfins genießen“, erklärt Wilson. Die Beobachtungen und Fotos werden demnächst in der Zeitschrift Aquatic Mammals veröffentlicht.
Kontakt:
Nadja Neumann (Pressesprecherin)
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Müggelseedamm 310
12587 Berlin
+49 (0)30-64181631
nadja.neumann@igb-berlin.de
Gesine Wiemer | Quelle: Forschungsverbund Berlin e.V.
Weitere Informationen: www.ige-berlin.de/
www.youtube.com/watch?v=7iFzIMZRsoI
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