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Oktopusse haben einen gemeinsamen Vorfahren

11.11.2008
Census of Marine Life: Ur-Kraken in Tiefsee um Antarktis aufgespürt

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Sehr viele der Tiefsee-Oktopusse stammen von einem einzigen Vorfahren ab, der auch heute noch in den eisigen Tiefen des südlichen Polarmeeres lebt.


Die Forscher nehmen an, dass sich die Tiere vor 30 Mio. Jahren, nachdem sie von nahrhaften und salzhaltigen Strömungen verteilt wurden, entwickelt haben. Die Studienergebnisse werden anlässlich des vierten Treffens der Forscher vom Census of Marine Life (CoML) bei der Weltkonferenz über die Marine Biodiversität in Valencia präsentiert. Mehr als 2.000 Wissenschaftler aus 82 Ländern werden bis 2010 die Ergebnisse der ersten Artenzählung der Meere präsentieren.

"Die Erforschung der Evolution der Tiefsee-Oktopusse ist Teil eines Programms namens Census of Antarctic Marine Life", so Ron O'Dor, Co-Senior-Wissenschaftler von CoML gegenüber pressetext. Im vierten Zwischenbericht, der nun vorgestellt wird, spiele die Evolution von Spezies - vor allem jener aus der Tiefsee eine wichtige Rolle. "Uns ist es erstmals gelungen, anhand von molekularen Untersuchungen diese Entwicklung zu dokumentieren und auch zu beweisen", erklärt der Forscher. Jan Strugnell, Biologin der British Antarctic Survey, konnte die DNA-Analysen durchführen. Demnach sind die Oktopusse in die neuen Ozeanbassins vor etwa 30 Mio. Jahren eingewandert. Damals begann sich das Wasser abzukühlen und Eisschollen zu bilden.

Der Grund dafür war ein nach Norden strömender Fluss von kaltem nährstoffreichem Wasser mit hoher Salz- und Sauerstoffkonzentration. Forscher bezeichnen diesen Fluss als Thermohaline Zirkulation. Sie entsteht im Ozean, wenn der Salzgehalt und die Temperaturen in unterschiedlichen Gebieten unterschiedliche Wasserdichten hervorrufen. Wasser ist umso schwerer, je salziger oder je kälter es ist - die gleiche Wasserdichte kann also durch verschiedene Kombinationen der Wassereigenschaften zustande kommen.

Isoliert und an diese neuen Lebensbedingungen gebunden, haben sich zahlreiche neue Arten entwickelt, wie Stagnell in ihrer Arbeit nachweisen konnte. Einige der Oktopus-Arten haben beispielsweise keine Tinte mehr, da sie diese in der Tiefsee ohnehin nicht brauchen können. Neben den Erkenntnissen über die Kopffüßer in den Gewässern um die Antarktis werden auch andere wichtige Themen beim Expertentreffen diskutiert. Dazu gehören etwa neue Technologien zur Erforschung der Meere sowie die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf das Leben in den Ozeanen.

Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.coml.org
www.bas.ac.uk

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