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Nützliche Naturstoffe aus Bakterien

14.05.2009
Merck-Stiftungsprofessor Helge Bode verstärkt biotechnologische Forschung in Rhein-Main

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Was Insekten und Bakterien mit Biotechnologie und Arzneimitteln zu tun haben, erklärte der neue Merck-Stiftungsprofessor für Molekulare Biotechnologie, Prof. Helge Bode, heute in seiner Antrittsvorlesung an der Goethe-Universität.


Die Vorlesung war Auftakt zu einem halbtägigen Symposium, in dem die Universitäten Frankfurt und Darmstadt sowie das Pharma- und Chemieunternehmen Merck ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der Biotechnologie austauschten.

Bodes Arbeitsgebiet sind Myxobakterien. Biotechnologisch und pharmazeutisch sind diese Bodenbakterien interessant, weil sie hoch potente Naturstoffe wie das Epothilon produzieren, das bereits in der Krebstherapie eingesetzt wird. Ziel des Forschers ist es, den Stoffwechsel generell und die komplexen biochemischen Prozesse zu verstehen, die der Synthese dieser Stoffe zugrunde liegen, und diese dann gezielt zu verändern. Auf diese Wege ließen sich etwa Varianten einer antibiotischen Substanz herstellen, die besser wirken oder auftretenden Resistenzmechanismen entgehen.

Ein weiterer Schwerpunkt, den Bode an der Goethe-Universität verstärkt aufbauen wird, ist die Erforschung der insektenpathogenen Bakterien Photorhabdus und Xenorhabdus, die symbiotisch im Darm von Fadenwürmern leben. Dringen die Nematoden in Insektenlarven ein, werden diese durch Substanzen getötet, die die Bakterien herstellen. Anwendungsmöglichkeiten sind die biologische Insektenbekämpfung, aber auch neue Therapien für seltene tropische Krankheiten, die häufig von Insekten übertragen werden.

Zudem könnten die von den Bakterien produzierten Substanzen auch in reiner Form in der Humantherapie eingesetzt werden. Bodes Forschung zu niedermolekularen Substanzen dieser Bakterien, die gegen seltene tropischen Krankheiten eingesetzt werden sollen, wird seit März dieses Jahres im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft gefördert.

"Für die Goethe-Universität ist die Berufung Helge Bodes eine Bereicherung, weil wir einen exzellenten jungen Nachwuchsforscher gewinnen konnten, der die bereits vorhandenen Aktivitäten im Bereich der Biotechnologie im Allgemeinen und der weißen Biotechnologie im besonderen verstärkt", erklärt Prof. Volker Müller, Dekan des Fachbereichs Biowissenschaften an der Goethe-Universität. "Mit dieser Professur wird die für die Zukunft enorm wichtige Biotechnologie an der Goethe-Universität institutionalisiert und eine Keimzelle für neue, innovative Biotechnologieforschung geschaffen. Durch seine Ausbildung als Biologe und Chemiker ist Prof. Bode das ideale Bindeglied zwischen den verschiedenen Fachrichtungen in diesem extrem stark interdisziplinären Feld."

"Wir freuen uns, dass mit Professor Bode ein aufstrebender Wissenschaftler auf die Merck-Stiftungsprofessur berufen wurde", sagt Dr. Thomas Geelhaar, Chief Technology Officer Chemicals bei Merck. "Die biotechnologischen Themen der Arbeitsgruppe um Herrn Bode, sind sowohl aus wissenschaftlicher als auch industrieller Perspektive äußerst attraktiv. Wir sehen daher eine Reihe von viel versprechenden Anknüpfungspunkten. Die Merck-Stiftungsprofessur trägt der stetig wachsenden Bedeutung der Biotechnologie bei Merck und in der Rhein-Main Region Rechnung."

Auch für die Rhein-Main-Region ist die Berufung ein Gewinn: Die Goethe-Universität Frankfurt plant zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt einen universitäts- und fachübergreifenden Masterstudiengang Biotechnologie, so dass der wissenschaftliche Nachwuchs für diese wichtige Zukunftstechnologie vor Ort ausgebildet werden kann. Dies ist vor allem für biotechnologisch arbeitende Firmen, aber auch pharmazeutische Unternehmen von Interesse, da biotechnologische Forschung einen immer größeren Raum in vielen Lebens- und Forschungsbereichen einnehmen wird.

Helge Björn Bode studierte Chemie und Biologie an der Georg-August-Universität in Göttingen und promovierte 2000 in Organischer Chemie. Als Post-Doktorand arbeitete er an verschiedenen Forschungsprojekten bei der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig und der Stanford University (USA). Von 2004 bis 2005 war er Junior-Professor für Naturstoffbiotechnologie am renommierten Institut für Pharmazeutische Biotechnologie an der Universität des Saarlandes. Seit Anfang 2006 leitete er dort außerdem eine Nachwuchsgruppe im Rahmen des Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Ein Bild zum Herunterladen finden Sie unter:
www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2009/0409/094/

Informationen: Prof. Helge Bode, Merck-Stiftungsprofessor für Molekulare Biotechnologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29557, H.Bode@bio.uni-frankfurt.de.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy, | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-frankfurt.de

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