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Neue Wege zum Wirkstoff gegen Grippeviren

17.06.2009
Zur Zeit der Schweinegrippe läuft die Herstellung des Medikaments Tamiflu wieder auf Hochtouren: Sein Wirkstoff Oseltamivirphosphat hindert Grippeviren daran, sich im menschlichen Körper zu vermehren.

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Doch der natürliche Ausgangsstoff für diesen Wirkstoff ist begrenzt - die Wissenschaftler forschen daher nach neuen Quellen. Die "Nachrichten aus der Chemie" stellen drei neue Synthesewege vor.


Zwar ist der Tamiflu-Wirkstoff Oseltamivirphosphat chemisch gesehen nicht sonderlich kompliziert - doch stellt seine Synthese Chemiker vor altbekannte Fragen: Wo fängt man am besten an und wie kommt man am effektivsten zum Ziel? Die Ausgangsverbindung, bei der die Synthese startet, sollte möglichst leicht zugänglich, am besten zu kaufen sein.

Der Weg von dieser Ausgangsverbindung zum Zielmolekül sollte kurz sein, also über möglichst wenige Zwischenprodukte gehen, denn bei jedem Schritt einer mehrstufigen Synthese geht ein Teil des eingesetzten Materials verloren: Es endet nicht im jeweiligen Zwischenprodukt, sondern in unerwünschten Nebenprodukten. Damit sich die mehrstufige Synthese lohnt, muss jeder einzelne Schritt möglichst effektiv sein. Dennoch ist es nicht ungewöhnlich, dass sich lediglich ein Zehntel des eingesetzten Materials im gewünschten Molekül wiederfindet - neun Zehntel gehen auf dem Weg verloren.

Wie gut Chemiker diese Schwierigkeiten bei der Synthese des Tamiflu-Wirkstoffs bereits gemeistert haben, zeigt der Chemiker Timm Graening von der TU Berlin in seinem Beitrag in der Juniausgabe der "Nachrichten aus der Chemie": Er präsentiert drei Syntheserouten zum Oseltamivirphosphat mit ihren Vor- und Nachteilen. Die PDF-Datei gibt es bei der Redaktion der "Nachrichten aus der Chemie" unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

Dr. Ernst Guggolz | Quelle: GDCh
Weitere Informationen: www.gdch.de/nachrichten
www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2009/h06_09.htm

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