Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Neue Forschergruppe "Nanomedizin" an der Uni Bonn

18.02.2009
Ein Traum der Medizin ist es, Schäden mit Hilfe gesunder Zellen oder durch den Transfer von Erbanlagen zu beheben. Doch wie schafft man es, die neuen Zellen oder therapeutischen Gene genau an die Stellen im Körper zu bringen, wo sie gebraucht werden?

Anzeige

Dieser Frage geht eine neue Forschergruppe unter Federführung der Universität Bonn nach. Die beteiligten Wissenschaftler wollen mikroskopisch kleine Nanopartikel nutzen, um Stammzellen oder Erbgut "magnetisch" zu machen. Dann wollen sie diese mittels starker Magnete an die passende Stelle dirigieren.


Der Fokus der Projektpartner liegt dabei auf dem Herz-Kreislauf-System. "Einerseits zählen Herz- oder Gefäßschäden gerade in Industrieländern zu den häufigsten Erkrankungen", erklärt der Sprecher der Forschergruppe Professor Dr. Alexander Pfeifer vom PharmaZentrum Bonn. "Entsprechend wichtig ist die Suche nach zielgenauen Therapien."

Außerdem werden viele Therapeutika intravenös gegeben und mit dem Blut an den Wirkort transportiert - aber eben nicht nur dorthin, sondern auch an andere Stellen im Körper.

Die Forscher wollen nun versuchen, diesen Transportweg zielgerichteter zu machen. Dazu verwenden sie magnetische Nanopartikel, mit denen sie beispielsweise Zellen oder genetisches Material magnetisch machen. "Durch starke Magnetfelder hoffen wir dann, diese Therapeutika an die Stellen im Körper dirigieren zu können, wo sie gebraucht werden", betont Pfeifer. Die Wissenschaftler können bereits erste Erfolge vorweisen. So gelang es ihnen unlängst, Stammzellen und Endothelzellen - das sind Zellen, die die Blutgefäße auskleiden - magnetisch zu machen. "In Mäusen mit geschädigten Arterien konnten wir die Endothelzellen so genau in den geschädigten Arterien positionieren", erklärt der Bonner Pharmakologe. "Damit eröffnen sich natürlich völlig neue Therapieansätze."

An der neuen Forschergruppe sind neben dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie, dem Institut für Physiologie und der Abteilung für Herzchirurgie der Universität Bonn auch die TU München, die LMU München und die Physikalisch-Technische-Bundesanstalt (Berlin) beteiligt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt zunächst für drei Jahre mit rund zwei Millionen Euro; danach ist eine Verlängerung für weitere drei Jahre möglich.

Kontakt:
Professor Dr. Alexander Pfeifer
Pharmazentrum der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5410 oder -11
E-Mail: alexander.pfeifer@uni-bonn.de

Frank Luerweg | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Newly discovered breast milk antibodies help neutralize HIV
23.05.2012 | Duke University Medical Center

nachricht Scientists unravel role of fusion gene in prostate cancer
23.05.2012 | New York- Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center/Weill Cornell Medical College

Alle Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Im Focus: Mikroben kennen nur eine Konstante: Veränderung!


Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) an der Philipps-Universität geht der einzigartigen Fähigkeit von Mikroorganismen auf den Grund, sich ständig an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den SFB 987 mit dem Titel "Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort" in den kommenden vier Jahren mit voraussichtlich mehr als sieben Millionen Euro.

„Die erfolgreiche Beantragung des neuen Sonderforschungsbereichs belegt einmal mehr die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Mikrobiologie am Standort Marburg“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, der Marburger Uni-Vizepräsident für Forschung. „Die Einrichtung des SFB wird Marburgs Stellung als zentraler Ort der mikrobiologischen Forschung festigen und deren internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen.“ ...

Im Focus: Schnelles Korallensterben


Erosion in tropischen Küstenregionen führt zum schnellen Tod der Korallen

Die Farbigkeit, Vielfalt und Exotik der tropischen Korallenriffe fasziniert viele Menschen weltweit. Und doch sind es die Folgen unserer Zivilisation, die dieses fragile Ökosystem bedrohen durch Klimaerwärmung, Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung. Fortschreitende Industrialisierung, Waldrodungen und intensive Landwirtschaft in küstennahen Gebieten führen zu Erosion und verändern die Lebensbedingungen im Meer dramatisch.

Jetzt ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Komplexität beherrschen

23.05.2012 | Energie und Elektrotechnik

Nano-Müll lässt sich nicht verbrennen

23.05.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Nea Kameni volcano movement captured by Envisat

23.05.2012 | Geowissenschaften

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Jeder Mensch ist anders - Nutzen der individualisierten Medizin

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

14th Leibniz Conference of advanced science „Sensorsysteme 2012“

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Exklusive Kontakte beim Investforum

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp