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So auch bei Termiten, die zugleich etwas Faszinierendes, aber auch etwas Zerstörerisches an sich haben. Die Osnabrücker Biologin Prof. Dr. Judith Korb und ihre Kollegen Tobias Weil und Michael Rehli von der Universität Regensburg sind bei ihren Forschungen zu erstaunlichen Erkenntnissen gekommen, die sich später noch als sehr nützlich erweisen dürften.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist bereit, die Forschung zu den "Molekularen Grundlagen der reproduktiven Arbeitsteilung und Kastendifferenzierung bei basalen Termiten" bis ins Jahr 2013 finanziell zu unterstützen.
Nicht nur die menschliche Gesellschaft kennt hierarchische Strukturen. Auch im Tierreich sind Rang und Status jedes einzelnen Lebewesens oftmals genau vorgegeben. So auch bei Termiten, die zugleich etwas Faszinierendes, aber auch etwas Zerstörerisches an sich haben. Die Osnabrücker Biologin Prof. Dr. Judith Korb und ihre Kollegen Tobias Weil und Michael Rehli von der Universität Regensburg sind bei ihren Forschungen zu erstaunlichen Erkenntnissen gekommen, die sich später noch als sehr nützlich erweisen dürften. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist bereit, die Forschung zu den "Molekularen Grundlagen der reproduktiven Arbeitsteilung und Kastendifferenzierung bei basalen Termiten" bis ins Jahr 2013 finanziell zu unterstützen.
Korb und ihrem Forschungsteam ist es schon jetzt gelungen, die Existenz eines Gens nachzuweisen, das essentiell für den Statuserhalt der Königin und somit für strikte Einhaltung der Hierarchie im Termitenstaat ist. Bei Termiten der Art Cryptotermes secundus ist ein aktives Gen namens Neofem2 für die Produktion des Proteins verantwortlich, das den übrigen Termiten ihren Status als Arbeiter zuweist. Es unterdrückt das Fortpflanzungsverhalten der Arbeitertermiten und gewährleistet so, dass die Ordnung im Termitenstaat aufrechterhalten wird.
Reguliert man die Aktivität dieses Gens nach unten, so begehren die Arbeiter auf und in dem einst streng hierarchischen Termitenstaat kommt es zu zahlreichen Kämpfen unter aufstrebenden Arbeitern. Mit diesen Erkenntnissen soll es in Zukunft möglich sein, Termitenpopulationen einzudämmen und sie von ihren bisweilen zerstörerischen Tätigkeiten abzuhalten. So fressen Termiten sich durch Bäume, Möbel oder gar ganze Holzhäuser. Bei ihren Feldforschungen, die beispielsweise in Australien oder Westafrika stattfinden, untersucht Korb des Weiteren die Entstehung komplexer Verhaltensanpassungen, Populationsdynamiken oder die Regulation tropischer Savannenökosysteme.
Von 1987 bis 1993 absolvierte Korb ein Diplom-Biologie Studium an der Universität Würzburg. Nach Tätigkeiten an der Universität Regensburg und am Wissenschaftskolleg zu Berlin gelangte Korb schließlich nach Osnabrück. Seit April 2008 ist sie an der Universität Osnabrück als Professorin für Verhaltensbiologie tätig. Dabei liegen ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte neben der Evolution von Sozialsystemen und Konfliktlösungsmechanismen besonders im Bereich der Wechselwirkung zwischen ökologischen und evolutionären Prozessen. Ein weiteres Interessengebiet ist die Regulation tropischer Ökosysteme. 2006 organisierte Korb eine Freilandexkursion für Studierende in das Biosphären Reservat, den Pendjari Nationalpark in Benin (Westafrika).
Weitere Informationen für die Medien:
Prof. Judith Ingrid Korb
Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Barbarastr. 11, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 3496
Fax: +49 541 969 2862
E-Mail: Judith.Korb@biologie.uni-osnabrueck.de
Dr. Utz Lederbogen | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-osnabrueck.de
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