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Er ist einer von rund 100 Forschern, deren Projekt aus europaweit cirka 10.000 Projektanträgen ausgewählt wurde. Professor Knochel erhält nun insgesamt zwei Millionen Euro für die Forschung zu neuen metallorganischen Verbindungen.
"Die Verwendung von metallorganischen Reagenzien hat die organische Synthese stark verändert", sagt Knochel. "Wir wollen uns verstärkt mit der Entwicklung neuer metallorganischer Reagenzien befassen, die gleichzeitig eine hohe Reaktivität besitzen, aber auch eine Reihe von wichtigen funktionellen Gruppen tolerieren." Die Forscher um Knochel konzentrieren sich hierbei vor allem auf nicht toxische und zudem günstige Metalle, wie etwa Zink, Magnesium, Aluminium, Mangan oder Eisen.
Im Labor von Professor Knochel konnten schon mehrere inovative Methoden von polyfunktionellen Magnesium-Verbindungen entwickelt werden. So zum Beispiel zur Herstellung zahlreicher neuartiger Magnesium-Intermediate durch eine direkte Einschiebung von Magnesiumspänen in aromatische und heterozyklische Chloride und Bromide unter Hinzunahme von Lithiumchlorid. "Solche Verbindungen sind wertvoll für die Herstellung pharmazeutisch relevanter Moleküle und neuartiger Materialen", berichtet Knochel. Die Methoden des Forscherteams sind daher auch industriell relevant. Sie wurden bereits patentiert und an die Firma Chemetall GmbH lizenziert. Es konnten schon mehrere Tonnen einiger dieser Magnesium-Verbindungen hergestellt und im großen Maßstab verwendet werden. Mit den Mitteln des ERC-Grant soll die Forschung nun auf die umweltfreundlichen Metalle Zink, Aluminium, Mangan und Eisen ausgedehnt werden.
Das ERC fördert mit dem Advanced Investigator Grant Grundlagenforschung in Europa. Begrüßt werden insbesondere interdisziplinäre Projektvorschläge, die Erforschung neuer Wissenschaftsbereiche und die Anwendung innovativer Methoden. ERC-Grants werden im Wettbewerb an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben.
Alleiniges Auswahlkriterium in der Begutachtung ist die wissenschaftliche Exzellenz der Antragstellerinnen und Antragsteller beziehungsweise der Projektvorschläge. ERC-Grants decken bis zu 100 Prozent der direkten Forschungskosten ab - dazu gehören unter anderem Personalkosten, Ausstattung, Material und Reisekosten - und beinhalten einen 20-prozentigen Zuschuss zu den indirekten Projektkosten.
Beim ERC waren insgesamt 2.167 Anträge aus 36 Ländern eingegangen, die in einem zweistufigen Verfahren ausgewählt wurden. Die Auszeichnung ist mit einer projektbezogenen finanziellen Unterstützung von rund zwei Millionen Euro verbunden.
Weitere Informationen:
Professor Dr. Paul Knochel
Deparment für Chemie und Biochemie
Tel.: 089 / 2180-77681
Fax: 089 / 2180-77680
E-Mail: Knoch@cup.uni-muenchen.de
Luise Dirscherl | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-muenchen.de
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