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Mit lahmen Moskitos gegen Dengue-Fieber

23.02.2010
Wissenschaftler wollen Moskitos per Gentechnik die Flügel stutzen

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Ein Wissenschaftlerteam züchtet derzeit einen gentechnisch veränderten Moskito-Stamm. Ziel ist es, die Ausbreitung des Dengue-Fieber zu stoppen. Das Fieber wird durch den Stich von infizierten weiblichen Moskitos übertragen.


Es gibt weder einen Impfstoff noch eine Behandlungsmöglichkeit. Experten gehen davon aus, dass jährlich bis zu 100 Mio. Menschen betroffen sind und fast ein Drittel der Weltbevölkerung bedroht ist, berichtet die BBC. Das Team um Luke Alphey von der University of Oxford hofft, dass sich gentechnisch veränderte männliche Moskitos paaren und so eine weibliche Nachkommenschaft entsteht, die ein Gen erbt, das das Flügelwachstum einschränkt.

Moskito-Population unterdrücken

Das Team argumentiert, dass dieser Ansatz eine sichere und wirksame Alternative zu gefährlichen Pestiziden ist und eingesetzt werden könnte, um auch die Ausbreitung von anderen durch Moskitos übertragenen Krankheiten wie Malaria einzudämmen. Sie gehen davon aus, dass die neue Züchtung die einheimische Moskito-Population innerhalb von sechs bis neun Monaten nachhaltig unterdrücken könnte. Anthony James von der University of California betonte, dass die derzeitigen Kontrollverfahren nicht ausreichend wirksam seien und neue daher dringend gebraucht würden. Kontrolliere man den Moskito, der das Virus überträgt, sollten die Erkrankungen und Todesfälle deutlich zurückgehen.

Die gentechnisch veränderten männlichen Moskitos sollen sich mit wild lebenden weiblichen paaren und so ihre Gene weitergeben. Die weiblichen Moskitos der nächsten Generation könnten dann nicht mehr fliegen, da das normale Wachstum der Flügel unterbrochen wird. Männliche Träger des Gens sind nicht betroffen. Alphey, der mit Oxitech Ltd ein eigenes Unternehmen gegründet hat, betonte, dass dieser Ansatz sehr zielorientiert sei. Das Verfahren sei absolut artenspezifisch. Die freigesetzten männlichen Tiere paarten sich nur mit weiblichen der gleichen Art. Zusätzlich sei das Verfahren egalitär. Alle Menschen einer Region profitierten davon.

Logistische Herausforderung

Hilary Ranson von der Liverpool School of Tropical Medicine http://www.liv.ac.uk/lstm erklärte, dass diese Forschungsergebnisse ein entscheidender Fortschritt seien. Es werde eine logistische Herausforderung bedeuten, ausreichend Tiere zu züchten und freizusetzen. Zusätzlich würden erhebliche Kosten entstehen. Die Wissenschaftlerin ist jedoch von der Umsetzbarkeit überzeugt. Dengue-Fieber sei die ideale Krankheit für ein derartiges Verfahren, da sie nur von einigen Moskito-Arten übertragen wird. Bei Malaria sehe die Sache ganz anders aus, da diese Krankheit von einer ganzen Reihe von Arten übertragen wird.

Details der Forschungen wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.

Michaela Monschein | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.ox.ac.uk
www.uci.edu
www.oxitec.com

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