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Dieser neue Biomarker soll die Diagnose eines Herzinfarktes schneller und genauer möglich machen als bisherige Tests. Zwischen dem Department of Cardiology des St. Thomas´ Hospital (King´s College London) und dem Institut für Physiologische Chemie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde jetzt ein Kooperationsvertrag zur Entwicklung von monoklonalen Antikörpern gegen ein Herz-spezifisches Strukturprotein und eines ELISA zu seiner quantitativen Bestimmung im Serum abgeschlossen.
ELISA ist eine Abkürzung für enzyme-linked immunosorbent assay. Durch diesen Test kann mit Hilfe einer enzymvermittelten Reaktion die Wechselwirkung zwischen einem Antigen (z. B. Krankheitserreger) und einem Antikörper nachgewiesen werden.
Ziel der Kooperation zwischen den Arbeitsgruppen von Professor Mike Marber vom King´s College und Dr. E. Weber sowie Professor T. Hollemann ist die Verbesserung der Herzinfarkt-Diagnostik. Das Zielprotein ist Bestandteil des Myosin-Filaments, stabilisiert die Struktur des Herzmuskels (Sarkomer = kleinste Struktureinheit des Muskels) und ist an der Regulation der Herzfunktion beteiligt. Dieses Strukturprotein und seine Abbauprodukte sind bereits kurz nach einem Herzinfarkt im Serum nachweisbar.
Das Protein selbst erreicht seine höchste Serum-Konzentration etwa 1 Stunde nach einem Infarkt und damit deutlich früher als die kardialen Troponine I und T, deren Bestimmung im Serum die bisherigen Standardmethoden in der Infarkt-Diagnostik darstellen.
Wegen der im Vergleich zu den Troponinen höheren Molmassen dieses Proteins und seiner Abbauprodukte und auf Grund der Tatsache, dass es auch in größeren Mengen am Aufbau des Sarkomers beteiligt ist, wird es als potenzieller Biomarker gesehen, der zu einer schnelleren und sichereren Infarktdiagnostik führen kann, zumal eine Erhöhung der cTnI-Konzentration im Serum nicht notwendigerweise infarktspezifisch ist und auch bei einer ganzen Reihe anderer kardialer Probleme beobachtet wird.
Mit dem spezifischen ELISA sollen systematische Analysen zur Freisetzung des Proteins nach einem Infarkt durchgeführt werden, um seine Bestimmung in der Infarktdiagnostik zu etablieren. Grundlegende Beiträge zur Charakterisierung dieses Proteins als eines möglichen Biomarkers wurden bereits vom King´s College geleistet.
Jens Müller
Unternehmenskommunikation
Leiter und Pressesprecher
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Medizinische Fakultät der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 557-1032
Fax: (0345) 557-5749
Jens Müller | Quelle: Universitätsklinikum Halle (Saal
Weitere Informationen: www.medizin.uni-halle.de
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