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Kommerzieller Walfang erhöht CO2-Emissionen

01.03.2010
Experte: Meeressäuger sind Wälder der Ozeane

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Ein Forscherteam der University of Maine hat hochgerechnet, dass der kommerzielle Walfang im 20. Jahrhundert mehr als 100 Mio. Tonnen CO2-Emissionen produziert hat. Das entspricht in etwa der Kohlenstoffmenge, die entsteht, wenn 130.000 Quadratkilometer Wald verbrannt werden.


Wale sind aufgrund ihrer großen Körpermasse nicht zu unterschätzende Kohlenstoffspeicher. Wenn sie getötet werden, entlassen sie dementsprechend hohe Mengen an CO2. Anlässlich des jährlichen Treffens der American Geophysical Union Ocean Sciences 2010 haben die Wissenschaftler ihre Studie präsentiert.

Wale sind wie Wälder der Ozeane

Wale sind die größten Lebewesen der Erde. Jeder einzelne Wal legt jährlich zwischen ein und drei Prozent an Gewicht zu. Ein ausgewachsener Blauwal wiegt rund 90 Tonnen. Zudem leben die Tiere bis zu 100 Jahre lang. "In marinen Ökosystemen sind Wale wie Wälder", so der Meeresbiologe Andrew Pershing.

Der industrielle Walfang mit Dampfschiffen hat um 1900 begonnen. Damals hat es schätzungsweise 110 Mio. Tonnen Wale in den Weltmeeren gegeben. Während des gesamten 20. Jahrhunderts sind mehr als 105 Mio. Tonnen Kohlenstoff aus getöteten Walen an die Atmosphäre abgegeben worden. Das entspricht in etwa einer Menge von 385 Mio. Tonnen CO2.

Walschutz in CO2-Handel integrieren

Im Vergleich zu den weltweit rund sieben Mrd. Tonnen CO2, die vom Menschen jährlich emittiert werden, sei das eine sehr geringe Menge. "Walfang war bestimmt nicht die Ursache für globale Erwärmung", so Pershing. Dennoch sei die Emissionsmenge, die der Walfang verursacht hat, nicht zu unterschätzen. "Das entspricht in etwa den Emissionen von 128.000 Hummer-Wägen, die 100 Jahre permanent gefahren werden."

Pershing argumentiert, dass der Walfangstopp in den Emissionshandel mit eingerechnet werden könnte. "Die Idee ist, Wale und große Fischschwärme als Emissionskredite zu nutzen", so Pershing. Damit könnte man den Druck, den die kommerzielle Fischerei auf bestehende Fischgründe ausübt, senken.

Der Meeresbiologe Daniel Costa von der University of California in Santa Cruz hält die Idee, Wale und Großfische wie den Weißen Hai und Tun in die Kohlenstoffhandel miteinzubeziehen für sehr gut. Wale sind aufgrund ihrer Größe und ihres Alters dafür besonders geeignet.

Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.umaine.edu
www.agu.org

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