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Spezielle Kopfbewegungen helfen der Speikobra, ihr Gift auf das Gesicht ihres Angreifers präzise zu verteilen und ihn dadurch zu blenden. Einem deutsch-amerikanischen Forscherteam gelang es durch neurologische Messungen, die elektrische Aktivität der Kopf- und Nackenmuskeln dieser Schlange aufzuzeichnen.
Es bestätigte sich ein Zusammenhang mit den komplexen Spritzmustern, mit denen die Schlange ihre Angriffsfläche vergrößert, wie man aus früheren Aufnahmen mit Hochgeschwindigkeitskameras weiß. Das berichtet die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Physiological and Biochemical Zoology.
Nur wenn sie sich verteidigen muss, schießt die Kobra Gift auf das Gesicht des Angreifers und blendet ihn damit. "Damit versucht sie, etwa gegenüber Greifvögeln, Warzenschweinen und Hyänen entscheidende Fluchtsekunden zu gewinnen. Ist der Angreifer zu nahe gekommen, kann ihr nur noch ein Giftbiss helfen", so Guido Westhoff, Studienautor und Schlangenforscher im Hamburger Zoo, im pressetext-Interview. Beim Menschen verursacht der Giftstrahl einen brennenden Schmerz in den Augen. "Wird das Gift nicht gleich ausgewaschen, kann es über in den Augapfel gelangende Bakterien zur Erblindung führen", so Westhoff. Zuhause sind die Speikobras in Afrika und Asien.
Gefährlich ist die Giftspritze vor allem durch die hohe Zielgenauigkeit, die die Kobra durch eine spezielle Spritztechnik erreicht. Sekundenbruchteile bevor das Gift das Kobramaul mit Hochdruck verlässt, versetzen die Kopf- und Nackenmuskeln den Schlangenkopf in schnelle Schwingungen und bewirken somit ein spezielles Spritzmuster, das die Angriffsfläche vergrößert. "Damit wird die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Teil des Gifts ins Auge gelangt", erklärt Westhoff. Mit Erfolg, denn bei einem Abstand von 60 Zentimetern verfehlt die Kobra nie ihr Ziel. Die Kopfbewegungen sei mit dem Blumengießen im Garten vergleichbar. "Auch hier versucht man, durch Schlauchbewegungen die bewässerte Fläche zu vergrößern."
"Speikobras sind eigentlich primitive Schlangen, doch sie wissen genau, worauf sie spucken, um sich bestmöglich zu verteidigen", so Westhoff. Erforscht werden müsse noch, wie die Form der Giftzähne das Spritzmuster beeinflusst und wonach die Schlangen genau zielen. "Bisher weiß man nur sicher, dass die Schlange auf das Gesicht abzielt. Ob sie dabei von reflektierenden Objekten wie etwa die Augen beeinflusst wird, konnte noch nicht nachgewiesen werden", so der Hamburger Zoologe abschließend.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.hagenbeck-tierpark.de
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