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Anders als Menschenkinder lernen Vögel auch ohne Vorbilder ihre Gesänge. Zu dieser Erkenntnis sind Forscher des City College New York und des Cold Spring Harbor Laboratory im Wissenschaftsmagazin Nature gekommen.
Die Wissenschaftler hatten mehrere männliche Zebrafinken isoliert aufgezogen und ihre Gesänge miteinander verglichen. Zwar haben sich die Gesänge der allein aufgewachsenen Vögel stark von jenen in freier Wildbahn unterschieden.
Untereinander waren die Melodien der Einsiedler allerdings sehr ähnlich. Innerhalb von drei bis vier Generationen haben sich die Gesänge der isolierten Tiere jenen natürlicher Populationen wieder angeglichen.
Die männlichen Finken wurden im Alter von einem Monat aus der Gruppe genommen und allein aufgezogen. Das Team um Olga Feher hat anschließend untersucht, wie sich die Gesänge dieser Tiere entwickelten. Junge Zebrafinken lernen von anderen älteren Geschlechtsgenossen in der Gruppe ihren Gesangsstil, indem sie Silben nachsingen. Die Gesänge der isoliert aufgewachsenen Tiere wiesen hingegen weniger Struktur auf, waren krächzender und deutlich lauter. Zudem waren sie nicht rhythmisch. Normale Gesänge von Zebrafinken bestehen aus individuellen feststehenden Silben, die immer wieder wiederholt werden. Die Forscher wollten nun wissen, wie isoliert aufwachsende Männchen ihre Gesangskünste anderen Männchen weitergeben. Dazu setzten sie die isoliert aufgewachsenen Tiere zu je einem männlichen Jungvogel. Die jüngeren übernahmen darauf den Gesangsstil der älteren Tiere, indem sie den Stil wieder imitierten.
Die Forscher wollten auch wissen, wie solch isoliert aufgewachsenen Männchen ihren Gesangsstil an Nachkommen weitergeben. Dazu setzten sie diese jungen Männchen der nächsten Generation als Lehrer vor. Dabei konnten sie feststellen, dass sich nach etwa drei bis vier Generationen die Art und Weise des Gesangs jenem normaler Populationen anglich. Das legt nahe, dass das Singen auch teilweise genetisch festgelegt ist, obwohl die Lernerfahrung eine offensichtlich große Rolle spielt, weil sie die Gesänge beeinflußt.
Die ursprünglich in Australien und den Sunda-Inseln beheimateten Zebrafinken gelten aufgrund der leichten Käfighaltung als sehr beliebte Haustiere. Nur die Männchen balzen und singen. Zebrafinken sind gesellige Vögel, die in der Natur üblicherweise außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen leben.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www1.ccny.cuny.edu
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