Anzeige
Ein als "Axl" bezeichnetes Signalmolekül wurde jetzt auf Immunzellen der Oberhaut entdeckt. Dieses vor Kurzem veröffentlichte Ergebnis erlaubt einen neuen Einblick in die Entwicklung wichtiger Immunzellen der Haut, der sogenannten Langerhans-Zellen. Sie wirken gegen eindringende Mikroorganismen und sind von wesentlicher Bedeutung für unsere Gesundheit. Wie im Rahmen des vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projekts weiters festgestellt wurde, hängt die natürliche Produktion des Signalmoleküls Axl stark von dem Botenstoff Zytokin TGF-beta1 ab. Insgesamt ermöglichen die Ergebnisse ein besseres Verständnis der Entwicklung von Immunzellen und liefern neue Ansatzmöglichkeiten für Therapien von Autoimmunerkrankungen.
Manche Infektionen sind zum "aus der Haut fahren". Dies lässt man aber besser bleiben, denn die Haut stellt einen wirkungsvollen Schutz gegen Infektionen dar. Das ist auch den sogenannten Langerhans-Zellen (LZ) zu verdanken. Diese sind in der Oberhaut und auf Schleimhäuten eine erste Verteidigungslinie gegen eindringende Viren, Bakterien und Pilze. Wie die Immunzellen aus blutbildenden Stammzellen entstehen, untersucht ein Team an der Medizinischen Universität Wien - dem dabei vor Kurzem wichtige Entdeckungen gelangen.
SIGNALWIRKUNG
Das Team um Prof. Herbert Strobl vom Institut für Immunologie zeigte nicht nur, dass ein als Axl bezeichnetes Signalmolekül auf der Zelloberfläche von LZ vorkommt, sondern auch, wie dieses Vorkommen durch den Botenstoff Transforming Growth Factor-beta 1 (TGF-beta1) gesteuert wird. Zur Bedeutung dieser Arbeit meint Prof. Strobl: "Auf der Haut kommt auch eine Vielzahl gutartiger Mikroben vor, die für die menschliche Gesundheit wichtig sind. Die Fähigkeit, "Gut" und "Böse" zu unterscheiden, ist daher für LZ von kritischer Bedeutung - und dabei spielt Axl eine wichtige Rolle."
Tatsächlich ist Axl ein Rezeptor, der zur Familie der sogenannten "TAM-receptor tyrosin kinases" gehört. Diese haben eine wesentliche Funktion bei der Verhinderung von ungewollten Entzündungsreaktionen - und verhindern so auch Immunantworten gegen gutartige Mikroben. Zu klären, wann und wie Axl gebildet wird, ist daher von wesentlicher Bedeutung zum Verständnis der Entwicklung von LZ aus Stammzellen.
Das Team um Prof. Strobl, der vor Kurzem an das Institut für Pathophysiologie und Immunologie der Medizinischen Universität Graz berufen wurde, zeigte nun, dass Vorläuferzellen der LZ bereits wenige Stunden nach dem Kontakt mit TGF-beta1 das Signalmolekül Axl ausbilden. Ein - im Vergleich zu anderen Prozessen der Zelldifferenzierung - erstaunlich kurzer Zeitraum. Zudem wurde festgestellt, dass Axl nur in jenen Zellen hergestellt wird, die sich zu LZ weiter differenzieren - und nicht zu anderen Zelltypen wie Granulo-, Mono- oder Lymphozyten. Auch konnte gemessen werden, dass Axl der einzige Rezeptor der TAM-Familie ist, der unter diesen Bedingungen synthetisiert wird.
Diese Ergebnisse machten Mag. Thomas Bauer, Erstautor der Studie, rasch klar, dass die Wirkung von TGF-beta1 auf die Herstellung von Axl ganz wesentlich für die LZ-Differenzierung aus Vorläuferzellen ist. Eine Tatsache, die auch dadurch unterstrichen wird, dass nur die kontinuierliche Anwesenheit von TGF-beta1 die Synthese von Axl während der gesamten Differenzierung gewährleistet.
ERGEBNIS MIT SYSTEM
Diese Ergebnisse wurden nun im angesehenen Journal of Experimental Medicine veröffentlicht. Möglich wurde die qualitativ wie quantitativ überzeugende Arbeit auch durch ein gut etabliertes Testsystem, wie Prof. Strobl erläutert: "Dank eines In-vitro-Zellkultur-Verfahrens für die LZ-Differenzierung aus isolierten Blutstammzellen können wir die Wirkung verschiedener Moleküle während der Differenzierung von LZ sehr gut analysieren. Das haben wir nun auch mit TGF-beta1 gemacht."
Die Bedeutung der Ergebnisse dieses FWF-Projekts reicht dabei weit über ein reines Grundlagenverständnis hinaus. Denn die Fähigkeit von Axl, zwischen "Gut" und "Böse" zu unterscheiden, erlaubt ihm auch, Autoimmunerkrankungen zu verhindern. So könnten die Ergebnisse zukünftig vielleicht auch einen Beitrag zur Behandlung dieser Art von Erkrankungen leisten.
Originalpublikation: T. Bauer, A. Zagorska, J. Jurkin, N. Yasmin, R. Koffel, S. Richter, B. Gesslbauer, G. Lemke and H. Strobl, Identification of Axl as a downstream effector of TGF-beta1 during Langerhans cell differentiation and epidermal homeostasis. J. Exp. Med. 2012 Vol. 209 No. 11 2033-2047. DOI 10.1084/jem.20120493
Wissenschaftlicher Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Herbert Strobl
Institut für Pathophysiologie und Immunologie
Medizinische Universität Graz
Heinrichstraße 31a
8010 Graz
M +43 / 676 / 757 61 95
E herbert.strobl@medunigraz.at
Der Wissenschaftsfonds FWF:
Mag. Stefan Bernhardt
Haus der Forschung
Sensengasse 1
1090 Wien
T +43 / 1 / 505 67 40 - 8111
E stefan.bernhardt@fwf.ac.at
W http://www.fwf.ac.at
Redaktion & Aussendung:
PR&D - Public Relations für Forschung & Bildung
Mariannengasse 8
1090 Wien
T +43 / 1 / 505 70 44
E contact@prd.at
W http://www.prd.at
Judith Sandberger | Quelle: PR&D
Weitere Informationen: www.fwf.ac.at
www.fwf.ac.at/de/public_relations/press/pv201301-de.html
Weitere Berichte zu: Autoimmunerkrankung > Differenzierung > FWF > Immunologie > Immunzelle > Langerhans-Zellen > Mikrobe > Oberhaut > Pathophysiologie > Signalmolekül > Stammzelle > TGF-beta1 > Vorläuferzelle > Wissenschaftsfond
Genetische Ursachen von Hodenkrebs entdeckt
21.05.2013 | Medizinische Hochschule Hannover
In Early Earth, Iron Helped RNA Catalyze Electron Transfer
21.05.2013 | Georgia Institute of Technology, Research Communications
Leichtbau gilt als Schlüsseltechnologie. Wo immer es um geringes Gewicht geht und Massen bewegt werden müssen, sind sie gefragt: Faserverbundwerkstoffe. Doch nicht immer geht es ohne Metall.
Eine Methode, die besten Eigenschaften verschiedener Werkstoffe miteinander zu verbinden, ist die Hybrid-Bauweise. Sinnvolle Kombinationen unterschiedlicher Materialien sind zum Beispiel CFK und Aluminium.
Derzeit erfolgt das Verbinden dieser Komponenten über ein adhäsives oder mechanisches Fügen. Insbesondere im Hinblick auf gewichtsoptimierte, integrale Strukturen mit verbesserten mechanischen Eigenschaften sind jedoch neue Konstruktions- ...
Einen tiefen Einblick in das Wesen quantenmechanischer Phasenübergänge gewannen Innsbrucker Quantenphysiker um Rainer Blatt und Peter Zoller im Labor.
Sie haben als erste Forscher den Kampf gegensätzlicher Dynamiken an einem neuartigen Übergang zweier quantenmechanischer Ordnungen simuliert und berichten darüber in der Fachzeitschrift Nature Physics.
„Bringen wir Wasser zum Kochen, steigen Wassermoleküle als Dampf auf. Eine solche Änderung der physikalischen Ordnung von Materie nennen wir Phasenübergang“, erklärt Sebastian Diehl vom ...
Supraleitungssensoren der PTB ermöglichen hochempfindliche Messungen der magnetischen Kernresonanz dünner Helium-3-Schichten - aktuelle Veröffentlichung in Science
Tieftemperatur-Spezialisten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben mit ihren SQUIDs dazu beigetragen, dass die magnetischen Momente von Atomen des seltenen Isotopes 3He (Helium-3) extrem empfindlich gemessen werden konnten. Mithilfe dieser Sensoren wurden hochempfindliche Kernresonanzspektrometer entwickelt, die jetzt tiefe Einblicke in den Zustand der Materie bei extrem tiefen Temperaturen lieferten.
Konkret sperrte ...
Gut 99 Prozent des gesamten Eises an Land ist in den riesigen Eisschilden der Antarktis und Grönlands gespeichert, nur knapp ein Prozent dagegen in Gletschern.
Die Schmelzwasser dieser Gletscher trugen im Zeitraum 2003 bis 2009 etwa genauso viel zum Anstieg des Meeresspiegels bei, wie die beiden Eisschilde: rund einen Drittel. Dies ist eines der Resultate einer internationalen Studie mit Beteiligung von UZH-Geographen.
Wieviel alle Gletscher zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen, wurde noch nie so genau ...
Siemens hat das weltweit erste kabellose Ultraschallgerät vorgestellt. Der Schallkopf ist mit einer Hand gut bedienbar und überträgt das Ultraschallbild per Radiofrequenz auf den Bildschirm.
Das Fehlen der Kabel ist vor allem bei Operationen oder interventionellen Eingriffen von Vorteil, wo beispielsweise Nadeln mit Hilfe von Ultraschall visualisiert werden. Die Kabel am Schallkopf behindern die Person, die das Gerät bedient, und sie können trotz steriler Schutzhüllen ein Infektionsrisiko darstellen.
Das kabellose Acuson Freestyle arbeitet bis zu ...
Anzeige
Anzeige

Genetische Ursachen von Hodenkrebs entdeckt
21.05.2013 | Biowissenschaften Chemie
Graphene Study Confirms 40-Year-Old Physics Prediction
21.05.2013 | Studien Analysen
In Early Earth, Iron Helped RNA Catalyze Electron Transfer
21.05.2013 | Biowissenschaften Chemie
DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juli 2013
21.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten
TU9 auf der 65. NAFSA Konferenz in St. Louis (USA)
21.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten
21.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten