Anzeige
Diese neuen Viren enthalten die komplette Erbinformation, die im Zellkern der Wirtszelle vervielfältigt wird - aber wie genau läuft diese "Verpackung" des Erbguts ab? Diese grundlegende Frage ergründet Bastian Grewe in der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität (Prof. Dr. Klaus Überla).
Für seine Forschungsarbeiten erhielt er den diesjährigen Förderpreis der von der Dresdner Bank AG betreuten Bochumer Sophia und Fritz Heinemann Stiftung. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.
HIV nutzt Zellbestandteile für seine Zwecke
Die Forscher sind den Details der Vermehrung des HI-Virus schon lange auf der Spur. Fest steht, dass neue Viruspartikel an der äußeren Hülle der Wirtszelle, der Plasmamembran, freigesetzt werden. Das Erbgut, das im Zellkern vervielfältigt wird, muss also durch die Zellflüssigkeit (Zytoplasma) zur Membran gelangen und dort in neue Viruspartikel verpackt werden, bevor sie freigelassen werden und weitere Zellen infizieren.
Diese Vorgänge funktionieren Studien der Arbeitsgruppe zufolge ausschließlich dann reibungslos, wenn das Virusprotein Rev anwesend ist. "Es ist wahrscheinlich, dass das Virus daneben noch Bestandteile der Wirtszelle für seine Zwecke einspannt", erklärt Bastian Grewe seinen Forschungsansatz. In den Blickpunkt gerückt sind dabei so genannte miRNA-Moleküle. Diese kleinen Moleküle regulieren normalerweise die Produktion von Proteinen in der Zelle nach dem Bauplan der DNA im Zellkern. "Es gibt aber Hinweise, dass die miRNA auch bei der Entstehung viraler Proteine oder beim Verpackungsprozess bedeutsam ist", so Bastian Grewe.
Suche nach verdächtigen Überbleibseln
Um das herauszufinden, will er verschiedene Untersuchungen durchführen. "Einerseits interessiert es uns, ob sich in den neuen Viruspartikeln miRNA-Moleküle wiederfinden, die mit verpackt worden sind", erklärt er. "Wenn ja, ist das ein Zeichen dafür, dass es eine Interaktion mit miRNA-Molekülen beim Verpacken gibt." Falls miRNA innerhalb der Zelle bei der Herstellung viraler Proteine eine Rolle spielt, müsste sich das anhand der so genannten Processing Bodies (P-Bodies) nachweisen lassen, wohin miRNA-gebundene Moleküle in der Regel transportiert werden. Dort müssten also auch Virusbestandteile landen, falls sie mit miRNA assoziieren. Daher will Bastian Grewe auch P-Bodies unter die Lupe nehmen und auf virale Bestandteile untersuchen.
Modulares Untersuchungssystem erlaubt Rückschlüsse
Für die Untersuchungen besonders vorteilhaft ist, dass die Forscher über ein modulares System verfügen, das es ihnen erlaubt, die Prozesse jeweils mit dem Protein Rev und ohne es zu überprüfen. "Da die Verpackung von viraler Erbinformation in neue Viruspartikel nur mit Rev funktioniert, erwarten wir, dass wir in Abwesenheit von Rev auch kein Virusgenom in den P-Bodies der Wirtszelle finden werden und keine miRNA in Viruspartikeln", erläutert Bastian Grewe. "Finden wir dies aber in Anwesenheit von Rev, dann können wir daraus schließen, dass miRNA bei der Vermehrung von HI-Viren eine Rolle spielt."
Weitere Informationen
Bastian Grewe, Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-29277 oder -29244, E-Mail: BastianGrewe@gmx.de
Redaktion: Meike Drießen
Dr. Josef König | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ruhr-uni-bochum.de/
Weitere Berichte zu: Erbgut > Erbgut-Verpackung > Erbinformation > HI-Virus > Molekül > P-Bodies > Protein > RUB-Virologe > Vermehrung > Virologie > Virus > Viruspartikel > Wirtszelle > Zelle > Zellkern
Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
How the zebra got its stripes
09.02.2012 | The Company of Biologists
Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden
Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst
Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...
Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.
Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.
Das System ...
Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.
Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.
Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...
Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.
Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...
Anzeige
Anzeige

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?
09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung
09.02.2012 | Studien Analysen
Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten