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Ein neues Forschungsprojekt zu Dengue-Fieber mit 14 Partnern in 12 Ländern wird von der Sektion Klinische Tropenmedizin am Department für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg unter der Leitung von Dr. med. Thomas Jänisch koordiniert.
Die Europäische Union fördert IDAMS (International Consortium on Dengue Risk Assessment, Management and Surveillance) über 5 Jahre mit insgesamt 6 Millionen Euro, davon gehen rund 785.000 Euro nach Heidelberg. Die Forscher möchten unter anderem herausfinden, wie sich schwere Krankheitsverläufe frühzeitig erkennen lassen sowie eine weltweite Dengue-Risiko-Karte erstellen.
Das Dengue-Fieber ist die häufigste von Stechmücken übertragene Infektionskrankheit; weltweit leben ca. 3,6 Milliarden Menschen in Dengue-Risiko-Gebieten. Rund 50 Millionen Menschen erkranken pro Jahr. Eine Therapie oder Impfung gegen das Virus gibt es nicht. Vor allem Kinder in tropischen Ländern Südostasiens und Lateinamerikas sind in Gefahr, schwer an Dengue zu erkranken oder sogar daran zu sterben. Reisende, die sich angesteckt haben, bringen die Infektionskrankheit auch nach Europa. In den vergangenen Jahren wurden erste Fälle einer direkten Dengue-Übertragung durch die so genannte Asiatische Tiger-Mücke in Europa gemeldet.
Schwere Krankheitsverläufe frühzeitig erkennen
Wie unterscheidet sich Dengue in der Frühphase klinisch von anderen fieberhaften Erkrankungen? Kündigen sich schwere Infektionsverläufe durch bestimmte Symptome und Laborwerte an? Antworten soll eine multizentrische Studie geben mit insgesamt rund 10.000 Patienten in Gesundheitseinrichtungen in Asien und Lateinamerika, z.B. in Vietnam und Brasilien.
Die Heidelberger Forschergruppe hat dazu eine Eingabemaske programmiert, in die Ärzte und medizinisches Personal vor Ort Patientendaten wie Symptome und Laborwerte eingeben. Um die richtige Anwendung und die Qualität der Daten zu sichern, werden alle teilnehmenden Partner vor Ort geschult. Die Daten werden nach Heidelberg übermittelt und von Epidemiologen ausgewertet. „Eine Dengue-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen“, erklärt Dr. Jänisch. „Wir möchten z.B. herausfinden, wie Ärzte in einem frühen Fieberstadium der Erkrankung einen schweren Verlauf erkennen oder sogar voraussagen können.“ Die Patienten mit schwerem Verlauf müssen im Krankenhaus aufgenommen und engmaschig beobachtet bzw. mit Flüssigkeitsinfusionen behandelt werden. Patienten mit einem leichten Krankheitsverlauf könnten nach Hause entlassen werden.
Dengue-Risiko-Weltkarte
„Dengue ist einer der wichtigsten Erkrankungen der Tropenmedizin“ sagt Dr. Jänisch. „Weltweit sind immer größere Gebiete von dieser Viruserkrankung betroffen, neben Afrika könnte Dengue im Prinzip auch auf Südeuropa und Teile Nordamerikas übergreifen.“ Deshalb ist ein weiterer zentraler Baustein des Forschungsprojekts die Erstellung einer weltweiten Dengue-Risiko-Karte. Dies übernehmen die Projekt-Partner der Oxford University in England.
„Eine solche Risiko-Karte hat z.B. bei der Malaria entscheidend dazu beigetragen, die Ressourcen für die Kontrolle der Erkrankung gezielter und effizienter einzusetzen.“ Ähnliche Effekte erhoffen sich die Wissenschaftler auch für das Dengue-Fieber.
Dengue: ein Schwerpunkt der Heidelberger Tropenmediziner
IDAMS ist bereits das zweite mit EU-Mitteln geförderte Dengue-Großprojekt der Heidelberger Tropenmediziner im Verbund mit internationalen Partnern. Damit hat sich die Dengue Forschung zu einem international anerkannten Schwerpunkt der Heidelberger Tropenmedizin entwickelt. In der tropenmedizinischen Ambulanz werden pro Jahr rund 25 Patienten mit Dengue-Infektion behandelt.
Kontakt:
Dr. Thomas Jänisch
Department für Infektionskrankheiten
Sektion Klinische Tropenmedizin
06221 5638040
thomas.jaenisch@urz.uni-heidelberg.de
Prof. Dr. Thomas Junghanss
Department für Infektionskrankheiten
Sektion Klinische Tropenmedizin
06221 5636637
thomas.junghanss@urz.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de
Dr. Annette Tuffs | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.klinikum.uni-heidelberg.de
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