Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Große Geräte für die Untersuchung kleiner Strukturen

27.10.2008
Professuren Anorganische Chemie sowie Koordinationschemie erhalten aus Mitteln des Hochschulbauförderungsgesetzes Laborgeräte für zwei sich ergänzende Analytikmethoden im Wert von insgesamt 700.000 Euro

Anzeige

Die Strukturen chemischer Verbindungen - sowohl in Lösungen als auch in Festkörpern - zu kennen, ist Voraussetzung für Chemiker, um Bindungsverhältnisse zu analysieren sowie Rückschlüsse auf die chemische Reaktivität und die physikalischen Eigenschaften zu ziehen.


Diesen Strukturen können Chemiker der TU Chemnitz künftig mit Hilfe zweier sich ergänzender Analytikmethoden auf den Grund gehen: Im Frühjahr 2008 erhielten die Professuren Anorganische Chemie sowie Koordinationschemie insgesamt 700.000 Euro durch das Hochschulbauförderungsgesetz (HBFG), um zwei Großgeräte zu beschaffen. Inzwischen konnten ein hochauflösendes Multikern-NMR-Spektrometer - für die Analyse von Molekülen in Lösung - und ein Transmissionsröntgenpulverdiffraktometer - für die Analyse von Festkörpern - in Betrieb genommen werden. "Die chemischen und physikalischen Eigenschaften einer Substanz in Lösung und im Festkörper können sich stark unterscheiden, sodass erst der Einsatz beider Methoden zu einer umfassenden Strukturanalyse führt", erklärt Prof. Dr. Heinrich Lang, Inhaber der Professur Anorganische Chemie. Auch für theoretische Chemiker sind die Ergebnisse dieser Analyseverfahren wichtig; sie brauchen sie als Startbedingungen für Modellrechnungen.

Die hochauflösende Kernresonanzspektroskopie ist eine Methode zur zerstörungsfreien Aufklärung der Struktur und Dynamik von kleinen Molekülen bis zu Makromolekülen und Proteinen in Lösungen. Im Vordergrund stehen dabei Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Molekülen und zu deren strukturellen Aufbau. "Mit dem neuen Gerät können auf Grund der hohen Feldstärke bisher bei uns nicht mögliche spezielle Messungen von beispielsweise extrem schwer löslichen Verbindungen, komplizierten Makromolekülen oder auch von Verbindungen mit schwer messbaren Kernen im unteren Frequenzbereich durchgeführt werden", erklärt Lang und ergänzt: "Die Anschaffung eines solchen Spektrometers mit 500 Megahertz ist in Kombination mit dem ebenfalls neu angeschafften Röntgendiffraktometer eine Investition in die Zukunft des Universitätsstandortes Chemnitz." So werden die Geräte auch eingesetzt, um den durch steigende Studierendenzahlen im Fach Chemie wachsenden Messbedarf zu bewältigen. Für die Forschung ermöglicht das NMR-Spektrometer unter anderem Tief- und Hochtemperaturmessungen von minus 100 bis plus 150 Grad Celsius. "Vor allem sind die Messungen in wesentlich kürzerer Zeit, mit geringerem Aufwand und besserer Auflösung möglich, als dies mit unserer bisherigen Laborausstattung der Fall war", erläutert Lang.

Die Röntgenpulverdiffraktometrie ermöglicht die Untersuchung der Zusammensetzung und der Struktur von kristallinen Stoffen. Handelt es sich bei der Probe um eine bekannte Reinsubstanz, können die Ergebnisse mit Hilfe von Datenbanken für bekannte Substanzen identifiziert werden. Besteht die Probe aus mehreren bekannten Substanzen, kann darüber hinaus auch der jeweilige Anteil quantitativ bestimmt werden. "Viele für die Festkörperforschung und Materialwissenschaften interessante Verbindungen sind noch nicht strukturell charakterisiert worden. Dies überrascht, wenn man bedenkt, wie eng der Zusammenhang zwischen Kristallstruktur auf der einen und physikalischen sowie chemischen Eigenschaften auf der anderen Seite ist", so Prof. Dr. Michael Mehring, Inhaber der Professur Koordinationschemie. "Die Entwicklung neuer Materialien basierend auf dem Konzept des Crystal Engineering, das die Kenntnis möglichst vieler verwandter Kristallstrukturen voraussetzt, ist aus der Katalysator-, Keramik-, Polymer- und Arzneimittelforschung nicht mehr wegzudenken", erläutert Mehring die Bedeutung des Forschungsgebietes, für das seiner Professur jetzt ein leistungsfähiges Transmissionspulverdiffraktometer zur Verfügung steht, wodurch sich unter anderem viele Messungen beschleunigen lassen und auch Untersuchungen bei sehr kleinen Substanzmengen möglich werden. Darüber hinaus können temperaturabhängige Kristallisationsprozesse, Phasenumwandlungen und Zersetzungsprozesse im Temperaturbereich von minus 100 bis 1000 Grad Celsius studiert werden.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Heinrich Lang, Telefon 0371 531-21210, E-Mail heinrich.lang@chemie.tu-chemnitz.de, und Prof. Dr. Michael Mehring, Telefon 0371 531-21250, E-Mail michael.mehring@chemie.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tu-chemnitz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Newly discovered breast milk antibodies help neutralize HIV
23.05.2012 | Duke University Medical Center

nachricht Scientists unravel role of fusion gene in prostate cancer
23.05.2012 | New York- Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center/Weill Cornell Medical College

Alle Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Im Focus: Mikroben kennen nur eine Konstante: Veränderung!


Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) an der Philipps-Universität geht der einzigartigen Fähigkeit von Mikroorganismen auf den Grund, sich ständig an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den SFB 987 mit dem Titel "Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort" in den kommenden vier Jahren mit voraussichtlich mehr als sieben Millionen Euro.

„Die erfolgreiche Beantragung des neuen Sonderforschungsbereichs belegt einmal mehr die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Mikrobiologie am Standort Marburg“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, der Marburger Uni-Vizepräsident für Forschung. „Die Einrichtung des SFB wird Marburgs Stellung als zentraler Ort der mikrobiologischen Forschung festigen und deren internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen.“ ...

Im Focus: Schnelles Korallensterben


Erosion in tropischen Küstenregionen führt zum schnellen Tod der Korallen

Die Farbigkeit, Vielfalt und Exotik der tropischen Korallenriffe fasziniert viele Menschen weltweit. Und doch sind es die Folgen unserer Zivilisation, die dieses fragile Ökosystem bedrohen durch Klimaerwärmung, Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung. Fortschreitende Industrialisierung, Waldrodungen und intensive Landwirtschaft in küstennahen Gebieten führen zu Erosion und verändern die Lebensbedingungen im Meer dramatisch.

Jetzt ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Komplexität beherrschen

23.05.2012 | Energie und Elektrotechnik

Nano-Müll lässt sich nicht verbrennen

23.05.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Nea Kameni volcano movement captured by Envisat

23.05.2012 | Geowissenschaften

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Jeder Mensch ist anders - Nutzen der individualisierten Medizin

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

14th Leibniz Conference of advanced science „Sensorsysteme 2012“

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Exklusive Kontakte beim Investforum

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp