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Dem menschlichen Gehirn fällt es im Alter immer schwerer, zwischen einzelnen Gerüchen zu unterscheiden. Zu diesem Schluss kommen Neurowissenschaftler der University of Colorado in der Fachzeitschrift "Neurobiology of Aging". Die Ergebnisse deuten darauf, dass Senioren von Natur aus schlechter vor gefährlichen Chemikalien, austretendem Gas oder verdorbenem Essen geschützt sind - und liefern eine Teilerklärung für das enorme Problem der Mangelernährung im Alter.
Geruchs-Mischmasch
Die Forscher testeten 440 Menschen, die teils unter 45, teils über 60 Jahre alt waren. Untersucht wurde jeweils, wie die für den Geruchssinn zuständigen Gehirnzellen auf Gerüche und deren Einzelbestandteile reagierten. "Bei jüngeren Menschen reagierten die Neuronen jeweils auf entweder den einen oder den anderen Bestandteil, bei älteren Menschen jedoch auf beide. Die genaue Bestimmung eines Geruchs wird für alte Menschen somit deutlich schwieriger", so Studienleiter Diego Restrepo.
Bestätigung und weiteren Aufschluss lieferte schließlich die Zellbiopsie von Menschen beider Altersgruppen. Auch hier zeigten sich die Gehirnzellen jüngerer Spender weit selektiver als bei den älteren, während deren Anzahl jedoch gleich war. Statt dass Ältere wie erwartet weniger Geruchsnerven besitzen und somit seltener auf Stimuli reagieren, mischt die gleichbleibende Neuronensubstanz die Gerüche und büßt somit an Funktionstüchtigkeit ein.
Süßer Zahn im Alter
Der Geruch einer Mahlzeit fließt mit in den Geschmack ein. Je schlechter dieser wahrgenommen wird, desto farbloser wird das Essen empfunden, erklärt der belgische Gerontologe Jean-Pierre Baeyens http://eugms.org gegenüber pressetext. "Es verwundert deshalb nicht, wenn alte Menschen plötzlich mehr Salz und Zucker brauchen, damit das Essen schmeckt." Für den Experten ist dies einer der wichtigsten Gründe, warum viele Senioren bedrohlich wenig essen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20111019004 ).
Abstract des Originalartikels unter
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0197458011003903
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.ucdenver.edu
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