Anzeige
Dies zeigen Forscher der Universität Basel und weisen damit erstmals den aus der Landwirtschaft bekannten Monokultur-Effekt bei Tieren nach. Die Fachzeitschrift "Ecology Letters" veröffentlicht die Forschungsergebnisse in ihrer Septemberausgabe.
Der Monokultur-Effekt ist im Ackerbau gut bekannt: Der grossflächige und langjähriger Anbau nur eine einzigen Sorte von Mais, Reis oder Kartoffeln begünstigt die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern. Umgekehrt sind demnach Populationen mit hoher genetischer Vielfalt weniger von Krankheiten und Parasiten betroffen als solche mit geringer genetischer Diversität.
Bisher war unklar, ob dieser Effekt auch bei Tieren zutrifft, die sich in Bezug auf Parasiten stark von Pflanzen unterscheiden. Unter anderem sind die meisten Tiere mobil, und oft finden zwischen verschiedenen Individuen soziale Interaktionen statt. Beides kann die Übertragung von Parasiten begünstigen und so die Epidemiologie beeinflussen. Zudem könnte der Monokultur-Effekt auf die künstliche Situation in der Landwirtschaft zurückzuführen sein:
Nutzpflanzensorten sind speziell auf hohe Erträge gezüchtet, wodurch allenfalls andere Eigenschaften verloren gegangen sein könnten. Um den Monokultur-Effekt besser verstehen zu können, sind Experimente an naturnahen Populationen nötig.
Quasi-natürliche Bedingungen
In ihrem Langzeitexperiment studierten Dr. Florian Altermatt und Prof. Dieter Ebert vom Zoologischen Institut der Universität Basel, wie sich Parasiten in Tierpopulationen von geringer und von hoher genetischer Diversität ausbreiten.
Über drei Jahren untersuchten sie Wasserflöhe der Gattung Daphnia, die sie unter halbnatürlichen Freilandbedingungen in der Zoologischen Station Tvärminne in Südfinnland hielten. Als Parasit verwendeten die Forscher ein Mikrosporidium (Octosporea bayeri), das in der Körperflüssigkeit und im Fettkörper der Wasserflöhe lebt. Die Wasserflohpopulationen wurden in Kübeln gehalten, wobei Wasser und Umweltbedingungen dem natürlichen Habitat - den so genannten Schärentümpeln - entsprachen.
Erkenntnisse für den Artenschutz
Die Basler Forscher konnten erstmals zeigen, dass sich Parasiten in Wirtspopulationen von geringer genetischer Diversität besser ausbreiten als in Wirtspopulationen von hoher genetischer Diversität. Dieser Effekt war über die ganze Dauer von drei Jahren erkennbar.
Ausserdem konnten sie mithilfe von genetischen Markern nachweisen, dass sich die Wasserflohpopulationen auch am Ende des Experiments in ihrer genetischen Diversität unterschieden. Daraus folgerten die Forscher, dass der Monokultur-Effekt nicht nur in landwirtschaftlichen Kulturen, sondern auch in natürlichen Populationen eine Rolle spielt. Diese Erkenntnisse sind zum Beispiel für den Artenschutz wichtig: Populationen von gefährdeten Arten sollten eine hohe Diversität aufweisen, um besser gegen Parasitenepidemien geschützt zu sein.
Weitere Auskünfte
Dr. Florian Altermatt,
Zoologisches Institut der Universität Basel, Evolutionsbiologie,
Vesalgasse 1, CH-4051 Basel,
Tel. +41 (0)61 717 88 63 oder +41 (0) 321 68 18,
E-Mail: florian.altermatt@unibas.ch
Originalbeitrag
Florian Altermatt and Dieter Ebert
Genetic diversity of Daphnia magna populations enhances resistance to parasites
Ecology Letters, (2008) 11: 918-928 | doi: 10.1111/j.1461-0248.2008.01203.x
Weitere Informationen:
http://www3.interscience.wiley.com/journal/120125494/abstract - Abstract
Reto Caluori | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.unibas.ch
www3.interscience.wiley.com/journal/120125494/abstract
Weitere Berichte zu: Diversität > Epidemiologie > Genetik > Genetische Vielfalt > Krankheitserreger > Monokultur-Effekt > Nutzpflanzen > Parasit > Population > Schädling > Wasserflohpopulationen > Wasserflöhe > Wirtspopulation
Newly discovered breast milk antibodies help neutralize HIV
23.05.2012 | Duke University Medical Center
Scientists unravel role of fusion gene in prostate cancer
23.05.2012 | New York- Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center/Weill Cornell Medical College
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) an der Philipps-Universität geht der einzigartigen Fähigkeit von Mikroorganismen auf den Grund, sich ständig an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den SFB 987 mit dem Titel "Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort" in den kommenden vier Jahren mit voraussichtlich mehr als sieben Millionen Euro.
„Die erfolgreiche Beantragung des neuen Sonderforschungsbereichs belegt einmal mehr die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Mikrobiologie am Standort Marburg“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, der Marburger Uni-Vizepräsident für Forschung. „Die Einrichtung des SFB wird Marburgs Stellung als zentraler Ort der mikrobiologischen Forschung festigen und deren internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen.“ ...
Erosion in tropischen Küstenregionen führt zum schnellen Tod der Korallen
Die Farbigkeit, Vielfalt und Exotik der tropischen Korallenriffe fasziniert viele Menschen weltweit. Und doch sind es die Folgen unserer Zivilisation, die dieses fragile Ökosystem bedrohen durch Klimaerwärmung, Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung. Fortschreitende Industrialisierung, Waldrodungen und intensive Landwirtschaft in küstennahen Gebieten führen zu Erosion und verändern die Lebensbedingungen im Meer dramatisch.
Jetzt ...
Anzeige
Anzeige

23.05.2012 | Energie und Elektrotechnik
Nano-Müll lässt sich nicht verbrennen
23.05.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Nea Kameni volcano movement captured by Envisat
23.05.2012 | Geowissenschaften
Jeder Mensch ist anders - Nutzen der individualisierten Medizin
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
14th Leibniz Conference of advanced science „Sensorsysteme 2012“
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Exklusive Kontakte beim Investforum
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten