Anzeige
Ziel ist es, mit Hilfe anonymisierter Versichertendaten der AOK erstmals bundesweit verlässliche Zahlen zum Auftreten und Verlauf der Demenzerkrankung zu erheben. Diese fehlen bisher. Um die gesellschaftlichen Herausforderungen einschätzen zu können, sind sie jedoch unbedingt nötig.
Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwas mehr als eine Million Menschen von einer Demenz betroffen. Gibt es keine großen Veränderungen im Krankheitsverlauf, so könnte diese Zahl bis 2050 auf etwa drei Millionen ansteigen. Grund ist die steigende Lebenserwartung, die in den nächsten Jahrzehnten vor allem den Anteil der über 80-Jährigen überproportional wachsen lässt. Demenzerkrankungen treten vermehrt im hohen Alter auf. Damit kommen auf die zukünftige Gesellschaft große Herausforderungen für die Therapie, Pflege und Versorgung der Erkrankten zu. Neben der körperlichen und seelischen Belastung für Erkrankte, deren Angehörige und Pfleger verursachen Demenzen erhebliche Kosten im Gesundheitssystem.
Obwohl die Auswirkungen für die Gesellschaft immens sein können, fehlen bisher verlässliche Daten zum Auftreten und Verlauf der Demenzerkrankung in Deutschland. Bisherige Studien beziehen sich oft nur auf einzelne Jahre und können deshalb verschiedene Fehlerquellen enthalten. So könnte sich schon durch ein geschärftes Bewusstsein für Demenzerkrankungen die Anzahl der diagnostizierten Fälle über die Zeit erhöht haben. Betrachtet man hier nur die Zahl einzelner Jahre, ohne etwaige Fehldiagnosen zu berücksichtigen, die sich zu einem späteren Zeitpunkt als solche herausstellen, verfälscht das die Statistik. Außerdem ist die Demenz im Anfangsstadium der Krankheit oft nicht von einer normalen kognitiven Alterung abgrenzbar. Durch die Zusammenarbeit von DZNE und WIdO können die Forscher erstmals auf die routinemäßig erhobenen Verlaufsdaten der Krankenversicherung zurückgreifen. „Die Versichertendaten der AOK sind für unsere genaue Analyse des Ausmaßes der Demenzerkrankung eine einmalige Quelle. Wichtig ist, dass wir erstmalig den Verlauf der Demenzerkrankung über einen längeren Zeitraum und bei einer hohen Anzahl an Patienten beobachten können“, so Prof. Gabriele Doblhammer-Reiter vom DZNE.
Dazu stehen den Forschern nun anonymisierte Angaben zum Alter, Geschlecht, Bundesland sowie Therapie, Pflegebedürftigkeit und Versterben von Demenz-Patienten zur Verfügung. Aus diesen Daten können Erkenntnisse über das Auftreten und den Verlauf von Demenzen in den letzten Jahren gewonnen werden. Dabei können die Diagnoseangaben durch Berücksichtigung des Verlaufs zusätzlich abgesichert werden, wodurch sich deren Validität erhöhen lässt. Die Daten liefern damit wertvolle Aufschlüsse über die derzeitige Diagnose- und Versorgungspraxis. Weiterhin sollen Prognosemodelle entwickelt werden mit dem Ziel, langfristig die Therapie zu verbessern und den Bedarf an Versorgung planbar zu machen. Die Studie soll Erkenntnisse darüber liefern, welcher besondere Bedarf für die ärztliche Behandlung und pflegerische Versorgung von demenzkranken Menschen besteht und wie sich dieser zukünftig entwickeln wird. Sie kann damit eine Grundlage für eine bedarfsgerechte Gestaltung einer hochwertigen Versorgung von Demenz-Patienten darstellen.
„Die Zusammenarbeit zwischen DZNE und WIdO ist ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung neurodegenerativer Erkrankungen. Wir brauchen genaue Zahlen, wenn wir die Auswirkungen für unsere Gesellschaft erfassen wollen. Erst dann können wir das genaue Ausmaß abschätzen und entsprechende Lösungsansätze entwickeln. Ein langfristiges Ziel des DZNE ist es, auf Basis der Daten aller gesetzlichen Krankenversicherungen ein Demenzregister aufzubauen. Damit der Patient schnell von der Forschung profitiert, ist das DZNE eng mit Universitäten und Versorgungseinrichtungen vernetzt“, so Prof. Pierluigi Nicotera, Wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des DZNE.
Die Daten werden vom WIdO unter Wahrung des Datenschutzes aufbereitet und vom DZNE ausgewertet. Insbesondere ist kein Rückschluss auf einzelne Versicherte möglich.
Zur Person: Prof. Doblhammer-Reiter leitet seit November 2009 eine Forschergruppe am DZNE. Sie leitet zudem das Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels, eine gemeinsame Initiative der Universität Rostock und des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung.
Kontakt:
Prof. Gabriele Doblhammer-Reiter
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)
Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels
Tel.: +49 (381) 2081-124 (Rostocker Zentrum)
+49 (381) 498-4393 (Universität Rostock)
Email: gabriele.doblhammer-reiter@dzne.de
Sonja Jülich-Abbas
Leitung (kommissarisch) der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)
Ludwig-Erhard-Allee 2
D- 53175 Bonn
Tel.: +49 (228) 30899-225
Fax: +49 (228) 30899-222
mobil: +49 (172) 2838930
Email: sonja.juelich-abbas@dzne.de
Michael Mennemeier | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dzne.de
Weitere Berichte zu: AOK > degenerative Erkrankungen > Demenz > Demenz-Patienten > Demenzerkrankung > Demografie > Doblhammer-Reiter > DZNE > Krankenversicherung > neurodegenerative diseases
Newly discovered breast milk antibodies help neutralize HIV
23.05.2012 | Duke University Medical Center
Scientists unravel role of fusion gene in prostate cancer
23.05.2012 | New York- Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center/Weill Cornell Medical College
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) an der Philipps-Universität geht der einzigartigen Fähigkeit von Mikroorganismen auf den Grund, sich ständig an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den SFB 987 mit dem Titel "Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort" in den kommenden vier Jahren mit voraussichtlich mehr als sieben Millionen Euro.
„Die erfolgreiche Beantragung des neuen Sonderforschungsbereichs belegt einmal mehr die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Mikrobiologie am Standort Marburg“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, der Marburger Uni-Vizepräsident für Forschung. „Die Einrichtung des SFB wird Marburgs Stellung als zentraler Ort der mikrobiologischen Forschung festigen und deren internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen.“ ...
Erosion in tropischen Küstenregionen führt zum schnellen Tod der Korallen
Die Farbigkeit, Vielfalt und Exotik der tropischen Korallenriffe fasziniert viele Menschen weltweit. Und doch sind es die Folgen unserer Zivilisation, die dieses fragile Ökosystem bedrohen durch Klimaerwärmung, Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung. Fortschreitende Industrialisierung, Waldrodungen und intensive Landwirtschaft in küstennahen Gebieten führen zu Erosion und verändern die Lebensbedingungen im Meer dramatisch.
Jetzt ...
Anzeige
Anzeige

23.05.2012 | Energie und Elektrotechnik
Nano-Müll lässt sich nicht verbrennen
23.05.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Nea Kameni volcano movement captured by Envisat
23.05.2012 | Geowissenschaften
Jeder Mensch ist anders - Nutzen der individualisierten Medizin
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
14th Leibniz Conference of advanced science „Sensorsysteme 2012“
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Exklusive Kontakte beim Investforum
23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten