Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Gefangen in biegsamem Käfig

06.01.2012
Designermaterialien aus Marburg

Anzeige


Die räumliche Gestalt eines intermetallischen Clustermoleküls in schematischer Darstellung.
(Abbildung: Philipps-Universität / AG Dehnen)

Käfige aus Metallatomen weisen eine flexible Struktur und veränderbare Eigenschaften auf, wenn bestimmte Atome anderen Typs darin eingeschlossen sind. Das berichtet eine europäische Forschergruppe unter Marburger Leitung in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Journal of the American Chemical Society“, die gestern online veröffentlicht wurde und in Kürze gedruckt erscheint. Die beschriebenen Kugelmoleküle aus 13 Metallatomen weisen eine bisher unbekannte räumliche Gestalt mit neun Seitenflächen auf.

Metalle können neue Eigenschaften erwerben, wenn man sie mit Spuren andersartiger Stoffe versieht oder „dotiert“, wie es im Fachjargon heißt. „Das Prinzip des Dotierens lässt sich auch auf Moleküle übertragen, deren Hülle aus Hauptgruppen-Metallatomen besteht und die im Inneren ein Übergangsmetallion einschließen“, erläutert Professorin Dr. Stefanie Dehnen von der Philipps-Universität, Seniorautorin der aktuellen Veröffentlichung. Dehnens Arbeitsgruppe konnte erst kürzlich die Klasse dieser intermetallischen Clustermoleküle erweitern, indem sie erste Beispiele herstellte, in die Metallionen von Seltenerd-Metallen eingebaut sind.

Nunmehr ist dem Team ein weiterer Schritt auf dem Weg zu Designermaterialien gelungen, die maßgeschneiderte Eigenschaften annehmen können: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Marburg, Münster, Karlsruhe und Bordeaux berichten über die Synthese neuartiger Cluster mit eingeschlossenen Lanthan- oder Cer-Ionen, die bisher noch nicht beschrieben wurden.

Wie die Analyse der Molekülgestalt ergab, besteht die Hülle in dem einen Fall aus 14 Metallatomen, im anderen aus 13, wobei bereits minimale Veränderungen in der Zusammensetzung erhebliche Auswirkungen haben können: „Die Metallionensorte, die in Käfigen aus Hauptgruppenmetallen eingesperrt ist, entscheidet über Strukturdetails und Bindungseigenschaften der Cluster und beeinflusst - wie bei einem dotierten Festkörper – deren physikalische Eigenschaften, wie das magnetische Verhalten oder die Bandlücke“, schließt Dehnen aus den vorgelegten Untersuchungen.

Originalveröffentlichung: Felicitas Lips & al.: Doped Semi-Metal Clusters: Ternary, Intermetalloid Anions [Ln@Sn7Bi7]4– and [Ln@Sn4Bi9]4−(Ln = La, Ce) with Adjustable Magnetic Properties, Journal of the American Chemical Society (2011)

Weitere Informationen:
Professorin Dr. Stefanie Dehnen,
Fachgebiet Anorganische Chemie
Tel.: 06421 28-25751
E-Mail: dehnen@chemie.uni-marburg.de

Dr. Susanne Igler | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-marburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Newly discovered breast milk antibodies help neutralize HIV
23.05.2012 | Duke University Medical Center

nachricht Scientists unravel role of fusion gene in prostate cancer
23.05.2012 | New York- Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center/Weill Cornell Medical College

Alle Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Im Focus: Mikroben kennen nur eine Konstante: Veränderung!


Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) an der Philipps-Universität geht der einzigartigen Fähigkeit von Mikroorganismen auf den Grund, sich ständig an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den SFB 987 mit dem Titel "Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort" in den kommenden vier Jahren mit voraussichtlich mehr als sieben Millionen Euro.

„Die erfolgreiche Beantragung des neuen Sonderforschungsbereichs belegt einmal mehr die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Mikrobiologie am Standort Marburg“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, der Marburger Uni-Vizepräsident für Forschung. „Die Einrichtung des SFB wird Marburgs Stellung als zentraler Ort der mikrobiologischen Forschung festigen und deren internationale Sichtbarkeit weiter erhöhen.“ ...

Im Focus: Schnelles Korallensterben


Erosion in tropischen Küstenregionen führt zum schnellen Tod der Korallen

Die Farbigkeit, Vielfalt und Exotik der tropischen Korallenriffe fasziniert viele Menschen weltweit. Und doch sind es die Folgen unserer Zivilisation, die dieses fragile Ökosystem bedrohen durch Klimaerwärmung, Sauerstoffmangel und Ozeanversauerung. Fortschreitende Industrialisierung, Waldrodungen und intensive Landwirtschaft in küstennahen Gebieten führen zu Erosion und verändern die Lebensbedingungen im Meer dramatisch.

Jetzt ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Komplexität beherrschen

23.05.2012 | Energie und Elektrotechnik

Nano-Müll lässt sich nicht verbrennen

23.05.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Nea Kameni volcano movement captured by Envisat

23.05.2012 | Geowissenschaften

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Jeder Mensch ist anders - Nutzen der individualisierten Medizin

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

14th Leibniz Conference of advanced science „Sensorsysteme 2012“

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Exklusive Kontakte beim Investforum

23.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp