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Wenn Fische im Schwarm unterwegs sind, folgen sie einem Leittier. Dieses bestimmen sie durch eine gemeinsame Entscheidungsfindung, wie sich in einem in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlichten Experiment mehrerer Universitäten gezeigt hat.
Je größer ihre Gruppe ist, desto mehr achten die Fische auf die Eigenschaften ihres Anführers, wobei möglichst lange, dicke und gesunde Artgenossen bevorzugt werden.
"Fische kommen auf sehr einfachem Weg zu Führungsentscheidungen", sagt David Sumpter von der Universität Uppsala. "Einige gehen einen richtigen Weg, einige einen falschen. Die Masse wägt dann ab, wie viele in welche Richtung geschwommen sind und entscheidet sich für den Weg, den die Mehrheit genommen hat." Alle verfügbaren Informationen über den Zustand des potenziellen Leittiers seien für die Entscheidung relevant, die jedes Individuum mittrage. Die Gruppenentscheidung spiegle somit eher die Entscheidung aller wider als die eines führenden Individuums oder einer kleinen Führungsgruppe, so der schwedische Biologe.
Dazu beobachteten die Forscher dreistachlige Stichlinge. Sie setzten ihnen zwei künstliche Fischimitationen vor, die sich von den Tieren wie auch untereinander in Eigenschaften wie Größe, Dicke, Farbe oder in den Hautflecken unterschieden. Auf Grundlage dieser Kriterien urteilen Fische über Stärke und Gesundheit ihrer Artgenossen, ein dicker Bauch deutet etwa auf Erfolg in der Nahrungssuche hin, während Flecken den Hinweis auf Parasitenbefall geben. Je mehr Fische im Versuch beteiligt waren, desto eher fällten die Tiere ihre Entscheidung für den attraktiveren Leiter und konnten dabei auch kleine Unterschiede feststellen. Nur in wenigen Fällen irrte die gesamte Gruppe und folgte dem scheinbar schwächeren Tierimitat.
"Menschen machen die gleichen Fehler", stellt Sumpter fest. Dies zeige sich im irrationalen Verhalten der Wertpapierhändler, die oft unfähig zu eigener Abschätzung seien und häufig zu Panikverkäufen verleitet werden, wenn andere verkaufen. "In anderen Szenarien ist solches Verhalten jedoch normal. Anderen zusehen und dasselbe tun, wenn viele scheinbar das gleich machen, ist jedoch im allgemeinen eine gute Strategie", so der Verhaltensbiologe abschließend.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.uu.se/en
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