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Etiketten mit Frische-Gedächtnis suchen Bewährungsprobe

22.09.2008
Auf dem Weg vom Produzenten zum Verbraucher geht ein industriell gefertigtes Frischeprodukt wie Fisch oder Geflügelfleisch heute durch viele Hände. Eine Lücke in der Kühlkette kann dabei schnell und ohne Absicht entstehen.

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Doch wie können Kunden erkennen, ob einem Produkt für eine gewisse Zeitspanne ein paar Minusgrade gefehlt haben? Mit so genannten TTIs (time temperature indicator) - Frische-Labels auf der Oberfläche des Produktes, die sich bei einem Temperaturanstieg verfärben, so die einhellige Antwort das Projektkonsortiums FRESHLABEL.


21 Partnern aus sieben Ländern Europas untersuchten unter Leitung des ttz Bremerhaven die Funktionalität der verbraucherfreundlichen Etiketten. Bei der Abschlusskonferenz in Bremerhaven wurde ein klares Fazit formuliert: Die Label funktionieren zuverlässig - nun fehlen Pioniere aus dem Handel, die Praxistests starten.

Zum Projektabschluss von FRESHLABEL stehen Verbraucherinteressen zwischen Hoffnungen der Hersteller und Skepsis des Handels

Genuss braucht Sicherheit. Während Produzenten, Handel und Logistiker entlang der Lieferkette ganz im Sinne der EU-Richtlinien 178/2002 an der Verbesserung der Transparenz arbeiten, um Image und Waren zu sichern, profitiert der Verbraucher bisher nur indirekt von dieser Entwicklung. Ob ein Produkt eine geschlossene Kühlkette durchlaufen hat, ist für den Supermarktkunden weiterhin eine reine Vertrauensfrage. In dem EU-Projekt FRESHLABEL haben die Partner ein Etikett entwickelt, das qualitätsbewussten Verbrauchern eine Absicherung auf den ersten Blick ermöglicht.

Nach Aktivierung durch UV-Licht verfärbt sich das Etikett dunkelblau und wird dann im Verlauf der Zeit und bei Temperaturschwankungen immer heller. Wird die vorgeschriebene Lagertemperatur überschritten, beschleunigt sich der Aufhellungsprozess. Dahinter steht ein chemischer Prozess auf Basis organischer Kristalle: Steigt die Umgebungstemperatur an, wird dies durch eine Farbveränderung am Label sichtbar.

Ein eingebauter UV-Filter wirkt als Manipulationsschutz, denn nach einmaliger Aktivierung lassen Sie sich die Etiketten nicht wieder in den Ausgangszustand versetzen. Das "Gedächtnis" des Smart Labels kennt keine Aussetzer.

An der Entwicklung der FRESHLABEL waren unter anderem Produzenten aus der Fisch- und Fleischbranche beteiligt. Sie erwarten handfeste Vorteile durch eine Einführung eines umfassenden Kontrollsystems, das Smart Labels einschließt: Durch die nachweisbare Qualität ihrer Ware erhoffen sie sich eine spürbare Steigerung des Umsatzes. Handel und Verbraucher müssten sich nicht mehr allein am Mindesthaltbarkeitsdatum orientieren, sondern könnten den tatsächlichen Frischezustand ihrer Bewertung zu Grunde legen. Auf diese Weise würden keine qualitativ guten Lebensmittel verschwendet und ein höherer Grad der Nachhaltigkeit erreicht.

Der Stückpreis der Labels von weniger als 10 Cent ließe sich bei einer anhaltenden Steigerung des Fleischverbrauches, wie er über die letzten Jahre in Europa zu verzeichnen war, in kürzester Zeit amortisieren.

Im Partnerkonsortium waren auch europäische Industrieverbändevertreten. Ihre Kontakte zu kleinen und mittelständischen Unternehmen konnten die Weitergabe des Know-hows an Produzenten beschleunigen. Gerade für Produkte mit großem Marktvolumen wie Räucherlachs und Gehacktes, die in allen Supermarktketten angeboten werden, sind die Hersteller von dem Nutzen eines Frischesiegels für den Endverbraucher überzeugt, resümiert Dr. Yee Hilz, Projektleiterin am ttz Bremerhaven.

Bleibt abzuwarten, ob auch der Handel die intelligenten Etiketten als Fortschritt begreift oder mehr Transparenz in der Transportkette erst durch gesetzliche Vorgaben und/oder das verstärkte Einwirken von Verbraucherschutzverbänden verwirklicht wird. Von den im Projekt FRESHLABEL vertretenen Ländern ist derzeit Portugal dem Ziel der Implementierung am nächsten: Hier hat zunächst einmal eine Handelskette grünes Licht für den Praxistest gegeben.

Das Projekt FRESHLABEL wurde im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU mit einer Gesamtfördersumme von rund 1,7 Millionen Euro unterstützt.

Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement, Gesundheitssysteme sowie Verwaltung & Software.

Kontakt:
ttz Bremerhaven
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0471 / 4832-121/-124
Fax: 0471 / 4832-129
E-Mail: brollert@ttz-bremerhaven.de

Britta Rollert | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ttz-bremerhaven.de
www.freshlabel.net

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