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Dazu haben Forscher aus neun europäischen Ländern unter Federführung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in den vergangenen viereinhalb Jahren einen dreidimensionalen virtuellen "Atlas der Niere" erstellt. Er bündelt die neuesten Erkenntnisse über die Entwicklung der Niere und die Entstehung von Nierenerkrankungen.
Er war Teil des Forschungsprojekts "European Renal Genome Project" (EuReGene), das die Europäische Union (EU) mit über 10 Millionen Euro gefördert hat. Der Atlas wurde zum Abschluss dieses Projekts auf einem zweitägigen Symposium vom 15. und 16. Mai im MDC vorgestellt.
In Europa gibt es etwa 4,5 Millionen Nierenkranke. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, deren Erkrankung häufig die Folge von Bluthochdruck und Diabetes ist, aber auch Kinder, die vielfach bereits mit einer Nierenschädigung zur Welt kommen. Insbesondere die Zunahme von Diabetes Typ 2 lässt die Zahl der Nierenkranken steigen. Chronische Nierenerkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Etwa 20 Prozent der Patienten sterben daran.
Informationen auch für die breite Bevölkerung
Der jetzt vorgestellte Atlas enthält vor allem Gene, die bei Nierenerkrankungen eine entscheidende Rolle spielen, aber auch Daten beispielsweise zur Anatomie. Er richtet sich sowohl an Grundlagenforscher als auch an Kliniker und enthält auch Informationen für die breite Bevölkerung.
Der Atlas baut auf verschiedenen Genomprojekten auf. Beteiligt daran waren Pathologen, Entwicklungs- und Molekularbiologen sowie Genetiker aus insgesamt 14 Forschungsgruppen von außeruniversitären Einrichtungen, Universitäten und sechs Universitätskliniken. Der Nierenatlas wird nach Ansicht von Projektkoordinator Prof. Thomas Willnow (MDC) auch große Bedeutung für die Erforschung von Stoffwechselstörungen haben, die zu Nierenschäden führen, wie etwa Diabetes.
EUNEFRON Nachfolgeprojekt - Nierenerkrankungen bei Kindern
Der Nierenatlas wird jetzt weitergeführt mit dem Projekt EUNEFRON, das sich speziell mit Nierenerkrankungen im Kindesalter befasst. Die Projektkoordinator ist Prof. Olivier Devuyst von der Université catholique de Louvain Medical School, Brüssel, Belgien. Projektmanager ist, wie bei dem Nierenatlas, Dr. Iwan Meij vom MDC.
* Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Italien, Polen, Schweiz
Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
e-mail: presse@mdc-berlin.de
Barbara Bachtler | Quelle: Max-Delbrück-Centrum
Weitere Informationen: www.mdc-berlin.de/
www.euregene.org/
www.bundesverband-niere.de/
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