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Chemie statt Tierquälerei: Ein Wirkstoff der Bärengalle und seine Herstellung

03.02.2009
Ein Wirkstoff der Bärengalle schützt Zellen vor dem programmierten Zelltod und ist in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilmittel verbreitet.

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Die "Nachrichten aus der Chemie" erklären medizinische und chemische Besonderheiten der Substanz. Tierquälerei in Bärenfarmen ist für ihre Gewinnung überflüssig: Die Verbindung ist synthetisch zugänglich.


Die Gallenflüssigkeit von Bären enthält eine Gallensäure, die Zellmembranen stabilisiert und so die Lebenszeit von beispielsweise Hirn- und Herzmuskelzellen verlängert. Tierversuche zeigten die Verbindung als mögliches Mittel gegen Chorea Huntington, Parkinson und Alzheimer.

Doch die Patienten werden auf Medikamente mit diesem Wirkstoff warten müssen: Pharmaunternehmen scheuen die kostenintensiven klinischen Studien. Die Verbindung ist seit Jahrzehnten als Mittel gegen Gallensteine auf dem Markt und sein Patent abgelaufen.

In der traditionellen chinesischen Medizin sind die Wirkungen der getrockneten Bärengalle schon lange bekannt. Von jeher hat man Schwarzbären wegen ihrer Galle gejagt, seit den 1980er Jahren gewinnt man in China und Vietnam die Galle in Bärenfarmen - unter tierquälerischen Bedingungen. Die Bären sind in nur körpergroße Käfige gezwängt und fristen ein elendes Dasein. Doch Bärenfarmen sind überflüssig: Der Wirkstoff der Bärengalle ist bereits seit den 1950er Jahren synthetisch herstellbar.

Weiteres zur Bärengalle berichtet die Januarausgabe der "Nachrichten aus der Chemie". Die Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Brigitte Osterath stellt den Wirkstoff der Bärengalle vor und umreißt die chemischen und medizinischen Finessen dazu. Die PDF-Datei des Artikels gibt es bei der Redaktion der "Nachrichten aus der Chemie" unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

Dr. Ernst Guggolz | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.gdch.de/nachrichten
www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2009/h01_09.htm

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