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Forschende der Vetmeduni Vienna konnten nun zeigen, dass bei Trabrennpferden, die nach dem Training eine spezielle Mischung aus Proteinen und Aminosäuren mit ihrer Nahrung aufnahmen, dieser Muskelschwund stark reduziert war. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Animal Physiology and Animal Nutrition“ veröffentlicht.
Dass hartes körperliches Training zum Abbau von Muskeln führen kann, ist bekannt. Verschiedene Ernährungsstrategien sollen diesen Muskelschwund beim Menschen bekämpfen. Überraschenderweise wurde dieses Phänomen bei Sportpferden noch kaum untersucht. Eine Forschungsgruppe um René van den Hoven von der Klinik für Pferde der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) und seine Kolleginnen und Kollegen am Institut für Tierernährung der Vetmeduni Vienna konnten nun mit vorläufigen Daten einer Studie zeigen, dass die Gabe bestimmter Nahrungsergänzungsmittel nach Trainingseinheiten den Muskelabbau bei Pferden lindern kann.
Pferde auf dem Laufband
Die Forschenden untersuchten Trabrennpferde vor und nach intensivem Training auf einem Hochgeschwindigkeitslaufband. Weil verschiedene Zellmechanismen für den Abbau von Proteinen verantwortlich sind, untersuchte van den Hovens Team molekulare Marker für jeden der Abbaumechanismen. Zudem hielten sie fest, ob das Ergebnis des jeweiligen Mechanismus sich veränderte, wenn die Pferde eine Mischung aus bestimmten Aminosäuren und Proteinen nach den Trainingseinheiten als Nahrungsergänzung erhielten oder nicht.
Nahrungszusatz reduziert Proteinabbau
Die Tests ergaben, dass die Aktivität eines der klassischen Wege des Proteinabbaus, der so genannten Ubiquitinierung, vier Stunden nach dem Training dramatisch erhöht war. Bei der Ubiquitinierung heftet sich ein kleines Molekül namens Ubiquitin an ein Protein und gibt es damit zum chemischen Abbau frei. Die starke Erhöhung dieser Aktivität weist darauf hin, dass die Pferde in dieser Zeit Protein in ihren Muskeln tatsächlich als Folge des intensiven Trainings abbauten. Die Gabe der Aminosäuren-Proteinmischung führte zu einer deutlichen Reduktion dieses Proteinabbaus. Andere Abbaumechanismen waren vergleichsweise wenig aktiv und wurden von der Gabe der Aminosäuren-Proteinmischung zudem kaum beeinflusst.
Van den Hoven ist enthusiastisch und vorsichtig zugleich: „Alles weist darauf hin, dass die Gabe einer Mischung aus Aminosäuren und Proteinen die Zersetzung von Muskelproteinen tatsächlich vermindern kann. Jetzt ist es wichtig, unsere Ergebnisse mit einer größeren Stichprobe weiter zu untermauern.“
Der Artikel “A preliminary study on the changes in some potential markers of muscle-cell degradation in sub-maximally exercised horses supplemented with a protein and amino acid mixture” von René van den Hoven, Alexandra Bauer, Sigrun Hackl, Michaela Zickl, Jürgen Spona und Jürgen Zentek wurde in der Oktoberausgabe der Zeitschrift “Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition” (Vol. 95, pp. 664-675) veröffentlicht.
Der wissenschaftliche Artikel im Volltext online:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1439-0396.2010.01097.x/full
Rückfragehinweis:
Univ.Prof. Dr. René van den Hoven
E Rene.vandenHoven@vetmeduni.ac.at
T +43 1 25077-5510
M +43 664 60257-6654
Aussender:
Mag. Klaus Wassermann
E Klaus.Wassermann@vetmeduni.ac.at
T +43 1 25077-1153
Beate Zöchmeister | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.vetmeduni.ac.at
onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1439-0396.2010.01097.x/full
Weitere Berichte zu: Abbaumechanismen > Aminosäure > Aminosäuren-Proteinmischung > Animal > Bremse > Muskel > Muskelabbau > Muskelmasse > Muskelschwund > Pferde > Physiology > Protein > Proteinabbaus > Trainingseinheiten > trojanisches Pferd > Ubiquitinierung
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