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Bioraffinerien - Ersatz für Erdöl und zugleich Chance für den Ländlichen Raum

18.03.2009
Technologieplattform gründet sich in Brandenburg.

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Die "Technologieplattform Brandenburger Bioraffinerien" wird sich am 2. April 2009 in der Industrie- und Handelskammer in Potsdam im Rahmen einer Fachtagung gründen.


Sie ist eine gemeinsame Initiative von Andrea Wicklein MdB mit den Forschungsinstituten Bioaktive Polymersysteme BIOPOS in Teltow und Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsfoschung ZALF in Müncheberg aus der Forschungsplattform "Ländliche Räume Berlin/Brandenburg".
Wichtiger Partner ist neben führenden Unternehmen auch die Industrie- und Handelskammer in Potsdam. Mit der Gründung sollen Kompetenzen gezielt zusammengeführt werden, um den Innovationsprozess in diesem wichtigen Technologiefeld zu beschleunigen.

Deutschland ist von fossilen Rohstoffen abhängig und muss die wichtigsten Energie- und Rohstoffträger importieren. Die Endlichkeit und begrenzte Verfügbarkeit fossiler Rohstoffe ist aber absehbar, so dass am Rohstoffwechsel in der chemischen Industrie hin zu nachwachsenden Rohstoffen langfristig kein Weg vorbeiführt. Die schrittweise Umstellung erfordert völlig neue Ansätze in Forschung, Entwicklung und Produktion.

Brandenburger Forschungseinrichtungen haben in engem Verbund mit Hochschulen und Unternehmen bei Forschung und Entwicklung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe vielfältige Kernkompetenzen vorzuweisen. Hier werden Verfahren entwickelt, den Rohstoff Biomasse in einer Bioraffinerie für die Chemie nutzbar zu machen. Im Land Brandenburg ansässige Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben gemeinsam mit weiteren europäischen und amerikanischen Einrichtungen und der Industrie die Internationalen Bioraffinerie-Systeme entwickelt, die heute Vorlage für Forschung, Entwicklung und industrielle Umsetzung sind. Die Brandenburger Forschungseinrichtungen wollen sich deshalb aktiv am Bioraffinerie-Cluster beteiligen und den Innovationsprozess mit gestalten. Brandenburg als Flächenstaat mit einem erheblichen Anteil an land- und forstwirtschaftlicher Produktion wird deshalb eine "Technologieplattform Bioraffinerie Brandenburg" etablieren und die notwendigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Demonstrationsprojekte sowie Umsetzungsziele und Märke definieren.

International sind die Bioraffinerien ein entscheidender Schlüssel für den Zugang zur integrierten Produktion von Nahrungsmitteln, Futtermitteln, Werkstoffen, Brennstoffen und Chemikalien auf der Basis biologischer Rohstoffe. Die ersten Anlagen zur Herstellung von Plattformchemikalien sind weltweit in Planung oder im Aufbau. Dabei bilden land- und forstwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaften die Basis für Primärraffinerien, die Halbfabrikate für die industriellen Standorte herstellen.

Ein Schwerpunkt liegt auch in der Schließung von Stoffkreisläufen in den ländlichen Regionen. Insbesondere die Verfügbarkeit der Rohstoffe Holz, Stroh, Gras ist für die Chemische Industrie und die Kraftstoffindustrie interessant, da sie nicht mit der Nahrungsmittelproduktion um Anbaufläche konkurrieren.
Um die Forschungsanstrengungen in Deutschland zu bündeln, plant die Bundesregierung ein Bioraffinerie-Cluster im ostdeutschen Chemiedreieck. Als Partner im Clusterprozess bietet sich Brandenburg an. Dort bestehen hervorragende Standortbedingungen, um gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft das Zukunftsfeld Bioraffinerie zu realisieren.

Der Plattform sind von Beginn an alle Akteure - vom Biomasseproduzenten bis zum Finalprodukt-Produzenten - angeschlossen.

Ansprechpartner:
Andrea Wicklein (Mitglied des Deutschen Bundestages), Tel.: (030) 22770272
Prof. Dr. habil. Birgit Kamm (BIOPOS), Tel.: (03328)3322-10
Prof. Dr. Hubert Wiggering (ZALF), Tel.: (003432) 82-200

Helene Foltan | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.atb-potsdam.de

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