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Honig - Antibiotika-Anwendungen in wichtigen Honigexportländern Südamerikas und Asiens - Uni Paderborn: neues Überwachungssystem

05.12.2007
Honig ohne Antibiotika-Rückstände - Chemiker der Universität Paderborn entwickeln neues Überwachungssystem zum Schutz der Verbraucher - Prof. Dr. Manfred Grote, Department Chemie: "Antibiotika-Anwendungen in wichtigen Honigexportländern Südamerikas und Asiens "

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"Antibiotika gehören nicht in unsere Nahrungsmittel", so Prof. Dr. Manfred Grote von der Universität Paderborn. Damit Honig die Verbraucher möglichst frei von Antibiotika erreicht, entwickeln Chemiker der Paderborner Hochschule gemeinsam mit der Faethe Labor GmbH, einem Fachinstitut für Lebensmittelkontrolle, ein umfassendes analytisches Überwachungssystem. Prof. Grote: "Zum Schutz des Verbrauchers soll belasteter Rohhonig mit Hilfe modernster Analysentechnik rechtzeitig erkannt und aus dem Verkehr gezogen werden."


Eigentlich sollte Honig ein reines Naturprodukt sein, das von Honigbienen produziert werde, so Grote. Aber Bienen und Bienenprodukte könnten u. a. durch Pflanzenschutzmittel belastet sein. Dazu zählten auch Antibiotika, die zur Spritzung von Obstbäumen verwendet werden, wenn diese vom "Feuerbrand", einer bakteriellen Blüteninfektion, befallen seien. In der Imkerei seien Antibiotika wirksam gegen die "Faulbrut" einsetzbar, eine besonders gefürchtete bakterielle Bienenkrankheit, die seuchenartig ganze Bienenvölker vernichten könne. In der EU und der Schweiz sei der Antibiotika-Einsatz verboten und werde nur in Sonderfällen erlaubt. Der hohe Bedarf an Honigprodukten und die Globalisierung der Märkte erforderten vom Honigproduzenten den weltweiten Einkauf von Rohhonigen. In wichtigen Honigexportländern Südamerikas und Asiens seien aber Antibiotika-Anwendungen üblich, was in der Vergangenheit mehrfach zur kritischen Belastung von Honig geführt habe.

"Daher ist eine umfassende analytische Kontrolle der Rohwaren dringend erforderlich, um belastete Waren rechtzeitig zu erkennen und aus dem Verkehr zu ziehen, bevor der Honig den Verbraucher erreicht", so Prof. Dr. Manfred Grote. Die zentrale Aufgabe des Forschungsprojektes zwischen dem Department Chemie der Universität Paderborn und dem Faethe Labor bestehe somit in der Entwicklung eines hochempfindlichen und zuverlässigen Überwachungssystems zur Identifizierung von Antibiotika-Spuren im Honig.

Dr. Christian Sprenger, Geschäftsführer der Faethe Labor GmbH: "Zur Durchführung des Projektes wurden vom Faethe Labor 450.000 EUR investiert, um über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus ein größeres Maß an präventivem Verbraucherschutz zu gewährleisten. Die im Arbeitskreis von Prof. Grote bereits bestehenden Erfahrungen mit modernen Analysenmethoden, die den Nachweis von Arzneistoff-Spuren in Nutzpflanzen, Ackerboden und Wässern ermöglicht, waren eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Start des Projektes. Daher konnte sich Dipl.-Chem. Ing. Reinhard Michel, Doktorand des Department Chemie, sofort in das neue Messgerät, ein so genanntes Hochleistungs-"LC-MS/MS-System" einarbeiten, um die ersten routinefähigen Messverfahren zu entwickeln und Kontrollanalysen durchzuführen."

Im Gegensatz zur bisherigen Praxis in der Routineanalytik würden schwerpunktmäßig auch, so Sprenger, im Honig Umwandlungsprodukte bzw. "Metabolite", von Antibiotika erfasst, was nicht gesetzlich vorgeschrieben wäre. Das bedeute aber eine größere Sicherheit des Verbrauchers vor dem Hintergrund der zunehmenden Antibiotikaresistenzen.

Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Paderborn und dem Faethe Labor wurde in diesem Sommer um weitere Projekte erweitert. Prof. Grote und Dr. Sprenger sind sich einig: "Zum Schutz des Verbrauchers gibt es weiterhin viel zu tun."

Kontakt: Prof. Dr. Manfred Grote, Fakultät für Naturwissenschaften, Department Chemie, Anorganische und Analytische Chemie, Universität Paderborn, Tel.: 05251-60-2191, magrote@zitmail.uni-paderborn.de.

Dr. Christian Sprenger, Faethe Labor GmbH, Abtsbrede 129, 33098 Paderborn, Tel.: 05251-73261, csprenger@faethe-labor.de

Tibor Werner Szolnoki | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-paderborn.de

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